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Bilanzsumme: Definition und Aussagekraft für den Privatanleger

Gevestor erklärt, was die Bilanzsumme per Definition ist und wie Anleger und Kapitalgeber aus der Bilanz wertvolle Informationen ziehen können. Die Bilanzsumme ist definiert als die Summe aller Werte, welche in einem Unternehmen stecken. Für Privatanleger, Investoren, Unternehmer und Steuerbehörden ist diese Summe natürlich zentral für die Beurteilung eines Unternehmens nach den jeweils eigenen Erfordernissen.

Bilanzsumme: Definition nach den Regeln des jeweiligen Landes

Wie der Name schon sagt: Die Bilanzsumme ist die Summe aller Posten der Bilanz eines Unternehmens. Jedes Land hat dabei eigene Regelwerke, ein eigenes Bilanzrecht, welche Werte in welcher Form in der Bilanz eines Unternehmens abgebildet sein müssen. Diese Regeln sind ähnlich aber nicht identisch.

In Deutschland ist das Bilanzrecht zum Beispiel im Handelsgesetzbuch (HGB) definiert. Wir haben Ihnen dafür einen Link am Ende des Artikels eingestellt. International agierende deutsche Konzerne bilanzieren jedoch meist nach den internationalen Regeln IFRS oder US-GAAP. Je nach angewendetem Regelwerk und Situation können sich daher unterschiedliche Bilanzsummen für ein und dasselbe Unternehmen ergeben.

Bilanzsumme in der Bilanz: Aus zwei Perspektiven werden Werte im Unternehmen dargestellt

Die groben Bestandteile der Bilanzsumme in einer Bilanz sind weltweit gleich. Die Werte eines Unternehmens werden immer in den zwei Perspektiven Mittelherkunft und Mittelverwendung dargestellt. Diese Perspektiven nennt man die zwei Seiten Aktiva und Passiva einer Bilanz.

Mehr dazu: Bilanz definiert und erklärt – Wie Aktiva und Passiva sich zusammensetzen

Art und Risikostruktur von Vermögen, sowie Schulden und Verbindlichkeiten werden auf diese Weise transparent. Die Bilanz ist die Grundlage für Investoren um die momentane Stabilität und Liquidität eines Unternehmens beurteilen zu können. Dabei gibt es keinen optimalen Wert für die Bilanzsumme oder andere Bilanzkennzahlen. Je nach Marktphase, je nach Risikoneigung der Anleger und je nach aktuellen und erwarteten Zinsen verlangen Anleger eine starke oder tolerieren eine schwächere Bilanz.

Noch ein weiterer Punkt wird klar anhand der oben besprochenen Definition: Bilanzsumme und einzelne Posten der Bilanz verändern sich durch Gewinne und Verluste, Schuldenaufnahme und Schuldenrückzahlungen, sowie Neubewertungen von Unternehmenswerten jederzeit. Bilanz und Bilanzsumme bilden also alle Werte eines Unternehmens in einem bestimmten Moment ab. Hingegen zeigt die Gewinn und Verlustrechnung (GUV) Veränderungen im Laufe der Zeit.

Mehr dazu: Bilanz oder Gewinn- und Verlustrechnung: Nutzen und Unterschiede einfach erklärt

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GUV) verrät einem Investor mehr darüber, wie sich Bilanz und Bilanzsumme, sowie Liquidität und Stabilität eines Unternehmens in der Vergangenheit verändert haben und in der Zukunft vermutlich verändern werden. Sowohl Bilanz als auch GUV finden sich bei Aktiengesellschaften zwingend im Geschäftsbericht. Dieser ist für Investoren und Privatanleger eine hervorragende Quelle um sich ein Bild über ein Unternehmen zu machen.

Fazit: Was Bilanzsumme, Bilanz und GUV Investoren verraten können

Die Bilanzsumme allein hat keinerlei Aussagekraft. Erst die Veränderung der Bilanzsumme und der gesamten Bilanz über mehrere Rechnungsperioden kann einem Investor Wichtiges über Stabilität, Wachstum, Profitabilität oder Neuverschuldung eines Unternehmens verraten.

Bilanzkennzahlen wie Eigenkapitalquote, Fremdkapitalquote oder Verschuldungsgrad geben dabei meist einen besseren Einblick als die Bilanzsumme an sich. Darüber hinaus geben alle Kennzahlen der Bilanz immer nur Auskunft über Stabilität und Liquidität des Unternehmens im Augenblick.

Mehr dazu: Bilanzkennzahlen, Bilanz und GUV richtig interpretieren

Erst anhand der Kennzahlen aus Gewinn- und Verlustrechnung, gemeinsam mit dem Ausblick des Geschäftsberichts und den Erwartungen des Managements, lässt sich abschätzen, wie sich Stabilität und Liquidität des Unternehmens in der Zukunft verändern werden. Als Investor kombinieren Sie also immer die Momentaufnahme der Bilanz mit  den Aussichten eines Unternehmens für die Zukunft. So bekommen Sie schnell ein Gespür, ob sich ein Investment in eine Firma lohnen kann.

30. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sven Eltzschig
Von: Sven Eltzschig. Über den Autor

Sven Eltzschig beschäftigt sich mit den Themen Unternehmertum, Wirtschaft, Politik und Kapitalanlage. Als Ingenieur mit einem Master in Business Excellence übernimmt er Rollen in Beratung, Aufbau, Transformation und Führung von Unternehmensbereichen in der IT, Industrie und Dienstleistungsbranche. Unternehmertum und Kapitalanlage sind für Sven Eltzschig das Investieren von Ressourcen in Ideen, welche die Welt von morgen noch besser machen.