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Big Mac Index: Ein Burger bewertet die Weltwährungen

Bei der Bestimmung der Kaufkraft einer Währung spielt ein weltweit bekannter Hamburger oftmals eine prominente Rolle – und zwar beim Big Mac Index. Dieser Index, der auch unter dem Namen Big Mac PPP bekannt ist, wird vom amerikanischen Magazin „The Economist“ herausgegeben.

Mit Hilfe des Big-Mac-Index, der zum ersten Mal im Spetember 1986 herausgegeben wurde, wollen die Experten von “The Economist” nicht nur die Thematik der Wechselkurse und des Kaufkraftparitätenkurses auch Laien leicht verständlich zugängig machen, sondern auch die Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen aufzeigen.

Bic Mac Index: Kaufkraftparität gemessen an einem Hamburger

Der Big Mac Index bewertet die Kaufkraftparität (purchasing power parity = PPP) verschiedener Nationen gemessen am Preis eines Big Macs.

Die Untersuchung nimmt dabei die gängige Methode des PPP auf, laut der sich Änderungen am Wechselkurs zweier Währungen auch direkt auf den Preis einer Einkaufstüte mit diversen Lebensmitteln niederschlagen.

Der Big Mac Index ersetzt diese Einkaufstüte durch den weltweit bekannten Hamburger. Und das aus gutem Grund: Der Big Mac ist in über 140 Ländern erhältlich ist. Außerdem besteht er seit über 40 Jahren aufgrund strenger Auflagen durch Franchiseverträge international fast überall standardmäßig aus den gleichen Zutaten: Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Schmelzkäse, Salat, Gewürzgurken, Zwiebeln und Sauce.

Aus kulturellen Gründen werden in manchen Ländern allerdings andere Zutaten verwendet, wie das Beispiel in Indien zeigt. Der Maharaja Mac, das indische Äquivalent zum Big Mac, wird mit Hähnchenfleisch zubereitet.

Big Mac Index: Ein einfaches Prinzip mit Schwächen

Bei der von “The Economist” erhobenen Studie werden die Preise für einen Big Mac in unterschiedlichen Ländern in der inländischen Währung erhoben und werden durch die Umrechnung zu dem zu der Zeit herrschenden Wechselkurs in US-Dollar vergleichbar gemacht. In den neueren Ausgaben des Index ist jedoch auch der Vergleich mit anderen Währungen wie dem Euro oder dem britischen Pfund möglich.

Im Beispiel liegt der Preis eines Big Macs in den Vereinigten Staaten bei 3,57 $, verglichen mit 3,64 € in Deutschland. Daher ist zu erwarten, dass die Wechselkursrate 0,98 beträgt (3,57/3,64 = 0,98). Liegt der Wechselkurs von Dollar in Euro nun höher, würde der Big Mac Index anzeigen, dass der Euro überbewertet ist – und umgekehrt.

Der Index ist natürlich nicht wirklich genau. Zum einen wird der Preis eines Big Macs vom Hersteller McDonald’s bestimmt. Außerdem unterscheiden sich neben Zutaten , auch die Größe des Burgers von Land zu Land. Und auch wenn die Zutaten stimmen sollten: Der Service istnicht eins zu eins vergleichbar – ein chinesischer McDonald’s Angestellter verdient um einiges weniger als die Bedienung in einem Restaurant in der Schweiz.

Trotz der Schwächen wird der Big Mac Index dennoch von vielen Schulen als einfaches Beispiel für die Berechnung der Kaufkraftparität genutzt.

28. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.