MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Betriebskosten: So vermeiden Sie Ärger bei hohen Nachzahlungen

Die Betriebskosten steigen derzeit außerordentlich stark an, vor allem die Kosten für Energie, Wasser, Abwasser und Müllabfuhr. Die Kennzeichnung der Betriebskosten als „Zweite Miete“ ist zurzeit deshalb treffender als je zuvor.

Betriebskosten: Hohe Nachforderungen sind Grund zum Ärger

Wenn Sie sich als Vermieter an die Betriebskostenabrechung machen, wird sich in zahlreichen Fällen eine Nachforderung zu Lasten des Mieters ergeben. Vielerorts sogar im hohen dreistelligen Bereich.

Ganz klar: Für den Mieter handelt es sich dabei um Zusatzausgaben, für die er oftmals keine Vorsorge getroffen hat.

Diese Vorwürfe sind jedoch regelmäßig unberechtigt. Zwar haben früher tatsächlich einige Gerichte geurteilt, dass Sie als Vermieter bei zu gering kalkulierten Vorauszahlungen Nachforderungen von nur höchstens 30% der Vorauszahlungen verlangen können.

Allerdings hatte diese Rechtsprechung vor dem Bundesgerichtshof (BGH) keinen Bestand.

Was tun, wenn Nachzahlung verweigert wird

Viele Mieter nehmen diese Nachforderungen zum Anlass sich bei ihren Vermietern zu beschweren. Sie meinen, es sei Ihre Aufgabe als Vermieter, die Nebenkostenvorauszahlungen so zu planen, dass mit einer Nachforderung in Höhe von mehreren 100 € oder noch mehr nicht gerechnet werden muss.

Die Richter des BGH entschieden klipp und klar: Der Mieter darf nicht darauf vertrauen, dass mit seinen Vorauszahlungen die tatsächlichen Kosten auch nur annähernd gedeckt seien.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Dies ist nur richtig, denn als Vermieter haben Sie keinen Einfluss auf die Kostenentwicklung und zwar erst recht nicht bei den verbrauchsabhängigen Nebenkosten. Theoretisch sind also Nachzahlungen des Mieters in unbegrenzter Höhe möglich.

Vorsicht bei ausdrücklichen Zusicherungen bei Betriebskosten

Bei Neuvermietungen wird sogar der Vorwurf erhoben, die Nebenkosten seien bewusst zu niedrig angesetzt. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn Sie Ihrem Mieter ausdrücklich zugesichert hätten, dass seine Vorauszahlungen ausreichen, die tatsächlichen Kosten zu decken.

Bewahrheitet sich diese Zusicherung nicht, könnte Ihr Mieter Schadensersatz von Ihnen in Höhe der Nachforderung verlangen, die Nachforderung also letztlich verweigern.

Wenn eine Diskrepanz zwischen den entstandenen Kosten und den Vorauszahlungen Ihres Mieters entstanden ist, passen Sie seine Vorschusszahlungen für das kommende Jahr an.

Hierzu sind Sie als Vermieter berechtigt. Und auch Ihr Mieter darf dies seinerseits von Ihnen verlangen, um so Nachzahlungen vorzubeugen.

Das Gleiche gilt auch in den sehr seltenen Fällen, dass ein Mieter wirklich einmal über die Höhe der anfallenden Betriebskosten von seinem Vermieter arglistig getäuscht wurde und der Mieter dies auch beweisen kann.

In einem solchen Fall könnte der Mieter zudem die Aufhebung des Mietvertrages verlangen.

Musterbrief für die Anpassung der Vorauszahlungen

Muss der Mieter die Nachzahlungen also in aller Regel zahlen, so ist eines für Sie als Vermieter aber auch klar:

Je mehr die Vorauszahlungen den wirklichen Kosten entsprechen, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Nachforderung überhaupt entsteht und damit auch das Risiko, Ihrem Mieter wegen der Nachforderung hinterherlaufen zu müssen.

Und dies ist natürlich besonders ärgerlich, da Sie Ihrem Mieter die Betriebskosten genau genommen ja vorstrecken. Dabei muss gar keine böse Absicht dahinter stecken:

So mancher Mieter ist finanziell schlicht nicht in der Lage, eine Nachzahlung zu bewältigen.

Wichtig: Die Anpassung der Vorauszahlungen kann aber nur nach einer Abrechnung verlangt werden. Auch ist erforderlich, dass Sie die Anpassung Ihrem Mieter in „Textform“ mitteilen, also etwa durch Brief oder E-Mail.

Mit Zugang dieser Mitteilung hat Ihr Mieter dann die geänderten Vorauszahlungen zu zahlen. Dabei empfiehlt sich für Sie als Vermieter, die Anpassung mit der Nachforderung zu verbinden und wie folgt zu formulieren:

Sehr geehrter Mieter, aus der beiliegenden Betriebskostenabrechung für das Jahr (…) ergibt sich eine Nachforderung in Höhe von (…) €. Sie werden gebeten, die entsprechende Zahlung bis zum (…) auf das Ihnen bekannte Konto zu leisten. Angesichts der gestiegenen Betriebskosten sind von Ihnen ab (…) geänderte Vorauszahlungen zu leisten und zwar in Höhe von (…) monatlich. Ich bitte gegebenenfalls um entsprechende Änderung Ihres Dauerauftrags.

7. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.