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Bewertung von Rohstoff-Aktien: Das kann das Kurs-Cashflow-Verhältnis

Für die Rohstoff-Branche gelten derzeit (Stand: Juli 2015) verschärfte Bedingungen. Die Nachfrage bei vielen Industrie-Rohstoffen ist extrem schwach.

Gleichzeitig sind aber viele Produzenten dazu gezwungen, weiterhin hohe Mengen zu fördern.

Sie benötigen den Cashflow um entweder Schulden zu bezahlen oder weitere Investitionen in neue Projekte tätigen zu können.

Daher schaue ich bei vielen Werten eher auch auf den Cashflow als auf den Gewinn.

KCV die entscheidende Größe

Dabei lässt es sich auf die einfache Formel herunterbrechen:

Bei Minen-Konzernen ist das Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) die maßgebliche Größe und nicht das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV).

Im Grunde funktioniert diese Verhältnis-Zahl exakt genauso.


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Beim KGV wird der Gewinn des Unternehmens im Verhältnis zum Kurs gesetzt. Beim KCV wird der Cashflow des Konzerns als Basis genommen.

Insofern ist es schon spannend, auch einmal verschiedene Branchen genauer mit dieser Kennziffer zu vergleichen.

Hier habe ich als Basis einmal die Aktien-Analyse herangezogen. In diesem Standardwerk zur Fundamental-Analyse von Aktien werden zahlreiche Branchen miteinander verglichen.

Seit mehr als 20 Jahren erscheint die Aktien-Analyse nun bei GeVestor. Mittlerweile umfasst der Aktien-Kosmos mehr als 550 Unternehmen – darunter auch 10 Minenwerte.

Minenwerte aktuell sehr niedrig bewertet

Nach Angaben der Analysten der Aktien-Analyse beläuft sich derzeit (Stand: Juli 2015) das durchschnittliche Kurs-Cashflow-Verhältnis der Minen bei knapp 5.

Diese Zahl allein sagt allerdings noch nicht viel aus. Hier hilft uns nur der Branchen-Vergleich weiter.

Doch dann wird sehr schnell die klare Unterbewertung der Minen-Branche deutlich: So liegt das KCV der Handels-Branche beispielsweise bei fast 13.

Die Pharma- und Gesundheits-Branche bringt es auf einen Wert von knapp 20 und der Bereich Drogerie und Kosmetik erreicht immerhin 17.

2 anschauliche Beispiele

Der Blick auf die Einzelwerte ist auch spannend. Hier heben sich beispielsweise gleich 2 Werte deutlich vom Rest ab:

Das ist einerseits der Industriemetall-Gigant Vale aus Brasilien mit einem Wert von nur 2,7.

Anglo American auf der anderen Seite weist auch nur ein KCV von 2,9 aus.

Gleichzeitig ist auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis mit 13 deutlich unter dem Durchschnitt der Rohstoff-Branche.

Allerdings investiert Anglo American derzeit auch extrem viel. Laut der internen Planungen werden beispielsweise im laufenden Geschäftsjahr rund 91 % des Cashflows in Investitionen fließen. Damit fällt eben auch der Gewinn niedriger aus.

Für die Kollegen der Aktien-Analyse ist Anglo American derzeit trotz dieser Grenze nicht attraktiv und bekommt nur einen Stern von 5 möglichen. Für die Praxis bedeutet das eine weit unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Fazit

Sie sehen: Das KCV hilft bei der Bewertung des Potenzials von Unternehmen schon weiter und ist gerade in der aktuellen Marktphase wichtig.

Doch als alleinige Bewertungs-Kennziffer reicht sie auch wiederum nicht aus.

21. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.