Unternehmensnachrichten sind in diesen Tagen dünn gesät.
Geschäftszahlen gibt es derzeit allenfalls aus der zweiten und dritten Reihe zu berichten. Für ein Highlight sorgte in der vergangenen Woche der Ingenieur-Dienstleister Bertrandt.
Das SDAX-Unternehmen meldete für das abgelaufene Geschäftsjahr 2010/2011 neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Die Bertrandt-Aktie setzte daraufhin ihre Erholung fort.
Umsatz und Gewinne steigen auf neue Rekordwerte
Im Geschäftsjahr 2010/2011, das im September endete, steigerte Bertrandt den Umsatz um 34% auf 576,2 Mio. Euro, womit der bisherige Rekordwert aus dem Geschäftsjahr 2007/2008 klar übertroffen wurde.
Der operative Gewinn (EBIT) stieg um 37% auf 60,3 Mio. Euro und erreichte damit ebenfalls eine neue Bestmarke. Unter dem Strich verdiente Bertrandt mit 42,0 Mio. Euro rund 35% mehr als im Vorjahr.
Dividende wird um 42% angehoben
Von der positiven Geschäftsentwicklung profitieren auch die Aktionäre. Die Dividende, die nach der Hauptversammlung Mitte Februar nächsten Jahres ausgezahlt wird, soll von 1,20 Euro je Aktie im Vorjahr auf 1,70 Euro je Aktie angehoben werden – ein Plus von fast 42%. Auf Basis des aktuellen Aktienkurses beläuft sich die Dividendenrendite damit auf stattliche 3,6%.
Mehr als ein „normaler“ Autozulieferer
Die großartigen Zahlen unterstreichen die Sonderstellung der Firma. Denn Bertrandt ist weit mehr als nur ein „normaler“ Automobilzulieferer. Mit über 4.000 Ingenieuren ist das schwäbische Unternehmen der mit Abstand größte Entwicklungsdienstleister Europas.
Dabei kann Bertrandt als einziger Konzern die komplette Wertschöpfungskette der Automobilentwicklung anbieten. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch Entwicklungslösungen für die Luftfahrtindustrie an.
Bertrandt profitiert vom technologischen Fortschritt in der Autoindustrie
Eine konkrete Prognose blieb das Management schuldig, man rechnet aber mit einer Fortsetzung der positiven Geschäftsentwicklung. Voraussetzung sei allerdings, dass es zu keiner Eintrübung der konjunkturellen Rahmenbindungen komme und die Automobilhersteller unverändert fleißig in die Entwicklung neuer Modelle investierten.
Wenngleich sich das Unternehmen beim Ausblick sehr bedeckt hielt, ändert dies nichts daran, dass Bertrandt dank seiner Ausnahmestellung über gute Perspektiven verfügt.
Denn der Konzern ist einer der Hauptprofiteure der Entwicklung in der Autoindustrie, wo der Trend zu energiesparenden Motoren und Leichtbau dafür sorgen, dass die Automobilkonzerne viel Geld in die Entwicklung neuer Modelle stecken.
Auch die Tatsache, dass das Unternehmen weiterhin händeringend nach qualifizierten Ingenieuren sucht, unterstreicht die hohe Nachfrage nach den Entwicklungsdienstleistungen von Bertrandt.
Aktie wieder auf dem Weg nach oben
Obwohl das Unternehmen weiter auf Wachstumskurs ist, geriet die Bertrandt-Aktie angesichts der Sorgen um die weitere Konjunkturentwicklung in den letzten Monaten zeitweise massiv unter Druck, konnte sich zuletzt aber deutlich erholen.
Die charttechnische Bodenbildung ist damit geschafft. Zudem signalisiert auch die fundamentale Bewertung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von 11 Aufwärtspotenzial.



