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Beschädigung der Mietsache: Wer zahlt was? Und warum?

Ist Ihr Mieter wegen einer unwirksamen Vertragsklausel nicht zu Schönheitsreparaturen verpflichtet, können Sie unter Umständen trotzdem einige Renovierungsarbeiten von ihm verlangen.

Nämlich dann, wenn der renovierungsbedürftige Zustand nicht durch eine vertragsgemäße Nutzung der Mieträume hervorgerufen wurde, sondern durch eine Beschädigung der Mietsache.

Für selbst verschuldete Schäden muss der Mieter immer einstehen, auch wenn er zu Schönheitsreparaturen nicht verpflichtet ist.

Typische Beispiele für Beschädigungen der Mietsache sind:

  • Wasserschäden an Tapeten oder Fußböden
  • Schimmelpilzbefall durch unzureichende Lüftung

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  • Rotweinflecke oder Brandflecke auf dem Teppichboden

Raucher müssen zahlen

Hat Ihr Mieter in erheblichem Umfang geraucht, sodass die Wohnung völlig verqualmt ist? Dann können Sie von ihm Schadensersatz fordern, wenn zur Beseitigung der Tabakspuren weitergehende Maßnahmen als die üblichen Schönheitsreparaturen erforderlich sind.

Müssen Sie beispielsweise die Wände mit speziellen Mitteln behandeln lassen, um den Tabakgeruch und die Ablagerungen zu beseitigen, zahlt Ihr Mieter die Mehrkosten.

Bei „Verschlimmbesserung“ zahlt der Mieter

Gibt der Mieter die Wohnung bei Mietende nur laienhaft oder in knallbunten Farben renoviert zurück, und haben Sie durch diese „Verschlimmbesserung“ jetzt einen höheren Renovierungsaufwand, als Sie ohne die „Schönheitsreparaturen“ des Mieters gehabt hätten, dann können Sie ebenfalls Schadensersatz in Höhe Ihrer Mehrkosten verlangen (BGH, Urteil v. 10.02.09, Az. VIII ZR 166/08).

So berechnen Sie Ihre anteiligen Kosten für die Neuanschaffung

Zerstört Ihr Mieter schuldhaft Teile der gemieteten Wohnung oder der von Ihnen gestellten Einrichtung, muss er selbstverständlich den Schaden ersetzen.

Ist eine Reparatur nicht möglich, bleibt nur der Austausch der schadhaften Sache gegen eine neue. In diesem Fall müssen Sie einen Teil der entstehenden Kosten jedoch selbst tragen.

Der erst 4 Jahre alte Teppichboden weist Brandflecke auf, die sich nicht anders als durch einen Austausch des Teppichbodens beseitigen lassen.

Durch den neuen Bodenbelag anstelle des alten Vorgängers erhalten Sie einen wirtschaftlichen Vorteil, für den Ihr Mieter nicht zahlen muss.

Bei der Berechnung des Schadensersatzanspruchs müssen Sie sich daher einen sogenannten Abzug „Neu für Alt“ gefallen lassen. Dessen Höhe ist abhängig von der üblichen Lebensdauer des beschädigten Gegenstands und dessen bisherigem Alter.

Ihren Schadensersatzanspruch unter Berücksichtigung eines Abzugs „Neu für Alt“ berechnen Sie für das obige Beispiel so:

  • Der Abzug „Neu für Alt“ beträgt 40%.
  • Sie können 60% Ihrer Kosten, also 480 €, vom Mieter als Schadensersatz verlangen.

7. Januar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.