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Bernard Madoff: Der größte Anlagebetrüger der Neuzeit

Keiner zockte mehr Anleger ab als Bernard Madoff.  Etwa 65 Milliarden US-Dollar erschwindelte sich der Börsenmakler und Vorsitzende der Technologiebörse NASDAQ mit einem Schneeballsystem – viele Anleger hatten das Nachsehen.

Nicht nur Kleinanleger, auch Prominente wie Hollywoodgröße Steven Spielberg und Großbanken wie HSBC und BNP Paribas vertrauten Madoff. Einen guten Bluff zu durchschauen, ist nicht immer einfach – insbesondere, wenn er schon seit Jahren gutgeht.

Was bleibt, ist der Versuch der Anleger, so viel Geld wie möglich wieder zurückzubekommen. Doch das ist ein zäher Prozess mit ungewissem Ausgang.

Bernard Madoff: der Anlageguru der Wall Street

Bernard Madoff war eine Legende an der Wall Street. Das Vertrauen in seine Anlagestrategien war groß, er galt als Mann von tadellosem Ruf. Auch als Spender und Unterstützer zahlreicher gemeinnütziger Stiftungen machte er sich einen Namen. 2008 wurde sein wahres Gesicht offenbar. Der Vorwurf: Mit Hilfe einer Art Schneeballsystem hatte er Anleger um ihr Geld geprellt und dabei 65 Milliarden US-Dollar ergaunert.

Renditeversprechen von 10% und mehr verlockten zahlreiche Anleger dazu, in sein Unternehmen „Madoff Investment Securities LLC“ zu investieren. Er konnte die versprochenen Renditen auch ausschütten – allerdings mit dem Geld von neuen Investoren.

Der Schwindel flog auf und Madoff zahlte einen hohen Preis für seinen Milliardenbetrug: Er ging ins Gefängnis. 150 Jahre Haft lautete 2008 das spektakuläre Urteil dieses spektakulären Falles.

Das Ponzi-Schema

Das Betrugssystem Madoffs geht auf den Italiener Charles Ponzi zurück. In den 1920er Jahren versprach dieser jedem Investor alle 45 Tage 50% Zinseinkünfte, wenn sie jeweils 5 neue Investoren zur Anlage überzeugen konnten. Durch die neuen Anleger konnte Ponzi die Zinsansprüche der alten Investoren befriedigen.

Dies ging jedoch nur solange gut, bis Anleger nicht nur ihre Zinsansprüche wahrnehmen wollten, sondern ihre gesamten Einkünfte einforderten. Ab diesem Zeitpunkt brach das „Ponzi Schema“ zusammen – so auch geschehen bei Bernard Madoff.

Durch die Finanzkrise sahen sich viele Investoren gezwungen, ihr Geld aus Madoffs Anlagefirma abzuziehen. Sein Unternehmen konnte die Forderungen jedoch nicht erfüllen, da die notwendige Liquidität nicht vorhanden war. So stürzte das Kartenhaus Madoffs zusammen.

JP Morgan in der Schusslinie

Der Betrug flog mitten in der Finanzkrise 2008/2009 auf. Viele Anleger verloren dabei sämtliche Ersparnisse. Ihre einzige Hoffnung war dabei, das Geld einzuklagen. Doch vom laufenden Insolvenzverfahren um Madoffs Vermögen profitieren vor allem Großbanken und Direktinvestoren. Kleinanleger, die über Banken wie UBS investiert haben, drohten dabei leer auszugehen.

Ihre Hoffnung ist ein Opferfonds, der hauptsächlich von der Großbank JP Morgan gespeist wird. 1,7 Milliarden US-Dollar musste die ehemalige Haubank Madoffs an die Opfer zahlen. Der Bank wird zum Vorwurf gemacht, bei den Geschäften weggesehen zu haben, um weiterhin hohe Gebühren und Provisionen kassieren zu können.

Nach Madoffs Betrug: Anleger verunsichert

Was bleibt, ist ein ungutes Gefühl der Anleger. Solche spektakulären Finanzskandale lassen das Vertrauen von Privatanlegern schwinden.

Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass bei sehr hohen Renditeversprechen das Ausfallrisiko der Anlage meistens entsprechend hoch ist. Generell bleiben besonders Aktien jedoch eine vergleichsweise sichere und zugleich rentable Geldanlage.

12. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.