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Berufsunfähigkeitsrente – Steuererklärung auch für Rentner wichtig

Eine Steuererklärung ist für zahlreiche Rentner unumgänglich geworden. Insbesondere Rentner mit zusätzlichen Einkünften sind von der Steuer betroffen.

Die Höhe der Steuer hängt jedoch von einigen verschiedenen Faktoren ab. Nicht allein der persönliche Steuersatz ist entscheidend. Bei der Berufsunfähigkeitsrente wird vor allem zischen der Privaten und Gesetzlichen Rente unterschieden.

Seit Inkrafttreten der neuen Regelungen des Alterseinkünftegesetzes in 2005 sollten Empfänger von Rentenleistungen ihre Steuerpflicht noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Private Berufsunfähigkeitsrente – Ertragsanteil entscheidend

Nach dem Rentenrecht fallen Renten unter die Definition des Einkommens und unterliegen demnach der Steuer. Auch die Berufsunfähigkeitsrente zählt dazu.

Oberhalb der Freigrenzen ist der Ertragsanteil zu versteuern. Die Höhe des Ertragsanteils richtet sich dann nach der Leistungsdauer des Vertrages und dem Zeitpunkt, ab wann die Berufsunfähigkeitsrente ausgezahlt wird.

Das bedeutet: Je eher und damit länger eine Berufsunfähigkeitsrente in Anspruch genommen wird, desto höher wird auch der Ertragsanteil besteuert. In der Regel wird der Ertragsanteil mit jedem Jahr mehr Laufzeit auch mit einem Prozentpunkt mehr besteuert. Seit 2005 regelt das Alterseinkünftegesetz die Rentenbesteuerung.

Gesetzliche Berufsunfähigkeitsrenten (seit 2001 Erwerbsminderungsrenten) werden nun nicht mehr nach dem Ertragsanteil versteuert, sondern nach dem so genannten Besteuerungsanteil. Mit dieser nachgelagerten Besteuerung sollen bis 2040 die gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrenten voll steuerlich geltend gemacht werden.

Besteuerung der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente

Die Berufsunfähigkeitsrente wurde 2001 mit Einsetzen der Rentenreform durch die Erwerbsminderungsrente faktisch abgeschafft und ersetzt.

Die Neuerungen der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente bestehen insbesondere darin, dass nun alle Erträge, die über den Freigrenzen liegen, ab 2005 zu 50% der Besteuerung unterliegen und dann jedes Jahr bis 2020 sukzessive um 2 Prozentpunkte gesteigert werden.

Dann erfolgt eine Steigerung von einem Prozent bis zum Jahr 2040. Ab diesem Zeitpunkt ist für eine 100%-ige Versteuerung der Erwerbsminderungsrente gesorgt.

Obacht bei Berufsunfähigkeitsrenten aus der betrieblichen Altersvorsorge: Diese werden, soweit deren Beiträge steuerfrei gestellt wurden, voll versteuert.

Steuerliche Vergünstigungen beachten

Derzeit sind jedoch nur etwa ein Drittel der Rentner von der neuen Steuerregelung des Alterseinkünftegesetzes betroffen. Sie beziehen in den meisten Fällen zusätzliche Einkünfte und gelangen so über den Grundfreibetrag. Die Steuerpflicht kann aber auch umgangen werden.

Abzüge durch die Werbungskostenpauschale, Versicherungsbeiträge, sonstige außergewöhnliche Belastungen oder etwaige andere steuerliche Vergünstigungen sorgen mitunter für eine Befreiung der Steuer oder zumindest eine Minderung der Steuerforderungen.

Und auch für Erwerbstätige wirkt sich das neue Gesetz während der Berufstätigkeit durchaus positiv aus: Altersvorsorgeaufwendungen während des aktiven Erwerbslebens sorgen durch erhöhte Abzugsmöglichkeiten für eine verminderte Steuerbelastung.

Bei der Steuererklärung der Berufsunfähigkeitsrente sollte vor allem eines beachtet werden: Bei einer privaten Berufsunfähigkeitsrente muss der Ertragsanteil besteuert werden.

Handelt es sich jedoch um eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente bzw. Erwerbsminderungsrente, muss der aktuell geltende Besteuerungsanteil im Fokus stehen.

9. Dezember 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.