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Bilanzkennzahlen: Interpretation richtig gemacht

Die Analyse der Bilanzkennzahlen befasst sich mit der Untersuchung der derzeitigen und zukünftigen wirtschaftlichen Lage von Unternehmen anhand des Jahresabschlusses.

Dieser ergibt sich aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung sowie dem Anhang und eventuell einem Lagebericht. Diese Analyse kann intern, also vom Unternehmen selbst, oder extern, also von einem Analysten durchgeführt werden.

Mehr dazu: Bilanzkennzahlen berechnen – wertvolle Analyse der Unternehmensbilanz

Mithilfe der Bilanzanalyse können außerdem einige Kennzahlen eines Unternehmens ermittelt werden, die auch über die Möglichkeiten zur Erfüllung externer Forderungen Auskunft geben können.

Bilanzkennzahlen: Was man bei der Interpretation beachten sollte

Bei der Interpretation von Bilanzkennzahlen kann es Probleme geben, denn betriebswirtschaftliche Kennzahlen sind nicht gesetzlich definiert.

Dadurch ist es möglich, dass beispielsweise ein Unternehmen die Umsatzrendite als Gewinn anders bestimmt als ein anderes Unternehmen, das nicht den Gewinn, sondern den Gewinn vor Steuern (Earnings Before Taxes, abgekürzt EBT) im Verhältnis zum Umsatz angibt.

Außerdem können die Kennzahlen als absolute Größen (also den Gewinn in €) oder als Verhältniskennzahlen beziehungsweise relative Kennzahlen (also den Gewinn im Verhältnis zum Umsatz in Prozent ausgedrückt) angegeben werden. Das kann jedes Unternehmen für sich entscheiden.

Bei einem Unternehmensvergleich sollte also darauf geachtet werden, wie die Unternehmen die Bilanzkennzahlen bestimmt haben.

Interpretation von Bilanzkennzahlen

Für eine Beurteilung der Unternehmenskennzahlen muss ein Maßstab vorliegen, mit dem die Bilanzkennzahlen verglichen werden können. Dafür gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten:

1. Die Vorjahresvergleiche: Vergleiche mit den vergangenen Jahren.

2. Soll-Ist-Vergleiche: Vergleiche mit Soll-, Budget- und Planwerten.

3. Branchenvergleiche: Vergleiche mit anderen Unternehmen derselben Branche.

Beispiel:

Nehmen wir an, ein Automobilhersteller stellt fest, dass sein Umsatz im Geschäftsjahr 2010 5% betragen hat. Diese Bilanzkennzahl sagt uns ohne einen Maßstab nicht besonders viel.

Wenn man aber weiß, dass der Umsatz im vorherigen Jahr, also 2009, 6% betragen hat, der Planumsatz bei 7% lag und ähnliche Unternehmen derselben Branche einen Umsatz von 9% erwirtschaftet haben, wird klar, dass der Automobilhersteller im Vergleich einen schlechten Umsatz erzielt hat.

Bilanzkennzahlen und ihre Aussagekraft

Einzelne Bilanzkennzahlen sind in der Regel nur wenig aussagekräftig. Interessant wird es erst, sobald man sie mit anderen Unternehmen, Vorjahren oder Planwerten vergleicht.

Die Bilanzkennzahlen setzen Posten der Bilanz in ein Verhältnis zueinander und erhalten dadurch ihre Aussagekraft.

Mehr dazu: Bilanzkennzahlen: Auswertung und Entscheidung für ein Investment

Es lassen sich so Erkenntnisse über die Finanzierung, die Flexibilität, die Bonität (Kreditwürdigkeit) oder die finanzielle Stabilität eines Unternehmens gewinnen.

Fazit: Insgesamt muss bei der Interpretation von Bilanzkennzahlen also einiges beachtet werden, aber ein Blick auf die Zahlen ist insbesondere vor einer Investition in ein Unternehmen sehr wichtig.

Denn so können genügend Informationen über die Wirtschaftslage eines Unternehmens sowie deren Kreditwürdigkeit ermittelt werden.

7. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.