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Bilanzkennzahlen: Aufgaben und Erkenntnisse

Schaut man sich die Bilanz eines Unternehmens an, entdeckt man verschiedene Zahlen, die Hinweise auf den Erfolg geben sollen.

Diese Aufgabe der Bilanzkennzahlen ist es, einen schnellen Überblick über Gewinne, Verluste, Renditen und (unter Umständen) Perspektiven zu geben.

Bilanzkennzahlen – Aufgaben und Hintergründe

Bilanzkennzahlen dienen als Hilfestellung bei einer Unternehmensanalyse. Hierdurch lässt sich die aktuelle und künftige wirtschaftliche Lage ableiten.

Aufgrund verschiedener Vergleiche – beispielsweise von Umsatz im Vergleich zum Gewinn vor Steuern – können Rückschlüsse auf die Ertragsstärke und die Kapitalkraft gezogen werden.

Zum einen interessiert sich die eigene Geschäftsführung für diese Werte. Lässt sich doch anhand von ihnen der Managementerfolg messbar und vergleichbar mit anderen Unternehmen machen.

Die Geschäftsführung kann so Schwachstellen identifizieren und entsprechend gegensteuern.

Aber auch Lieferanten interessieren sich für die Bilanzen und die Kennzahlen: Angenommen, ein Zulieferer für Autoteile möchte einen großen Konzern beliefern.

Da solche Lieferungen bei längerer Geschäftsbeziehung selten per Vorkasse, sondern meist auf Rechnung bezahlt werden, ist die Liquidität des Abnehmers von großer Bedeutung.

Muss dieser Insolvenz anmelden, weil er zu wenig Gewinn gemacht oder seine Liquiditätsplanung nicht sauber geführt hat, so fällt das auf die ausstehenden Rechnungen des Lieferanten zurück, der nun auf seine Bezahlung wartet.

Auch Banken haben ein Interesse an den Bilanzkennzahlen. Diese erlauben ebenfalls Rückschlüsse auf die Rückzahlungsfähigkeiten von Krediten oder gar deren erstmalige Bewilligung.

Schließlich leihen auch Banken nur solchen Unternehmen Gelder, bei denen die Rückzahlung nahezu komplett gewährleistet ist.

Mehr zum Thema: Was Ihnen die Bilanz über ein Unternehmen verrät

Die Vorteile von Bilanzkennzahlen

Die Vorteile dieser Bilanzkennzahlen liegen vor allem in der Transparenz und der möglichen Einschätzung eines Unternehmens.

Auch die Vergleichbarkeit zweier unterschiedlicher Unternehmen ist hilfreich. Vergleicht man 2 Unternehmen der gleichen Branche, so kann man oft das „bessere“ Unternehmen anhand von Bilanzkennzahlen identifizieren.

Werden zum Beispiel 2 Automobilhersteller betrachtet, von denen ein Hersteller vielleicht 10 Mrd. € Umsatz im Jahr, der andere allerdings 220 Mrd. € Umsatz macht, so ist es schwierig, nur anhand dessen einen Vergleich zu ziehen.

Durch die Bilanzkennzahlen können allerdings die Umsatzrentabilität, die Liquidität oder auch die Eigenkapitalquote abgelesen und interpretiert werden.

Mehr zum Thema: Eine Bilanz richtig auswerten

Die Nachteile von Bilanzkennzahlen

Die reine Betrachtung von starren Zahlen hat keine 100%ige Aussagekraft über die künftige wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens.

Die Kennzahlen liefern keine Vision, keine Wettbewerbsvorteile, keine Produktunterschiede, keine immateriellen Werte wie wichtige Patente und Know-How. Auch geben sie keine Auskunft über die langfristige Strategie eines Unternehmens.

Da es auch einiges an Zeit kostet, diese Kennzahlen zusammenzutragen, ist es immer auch ein Blick in die Vergangenheit.

Hinzu kommt das sogenannte „Window-Dressing“. Da die Bilanzkennzahlen bei einer Vielzahl von Unternehmen offen einsehbar sind, werden oftmals noch Positionen in der Bilanz geschönt.

So werden beispielsweise Altlasten abgestoßen oder kurzfristig Verbindlichkeiten aufgenommen, um verschiedene Effekte zu erzielen.

Trotz der Unvollkommenheit ist die Analyse von Bilanzkennzahlen dennoch interessant und wichtig für Unternehmer, Investoren und Anleger.

10. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.