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Betriebliche Altersvorsorge und Wertpapiere: Gehaltsumwandlung für mehr Rente

Es gibt mehrere Möglichkeiten einer betrieblichen Altersvorsorge. Am weitesten verbreitet sind Direktversicherungen und Pensionskassen.

Pensionskassen sind im Prinzip nichts anderes als kleine Versicherungsgesellschaften, die ebenfalls betriebliche Rentenversicherungen anbieten.

Direktversicherungen sind stets Rentenpolicen, die Ihr Arbeitgeber für Sie abschließt (für Verträge mit Pensionskassen gilt Entsprechendes). Die Einzahlungen werden üblicherweise aus Ihrem Bruttogehalt geleistet.

Hier spricht man von einer Gehaltsumwandlung: Das Gehalt wird von einer Barauszahlung in eine Einzahlung in die betriebliche Rente umgewandelt.

Auch solche Betriebsrenten sind staatlich gefördert, denn auf das eingezahlte Geld fallen keine Steuern und Sozialversicherungen an. Das gilt allerdings nur, sofern sie 4% der Beitragsbemessungsgrenze nicht übersteigen.

Die Beitragsbemessungsgrenze ist das Gehalt, ab dem der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr steigt.

2016 liegt diese Grenze bei 74.400 €. Somit können Sie in diesem Jahr maximal 2.976 € in Ihre Direktversicherung einzahlen, ohne darauf Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen. Die Auszahlungen müssen Sie später allerdings voll versteuern. Sie haben prinzipiell 2 Möglichkeiten, nämlich eine normale oder eine fondsgebundene Direktversicherung.

Normale Direktversicherung: Mindestzins gesetzlich vorgeschrieben

Bei normalen Direktversicherungen schreibt der Gesetzgeber einen garantierten Mindestzins vor, der sich offiziell „Höchstrechnungszins“ nennt. Das heißt, der Versicherer muss das eingezahlte Geld mit einem festgelegten Zinssatz verzinsen. Weniger auszahlen darf er nicht (mehr aber sehr wohl).

Aus heutiger Sicht sehr lukrativ sind daher Verträge, die zwischen 1995 und 2000 abgeschlossen wurden. Da lag dieser gesetzlich vorgeschriebene Höchstrechnungszins bei 4% pro Jahr. Seitdem ist er allerdings gesunken und liegt aktuell bei Verträgen, die 2013 abgeschlossen werden, nur noch bei 1,25%.

Fondsgebundene Direktversicherung

Keine Vorschriften in Bezug auf die Mindestzinsen gibt es bei fondsgebundenen Direktversicherungen. Die Höhe der Auszahlung hängt damit wesentlich von den Fonds ab, in die die Versicherung investiert.

Manchmal haben Sie selbst als Versicherter die Wahl, in welche(n) Fonds Sie investieren möchten. Oft aber gibt die Versicherungsgesellschaft das vor. Da Sie nicht wissen, wie erfolgreich der Fondsmanager wirtschaftet, empfehle ich Ihnen diese Variante nicht.

Wertpapiere: Eine sinnvolle, sehr flexible Ergänzung

Kaum irgendwelchen Reglementierungen unterliegt die Geldanlage an der Börse. Klar ist allerdings: Das Geld, das Sie in Wertpapiere investieren, stammt aus Ihrem Nettogehalt.

Sie können also bei dieser Form der Altersvorsorge keine Steuern und keine Sozialversicherungen sparen. Dafür aber werden die Auszahlungen steuerlich recht günstig behandelt.

Sie zahlen 25% Abgeltungssteuer auf Ihre Kapitalerträge plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Also in der Regel weniger (beziehungsweise maximal so viel) wie Ihren persönlichen Einkommensteuersatz.

Zudem sind die Renditen, die Sie vor allem mit Aktien und Aktienfonds erreichen können, weitaus attraktiver als bei allen bisher genannten Sparformen.

Fondssparpläne als regelmäßiges Investment

Wenn Sie nicht alles verfügbare Geld auf einmal investieren wollen, empfehle ich Ihnen Fonds- oder ETF-Sparpläne. Hier können Sie monatlich oder quartalsweise feste Einzahlungen leisten, von denen dann Fondsanteile gekauft werden. Besonders günstig sind Sparpläne auf börsengehandelte Indexfonds, sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds).

Hier entfällt der Ausgabeaufschlag, und die jährlichen Verwaltungsgebühren sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sehr niedrig. Bei Fonds- und ETF-Sparplänen profitieren Sie vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt).

Da die Fondsanteile immer von gleichbleibenden Raten (z. B. 100 €) gekauft werden, kaufen Sie stets vergleichsweise günstig ein. Denn ist der Kurs hoch, werden entsprechend weniger Fondsanteile gekauft, ist er niedrig, sind es entsprechend mehr. Auf die Dauer lässt sich mit Fondssparplänen ein beträchtliches Vermögen für die Altersvorsorge ansparen. Weitere

Vorteile:

  • Sie können die Sparraten beliebig erhöhen oder reduzieren.
  • Sie sind an keine Laufzeit gebunden und haben jederzeit Zugriff auf Ihr angespartes Vermögen.
  • Sie haben die freie Wahl, in welche(n) Fonds oder ETF Sie investieren. Nur sparplanfähig muss er sein.

11. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.