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Berechnung des Krankengelds: Womit im Krankheitsfall zu rechnen ist

Die meisten gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer in Deutschland haben Anspruch auf Krankengeld, sofern bestimmte Umstände vorliegen. Dies ist in der Regel bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit der Fall oder wenn ein Versicherter auf Kosten der Krankenkasse stationär behandelt wird.

Gegebenenfalls ist eine Gewährung von Krankengeld sogar dann möglich, wenn ein Elternteil die Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines bis zu 12 Jahre alten Kindes übernehmen und deshalb der Arbeit fernbleiben muss.

In den meisten Fällen beginnt die Zahlung des Krankengeldes nach 6 Wochen, da zuvor eine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber erfolgt. Mit welcher Summe zu rechnen ist, ist individuell verschieden und erfordert eine Berechnung. Das Krankengeld hängt nämlich direkt mit dem regelmäßigen Arbeitseinkommen zusammen.

Berechnung Krankengeld: Diese Zahlen sind wichtig

Bei der Berechnung des Krankengeldes gilt es besonders, drei Zahlen zu beachten: das regelmäßig erzielte Bruttoeinkommen, das Nettoeinkommen und die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung. Grundsätzlich gilt nämlich auch bei der Berechnung des Krankengeldes die Beitragsbemessungsgrenze als Maximum. Der Gesetzgeber sieht nun vor, dass das Krankengeld 70% des regelmäßigen und beitragspflichtigen Bruttoeinkommens beträgt.


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Dieser Betrag wird jedoch zum einen von der Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt und zum anderen darf er 90% des Nettoarbeitsentgelts nicht übersteigen. Wichtig ist zudem, dass das Krankengeld pro Kalendertag geleistet und auch berechnet wird. Hinzugerechnet werden außerdem beitragspflichtige Einmalzahlungen wie 13. und 14. Monatsgehalt oder Weihnachtsgeld. Dies wird aus den letzten 12 Monaten tagesgenau errechnet.

Berechnung Krankengeld: eine Beispielrechnung

Ein Beispiel: Der Arbeitnehmer Herr Müller hat ein monatliches Bruttoeinkommen von 3.200 € und ein Nettoeinkommen von 2.200 €. Hinzu kamen in den letzten 12 Monaten Einmalzahlungen von 1.800 €. Da die Beitragsbemessungsgrenze für das Jahr 2016 bei monatlich 4.237,50 € liegt, muss diese hier nicht berücksichtigt werden. Zunächst wird das mögliche Krankengeld von Herrn Müller anhand des Bruttoeinkommens berechnet.

Aus den 3.200 € Bruttoeinkommen ergeben sich tägliche 106,67 € (3.200 €/30). Hinzu kommen die Einmalzahlungen in Höhe von 5 € pro Tag (1.800 €/360). In Summe ergibt dies 111,67 €. Da das Krankengeld mit 70% dieses Betrags veranschlagt wird, erhält Herr Müller rund 78,17 €. Das mögliche Krankengeld anhand des Nettoeinkommens ist etwas schwieriger zu berechnen, da auch die Einmalzahlungen nicht als Brutto in die Berechnung einfließen dürfen.

Zunächst ergibt sich aus den 2.200 € monatlichen Nettoeinkommens ein pro-Tag-Betrag von 73.33 €. Die Einmalzahlungen werden nun wie folgt berechnet:

(tägl. Netto / tägl. Brutto) * tägl. Einmalzahlung

In dem Beispiel also: (73,33 / 106,67) * 5 = 3,44 €.

Diese werden nun zu den zuvor errechneten 73,33 € hinzuaddiert, so dass man einen Betrag von 76,77 € erhält. Da an dieser Stelle 90% veranschlagt werden, erhält Herr Müller 69,09 €. So erhalten wir als 70% vom Brutto rund 78,17 € und als 90% vom Netto rund 69,09 €. Da der Gesetzgeber vorsieht, dass die so errechneten 70% vom Bruttolohn nicht die 90% vom errechneten Nettolohn übersteigen dürfen, ist an dieser Stelle der Betrag in Höhe von 69,09 Euro relevant.

Krankengeld: Berechnung muss Beitragspflicht berücksichtigen

Zu beachten ist jedoch, dass das Krankengeld grundsätzlich beitragspflichtig ist. Das bedeutet, dass auch hier Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung geleistet werden müssen. Aus dem angeführten Beispiel ergeben sich noch folgende Beiträge: 6,77 € für die Rentenversicherung, 1,04 € für die Arbeitslosenversicherung sowie 0,67 € für die Pflegeversicherung. Damit ergibt sich ein täglicher Auszahlungsbetrag in Höhe von 60,61 € bzw. 1.818,30 € monatlich.

5. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.