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Benjamin Graham und seine Theorien

Benjamin Graham legte 1934 mit seinem Buch „Security Analysis“ den Grundstein für die fundamentale Analyse von Wertpapieren. Das Werk liefert auch heute noch viele wertvolle Einblicke für professionelle Investoren und Analysten.

Im Jahr 1949 schrieb Graham das Buch „The Intelligent Investor“. In dem Buch diskutiert Graham sichere und renditeträchtige Strategien speziell für Privatinvestoren. Warren Buffett schreibt in der neuen Auflage das Vorwort zu diesem Buch.

Dort gibt er dem Privatinvestor den folgenden wichtigen Ratschlag:

„Ihre Aufgabe ist es, Ihre Emotionen unter Kontrolle zu halten.“

Benjamin Graham:  ‚Mechanische“ Strategien sind sicherer

Emotionen wie Angst und Gier führen zu unterdurchschnittlichen Anlage-Ergebnissen. Das hat Graham bereits früh erkannt. Deshalb riet er den Privatanlegern mitunter zu mechanischen Anlage-Strategien.

Bei einer mechanischen Anlage-Strategie gibt es feste Anlageregeln, die der Privatanleger „blind“ umsetzen muss. Der Privatanleger verfügt demnach über keinerlei Ermessensspielräume.

Eine sehr erfolgreiche mechanische Anlage-Strategie ist die Dow-Dividenden-Strategie, die 1991 von Michael O’Higgins popularisiert wurde.

Es war aber Benjamin Graham, der hierfür die geistigen Grundlagen schuf. Graham hatte beobachtet, dass der Aktienmarkt populäre und „modische“ Aktien überbewertet und unpopuläre Aktien systematisch unterbewertet.

Dabei legte er sein Augenmerk besonders auf die großen Substanzwerte im Dow Jones. Er schreibt in seinem Buch für Privatanleger „The Intelligent Investor“:

„Wichtig bei dieser Anlage-Strategie ist, dass man sich ausschließlich auf die sehr großen Gesellschaften konzentriert. […] Kleinere Gesellschaften erholen sich nach aller Erfahrung kursmäßig nicht so schnell wie die großen.


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Hinzu kommt, dass die kleineren Gesellschaften untergehen können, während die größeren Unternehmen sich im Normalfall schnell wieder erholen.“

Graham konzentrierte sich auf die großen Substanzwerte im Dow Jones, weil diese Aktien über eine hohe fundamentale Sicherheit verfügen und prinzipiell eine hohe und sichere Dividende abwerfen. Er riet dann den Anlegern, aus den 30 Dow-Jones-Werten die 6 bis 10 Werte mit dem niedrigsten KGV auszuwählen.

Graham: Unpopuläre Dow-Aktien werden mit der Zeit populär

Die Werte mit dem niedrigsten KGV erschienen ihm als unpopulär und unterbewertet. Die erworbenen Aktien sollten erst nach Ablauf von 1 bis 5 Jahren veräußert werden. Graham ging davon aus, dass der Aktienmarkt Zeit benötigt, um die Unterbewertung einer Aktie abzubauen.

Bei Dow-Jones-Werten kann der Anleger neben den Kursgewinnen zudem auch hohe Dividendenerträge vereinnahmen.

Graham verwies darauf, dass seine Strategie, die unpopulären Aktien im Dow Jones zu kaufen, auch erfolgreich getestet wurde. In der Zeit von 1937 bis 1969 war die Kursentwicklung der unpopulären Dow-Aktien nur in 3 Jahren schlechter als die Dow-Jones-Performance.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die Ergebnisse der Untersuchung, auf die Graham hinwies. Dabei wurde ein Anfangskapital von 10.000 $ jährlich neu in die 10 Dow-Jones-Aktien mit dem niedrigsten KGV umgeschichtet. Hier sehen Sie die jährlichen Durchschnittsergebnisse (in %) von 1937 bis 1969:

Wir stellen fest, dass die mechanische Anlage-Strategie von Graham eine deutliche Überperformance gegenüber dem US-Industrieindex Dow Jones aufwies.

Graham verschwieg aber auch die Tatsache nicht, dass seine Anlage-Strategie nicht in jedem Jahr funktioniert.

Die Anlageergebnisse von 1917 bis 1933 waren nicht überzeugend. Diese Strategie bietet also keine absolute Erfolgsgarantie.

Graham lehnt Volatilität als Risiko-Indikator ab

Es bleibt anzumerken, dass Benjamin Graham keine Angaben über die Kursvolatilität der Aktien im Dow Jones machte – die moderne Wirtschaftswissenschaft setzt ja die Volatilität der Aktien mit ihrem Risiko gleich.

Das lehnt Graham speziell im Falle der 30 führenden Industriewerte im Dow Jones kategorisch ab.

Die Dow-Werte verfügen nur über ein geringes fundamentales Risiko, sodass eine hohe Kursvolatilität nicht mit einem Vermögensrisiko verbunden ist. Er empfiehlt konservativen Anlegern, sich an bekannten und konservativ finanzierten Aktiengesellschaften zu beteiligen, um dadurch das Risiko zu minimieren. Die Dow-Strategie, die wir Ihnen hier vorstellen, erfüllt diese Kriterien.

Dow-Jones-Strategie von Graham

  • Kaufen Sie die 6 bis 10 „unpopulärsten“ Dow-Jones-Werte.
  • Das KGV ist das Primärkriterium für den Grad der Popularität bzw.Unterbewertung der Aktien im Dow Jones. Je niedriger das KGV, desto unpopulärer die Aktie.
  • Es folgt: Kaufen Sie die 6 bis 10 Dow-Jones-Werte mit dem niedrigsten KGV und damit implizit mit einer hohen Dividendenrendite.
  • Halten Sie die Aktien 1 bis 5 Jahre lang in Ihrem Depot, damit der Aktienmarkt die Unterbewertung abbaut.
  • Die Strategie ist einfach und besitzt klar definierte Kriterien (emotionslose Strategie).
  • Die Strategie erfordert wenig Research-Aufwand.

18. Februar 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.