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Bestellerprinzip: 3 Folgen der Gesetzesänderung für 2016

Seit Juni 2015 gibt es das Bestellerprinzip. Demnach muss derjenige für die Vermittlungskosten einer Immobilie aufkommen, der den Makler beauftragt. Also in der Regel der Vermieter – und nicht der Mieter.

Viele haben die Entwicklung seitdem genau verfolgt, andere aber nicht. Was ist seitdem anders geworden? Zwar gibt es noch keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu – aber erste Ergebnisse und Einschätzungen sind durchaus vorhanden. Hier ein Überblick.

Folge 1: Weniger Mietwohnungen laufen über den Makler

Viele Makler haben sich aus dem Geschäft mit der Vermittlung von Mietwohnungen zurückgezogen, denn es ist aufwändig und wenig lukrativ. Maximal 1 bis 1,5 Monatsmieten sind tatsächlich am Markt durchsetzbar (früher waren die gesetzlich maximal erlaubten 2 Monatsmieten plus Mehrwertsteuer Standard).


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Und dann kommt da noch die Unsicherheit dazu: Zahlt der Vermieter wirklich? Oft genug behauptet der nämlich, gar nicht über den Makler an die betreffenden Mieter gekommen zu sein, sondern über die Anzeige in einem Immobilienportal…

Folge 2: Vermittlung „unter der Hand“ in begehrten Wohnlagen

Ob die Mieter etwas von dieser vermeintlich so verbraucherfreundlichen Regel haben? Auch das darf bezweifelt werden, auch wenn es vordergründig für sie erst einmal billiger geworden ist, weil sie die Maklerprovision meist nicht zahlen müssen.

Doch viele Vermieter verzichten ganz auf die Einschaltung eines Maklers, dessen Kosten sie nach dem Bestellerprinzip ja jetzt selbst tragen müssten. Das wirkt sich vor allem in begehrten Wohnlagen aus. Dort werden viel mehr Wohnungen unter der Hand vergeben, also ganz ohne Vermittlung eines Maklers.

Entweder, der Vermieter sucht auf eigene Faust. Oder er verpflichtet die Vormieter, die womöglich vor der vereinbarten Kündigungsfrist aus ihrer Wohnung herauswollen, einen Nachmieter zu stellen. Ob das die Mieter begünstigt, sei dahingestellt. In der Regel wohl eher nicht.

Folge 3: Viele Makler sind in ihrer Existenz gefährdet

Kein Makler darf einem Mietinteressenten ein Objekt aus seinem Bestand anbieten. Er muss sich eigens dafür auf die Suche machen. Das ist ein weiterer Grund dafür, warum sich Makler zunehmend aus dem Geschäft mit den Mietwohnungen und Mietshäusern zurückziehen. Der Aufwand ist sehr, sehr hoch im Vergleich zu dem, was sich mit der Vermittlung solcher Objekte verdienen lässt.

Fazit: Ein ganzer Berufsstand wurde durch diese Gesetzesänderung gründlich durchgeschüttelt – und ob die Mieter wirklich etwas davon haben, wird sich erst noch weisen müssen. Als Vermieter oder Verwalter sollte man allerdings durchaus überlegen, ob es nicht in bestimmten Fällen sinnvoll sein kann, auch zur Vermietung einen Makler einzuschalten.

Gerade bei der Suche nach solventen Mietern kann er lästige Vorarbeiten abnehmen. So zum Beispiel die Bonitätsprüfung, also die Prüfung der Zahlungsfähigkeit potenzieller Mietinteressenten. Viele Makler haben Zugang zu den Datenbanken von Wirtschaftsauskunfteien. Dadurch können sie „faule Eier“ schon einmal von vornherein aussortieren.

Außerdem wissen Makler auch genau, was sie bei einer Selbstauskunft verlangen und wie sie die Plausibilität der Angaben überprüfen können. Allein diese Dienstleistung kann die verlangte Maklerprovision bereits rechtfertigen, hilft sie doch, spätere Zahlungsausfälle zu vermeiden.

29. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.