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Betriebsergebnis und EBIT: Berechnung und Aussagekraft einfach erklärt

Immer wieder trifft man auf die zwei Begriffe EBIT und Betriebsergebnis. Die Berechnung und der Gebrauch dieser Kennzahlen sind leider häufig verwirrend, ungenau oder sogar falsch.

Hier bringen wir Licht ins Dunkel und erklären Ihnen die Bedeutung der Kennzahlen für die Aktienanalyse.

Betriebsergebnis: Berechnung der 2 gebräuchlichen Verwendungen

Bereits beim Betriebsergebnis fangen die Schwierigkeiten an. Verschiedenste Fachleute bezeichnen als Betriebsergebnis verschiedenste Dinge.

Im Finanzwesen haben sich zwei Betrachtungsweisen etabliert:

  1. Rechtlich definiert das Bewertungsgesetz im Rahmen der Steuergesetzgebung den Begriff Betriebsergebnis.Die Berechnung erfolgt dabei über einen Vergleich des Betriebsvermögens z.B. einer Aktiengesellschaft von Anfang und Ende des Wirtschaftsjahres.Nach dieser Definition ist es egal, durch welche Art von Aufwendungen oder Erträgen das Betriebsergebnis erreicht wurde.
  2. Ein Anleger stößt auf das Betriebsergebnis meist beim Lesen der Gewinn- und Verlustrechnung eines Aktienunternehmens. Dort wird der Begriff jedoch anders verwendet. Das Betriebsergebnis ist dann gemäß den Regeln des Handelsgesetzbuchs der Ertrag, den ein Unternehmen vor Steuern und Zinszahlungen mit seinem eigentlichen Geschäftszweck erzielt.Bei dieser Definition und Verwendung entfallen also alle Erträge und Kosten, die nicht zum operativen Geschäft gehören.

EBIT: Die Varianten und die Unterschiede zum Betriebsergebnis

Man hört häufig, das Betriebsergebnis wäre die deutschsprachige Entsprechung des EBIT. Das ist grob richtig, aber leider manchmal auch falsch.

EBIT steht für Earnings before Interest and Taxes, also wörtlich Gewinn vor Zinsen und Steuern. Auch das EBIT entsteht als Kennzahl im Rahmen der Gewinn- und Verlustrechnung eines Unternehmens.

Zwei Verwendungen des Begriff EBIT sind gebräuchlich:

  1. EBIT sind sämtliche Gewinne des ordentlichen und außerordentlichen Geschäfts vor Finanzergebnis und vor der Zahlung von Gewinnsteuern.
  2. EBIT sind die Gewinne des ordentlichen operativen Geschäfts ohne außerordentliches Ergebnis, vor Finanzergebnis und vor der Zahlung von Gewinnsteuern.

Für die 2. Variante der EBIT-Berechnung finden auch die Begriffe Operating Income und Operating Profit Verwendung.

Die Berechnung von Variante 2 des EBIT ist gleichzeitig fast identisch mit Variante 2 des Betriebsergebnisses. Darauf beruht die häufige Aussage, dass EBIT gleich Betriebsergebnis sei.

Das Betriebsergebnis ergibt sich bei Anwendung der Regeln des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB). Das EBIT entsteht bei Anwendung der internationalen Regeln nach IFRS.

Daher können Unterschiede auftreten, auch wenn die Ergebnisse meist ähnlich oder sogar identisch sind.

EBIT und Betriebsgewinn: Eine Berechnung mit Bedeutung für den Investor

Aufschlussreich und entscheidend für einen Investor ist folgendes:

Betriebsergebnis (Variante 2), EBIT (Variante 2), Operating Income oder Operating Profit sind hervorragende Indikatoren für den Erfolg eines Unternehmens im Alltagsgeschäft.

Denn Einflüsse durch das Zinsumfeld, durch günstige oder ungünstige Finanzierungen oder durch Steuergesetze sind bereits herausgerechnet.

Anhand dieser Kennzahl können Sie als Investor also hervorragend beurteilen, ob ein Unternehmen die Profitabilität seiner Produkte und Dienstleistungen über die Jahre halten oder sogar steigern kann.

3. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sven Eltzschig
Von: Sven Eltzschig. Über den Autor

Sven Eltzschig beschäftigt sich mit den Themen Unternehmertum, Wirtschaft, Politik und Kapitalanlage. Als Ingenieur mit einem Master in Business Excellence übernimmt er Rollen in Beratung, Aufbau, Transformation und Führung von Unternehmensbereichen in der IT, Industrie und Dienstleistungsbranche. Unternehmertum und Kapitalanlage sind für Sven Eltzschig das Investieren von Ressourcen in Ideen, welche die Welt von morgen noch besser machen.