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Bilanzkennzahlen: Eine Übersicht

Das Handelsgesetzbuch legt fest, dass Unternehmen eine Bilanz aufstellen müssen. Neben der rechtlichen Notwendigkeit haben diese wirtschaftlichen Kennzahlen jedoch auch einen Nutzwert, wenn es um die Bewertung des betreffenden Unternehmens geht.

Die Bilanzkennzahlen geben eine Übersicht über Stand und Entwicklung und ermöglichen so oft ein Urteil darüber, ob es sich um ein gesundes Unternehmen handelt.

Bilanzkennzahlen-Übersicht: Der Vermögensaufbau

Der Vermögensaufbau eines Unternehmens (auch Konstitution) wird in Prozent angegeben. Er gibt Aufschluss über das Verhältnis von Anlage- und Umlaufvermögen.

Formel  

Den Vermögensaufbau (Konstitution) berechnen

$$\bo\text"Vermögensaufbau"↙\text"(Konsitution)"=(\text"gesamtes Anlagevermögen"/\text"gesamtes Umlaufvermögen")*100$$
Ergebnis berechnen

Bei einer Konstitution von 200% entspricht das Anlagevermögen dem doppelten Umlaufvermögen.

Die Anlagequote

Hierbei wird der Anteil des Anlagevermögens mit dem Gesamtvermögen in Verhältnis gesetzt. Je geringer das Anlagevermögen ist, desto liquider ist das betreffende Unternehmen.

Die Anlagequote als Teil der Bilanzkennzahlen gibt eine Übersicht darüber, wie es um die finanzielle Lage eines Unternehmens bestellt ist. Sie wird auch als Anlageintensität bezeichnet und ebenfalls in Prozent ausgedrückt.

Formel  

Die Anlagenintensität berechnen

$$\bo\text"Anlagenintensität"=(\text"Anlagevermögen"/\text"Umlaufvermögen")*100$$
Ergebnis berechnen

Die Umlaufquote

Die Umlaufquote (auch Umlageintensität) steht für den Anteil des Umlaufvermögens im Vergleich zum Gesamtvermögen des Unternehmens.

Auch sie gibt Aufschluss über die Finanzlage. Bei einem hohen Anteil des Umlaufvermögens geht man oft von zu hohen Lagerbeständen aus.

Formel  

Die Umlaufquote berechnen

$$\bo\text"Umlaufquote"=(\text"gesamtes Umlaufvermögen"/\text"Gesamtvermögen")*100$$
Ergebnis berechnen

Die Eigenkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite beschreibt, wie sich das Eigenkapitel eines Unternehmens innerhalb des bilanzierten Geschäftsjahres verzinst hat.

Die Kennzahl wird ebenfalls prozentual ausgedrückt und zeigt, welcher Anteil des Unternehmensgewinns auf das angelegte Kapital anfällt. Je höher diese Rendite ausfällt, desto besser wird das Unternehmen beurteilt.

Formel  

Die Eigenkapitalrendite (ROE) berechnen

?
Mit dieser Formel berechnet man ganz einfach die Rendite des Eigenkapitals bei einer Aktiengesellschaft. Die häufig verwendete Bezeichnung "ROE" (Return on Equity) ist lediglich die englische Übersetzung von "Eigenkapitalrendite".
$$\bo\text"Eigenkapitalrendite" = (\text"Gewinn" / \text"Eigenkapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Mehr zum Thema: Eigenkapitalrendite – Die Verzinsung des eigenen Kapitals

Die Umsatzrentabilität

Hier wird Aufschluss darüber gegeben, welcher Anteil der Einnahmen eines Unternehmens als Gewinn verbucht werden kann.

Liegt der Wert über 10%, ist das Unternehmen sehr rentabel, unter 5% rentiert es sich eher nicht.

Formel  

Umsatzrendite berechnen

?
Diese Formel zeigt die Berechnung der Umsatzrendite ohne Zinsaufwand an.
$$\bo\text"Umsatzrendite" = ( \text"Gewinn" / \text"Umsatz"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Der ROI (Return on Investment)

Wird die Umsatzrentabilität mit der Umschlaghäufigkeit des Gesamtkapitals multipliziert, ergibt sich der ROI-Wert, der den finanziellen Erfolg eines Unternehmens mit dem gesamten gebundenen Kapital des Unternehmens in Verhältnis setzt.

So kann abgelesen werden, wie viel Gewinn das in die Firma investierte Kapital erwirtschaftet. Das macht den Wert interessant für potenzielle Investoren.

Formel  

Return on Investment (ROI) berechnen

$$\bo\text"ROI" = [(\text"Gewinn" / \text"Umsatz"\)* (\text"Umsatz" / \text"Gesamtkapital"\)]*100$$
Ergebnis berechnen

Mehr zum Thema: Return on Investment: Beispiel zum Projektvergleich

Der Cashflow

Der Cashflow stellt den Überschuss an Finanzmitteln innerhalb eines Geschäftsjahres dar.

Kann ein Unternehmen einen guten Cashflow vorweisen, so ist es in der Lage, laufende Geschäfte, zukünftige Anlagen und Dividenden aus eigenen Mitteln zu stemmen.

Daraus ergibt sich, dass der Eigenkapitalanteil umso größer ist, je größer der Cashflow ist. Er gehört somit zu den wichtigsten Bilanzkennzahlen.

Eine Übersicht über die Berechnung gestaltet sich hierbei etwas komplexer, da viele Posten berücksichtigt werden müssen. Dazu gehören unter anderem Gewinn- und Verlustvorträge des Vorjahres, Rücklagen und Abschreibungen.

Mehr zum Thema: Cashflow-Analyse in Geschäftsberichten: Dahin fließt das Geld

Der Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad setzt Eigen- und Fremdkapital in ein Verhältnis. Je höher der Anteil des Fremdkapitals ist, desto stärker ist ein Unternehmen an Geldgeber von außerhalb gebunden, was auf Kosten der Flexibilität geht.

Formel  

Statischen Verschuldungsgrad berechnen

?
Der statische Verschuldungsgrad bildet das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital ab. Dieser sagt somit etwas über die Finanzierungsstruktur des Unternehmens aus. In der Regel gilt: Je höher der statische Verschuldungsgrad desto höher das Kreditrisiko der Gläubiger.
$$\bo\text"statischer Verschuldungsgrad" = (\text"Fremdkapital" / \text"Eigenkapital"\)*100$$
Ergebnis berechnen

Diese Übersicht über wichtige Bilanzkennzahlen ist keinesfalls vollständig. Für eine umfassende Bilanzanalyse können und sollen auch darüber hinaus Kennzahlen betrachtet und interpretiert werden.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Max Fassbender
Von: Max Fassbender. Über den Autor

Max Fassbender arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.