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Biogas: Mais oder Gülle – das ist die Frage

Die Verwertung von landwirtschaftlichen Abfällen in der Biogasproduktion soll gefördert werden. So will es zumindest die neueste Fassung des Fördergesetzes.

Um Biogas für die Landwirte attraktiv zu machen, wird nicht nur ein Nawaro-Bonus für die nachwachsenden Rohstoffe gezahlt, sondern auch ein Gülle-Bonus, der bei Kleinanlagen bis 150 kW bei 4 Cent je erzeugter Kilowattstunde Strom liegt.

Biogas: Der Unterschied zwischen Mais und Gülle

Dieser Bonus ist notwendig, denn es macht einen großen Unterschied, ob eine Biogasanlage mit Mais oder mit Gülle beschickt wird:

Mit 1 Tonne Gülle können 20 Kubikmeter Biogas erzeugt werden. Aus einer Tonne Mais lassen sich hingegen 220 Kubikmeter Biogas gewinnen.

Bei diesen Unterschieden wird sofort klar, warum der Gülle-Bonus gewährt werden muss: Damit sollen die Biogasanlagen auf den Bauernhöfen etabliert werden.

Es ist technisch möglich, das Biogas allein aus Abfällen zu erzeugen.

Für die Landwirtschaft ist diese Form der Biogasproduktion jedoch kein Standbein, denn auf einem Bauernhof mit 100 Kühen fallen pro Tag nur etwa 5 Kubikmeter Gülle an.

Das ist angesichts der im Vergleich zum Mais geringeren Ausbeute zum alleinigen Betrieb der Anlage nicht aus.


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Denn selbst kleine Anlagen erfordern ein Investitionsvolumen von rund einer Million Euro, von der der Landwirt 30 % als Eigenkapital zur Verfügung stellen muss. Der Rest wird meist über eine Bank finanziert.

Steht die Anlage dann auf dem Hof, so erfordert sie täglich etwa 2 Stunden für Wartungs- und Beschickungsarbeiten.

Biogasanlagen sind also anders als die auf den Dächern installierten Photovoltaikanlagen keine reinen Selbstläufer, sondern bedürfen einer permanenten Pflege.

Der Grund hierfür sind die im Kessel aktiven Bakterien. Bei ihnen handelt es sich um Lebewesen, die ganz spezielle Lebensbedingungen benötigen, um sich wohl zu fühlen.

Wir kennen das Phänomen von unserer eigenen Arbeit: Ist es uns zu heiß oder zu kalt leidet schnell das Arbeitsergebnis.

Eine Biogasanlage steht und fällt mit dem Betreiber

Bei den Bakterien ist es nicht anders. Sie sind, wie mir Oliver Nacke, der Gründer und Vorstand der Archea Biogas AG, erklärte, am ehesten mit Kühen vergleichbar.

Während Schweine als Allesfresser relativ unempfindlich auf eine Veränderung ihrer Nahrung reagieren, müssen die Kühe sorgsamer gepflegt werden.

Ihre Mägen verwerten besser als die der Schweine, sodass sich bereits geringe Änderungen der Nahrungsmittelzusammensetzung auf die Milchproduktion auswirken.

Bei den Biogasanlagen ist es ähnlich. Auch hier kommt es auf eine möglichst homogene Zusammensetzung des Substrats an, mit dem die Anlage beschickt wird.

Damit haben es die Landwirte zum Teil selbst in der Hand, wie hoch oder niedrig der Wirkungsgrad ihrer Anlage ausfällt.

Bei Archea Biogas hat man aus diesem Wissen bereits Konsequenzen gezogen.

Grund ist die Erfahrung, dass die bei Milchbauern aufgestellten Anlagen wesentlich bessere Ergebnisse liefern als jene, die auf den Höfen von Schweine- oder Hühnerbauern aufgestellt werden.

Archea verkauft die eigenen Anlagen deshalb nur noch in Verbindung mit einem Service- und Wartungsvertrag, denn eine Biogasanlage steht und fällt mit dem Betreiber vor Ort.

Es muss somit sichergestellt sein, dass die Archea Service GmbH die Anlage im Extremfall auch selbst übernehmen kann.

Das wird ermöglicht durch die Bildung von regionalen Servicezentren mit mindestens 5 Anlagen in einem Radius von 30-40 Kilometern.

Auf der anderen Seite werden auch Landwirte abgelehnt, wenn sie als Betreiber einer Anlage ungeeignet erscheinen.

Mehr dazu: „Biogasfonds: Lohnt sich eine Investition?“

7. Oktober 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.