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Biofilm in der Wasserleitung ist kein Mietmangel

Immer wieder kommt es vor, dass Mieter den sogenannten Biofilm in der Wasserleitung als Mietmangel beim Vermieter geltend machen wollen. Doch aus der erhofften Mietminderung wird in den meisten Fällen nichts, denn Hygieneinstitute kamen bereits in der Vergangenheit regelmäßig zu dem Urteil, dass der Biofilm in keiner Weise gesundheitsschädigend ist.

Das Amtsgericht Münster hat deshalb auch die neueste Klage eines verärgerten Mieters abgelehnt. Ein Urteil, das Sie als Vermieter zu Ihrem Vorteil nutzen sollten.

Schleimfilm in Toilette und Duschkopf

Bei dem Biofilm in der Wasserleitung handelt es sich um eine dünne Schleimschicht, in der Mikroorganismen wie Bakterien oder Algen leben. Der Biofilm entsteht immer dann, wenn sich diese Mikroorganismen an der Grenzflächen ansiedeln. Wie der Deutsche Mieterbund in Berlin mitteilt, war ein Mieter wegen eines Schleimfilms im Spülkasten der Toilette sowie im Duschkopf vor Gericht gezogen.

Ein Sachverständiger hatte den Biofilm bestätigt, der im getrockneten Zustand als schwarzer und unangenehmer riechender Belag zurückblieb.


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Deshalb verlangte der Mieter, dass sein Vermieter nicht nur die durch die Klage entstandenen Anwaltskosten übernimmt, sondern auch die Ursache für den Biofilm entfernt.

Verantwortung von Mietern größer als gedacht

Doch das Amtsgericht in Münster schlug sich auf die Seite des Vermieters: Der Biofilm ist kein Mietmangel, da er sich in allen Wasserleitungen bildet.

Außerdem haben Hygieneinstitute bereits mehrfach bestätigt, dass von einem Biofilm keinerlei Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Das Gericht wies die Klage deshalb endgültig ab.

Einfache Reinigung beseitigt den Schleimfilm

Um den Schleimfilm zu beseitigen, reicht es bereits aus, den Duschkopf in regelmäßigen Abständen mit heißem Wasser auszukochen sowie die Armaturen gründlich zu reinigen.

Amtsgericht Münster, Aktenzeichen 28 C 2750/09

Bei Beschwerden auf das neue Urteil verweisen

Bei Biofilmen handelt es sich um eine der natürlichsten Sachen der Welt – was Mieter natürlich dennoch nicht davon abhält, deshalb vor Gericht zu ziehen. Doch statt auf einen Mietmangel zu pochen, lässt sich ein Biofilm problemlos entfernen.

Falls sich einer Ihrer Mieter also über diesen Schleimfilm im Spülkasten, am Duschkopf oder in der Einfüllkammer der Waschmaschine beklagt, verweisen Sie ihn einfach auf dieses Urteil.

12. März 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Tino Hahn
Von: Tino Hahn.