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Biotechnologie: Rot, Grün und Weiß – Die 3 großen Teilbereiche

Mit Biotechnologie verbinden die meisten Menschen in erster Linie den medizinisch-pharmazeutischen Anwendungsbereich.

Die Möglichkeiten gehen aber weit darüber hinaus.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die 3 wichtigsten Teilbereiche.

Die „rote“ Biotechnologie: Medizinische Anwendungen

Die „rote“ Biotechnologie umfasst zwei große Bereiche: Zum einen die Biotech-Medikamente zur Heilung von Krankheiten und genetisch bedingten Defekten.

Hier konzentriert sich die Biotechnologie vor allem auf Bereiche, die viele Menschen betreffen und in denen die konventionelle Medizin keine Fortschritte mehr macht.

Dazu gehören beispielsweise die unzähligen Krebsarten, wie HIV und Alzheimer.

Zum anderen wird die Bio-Medizintechnik zur „roten“ Biotechnologie gezählt.

Diese umfasst beispielsweise die Züchtung von künstlichem Gewebe und künstlichen Gelenken mithilfe der Biotechnologie.

Eines Tages wird es wahrscheinlich möglich sein, menschliche Organe künstlich zu erzeugen.

Die „grüne“ Biotechnologie: Gentechnik bei Pflanzen

Dieser Zweig der Biotechnologie befasst sich mit gezielten Eingriffen in das Erbgut von Pflanzen.

Im Mittelpunkt stehen hier die Sicherung und Verbesserung der Ernährung.

Mithilfe der Gentechnik werden ertragreichere und qualitativ hochwertigere Nahrungs- und Nutzpflanzen gezüchtet.

Beispielsweise werden Getreidesorten damit unempfindlicher gegen Wettereinflüsse und Schädlinge gemacht und/oder deren Ertrag erheblich verbessert.

Damit leistet die „grüne“ Biotechnologie einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt.

Zwar werden gentechnisch veränderte Nahrungsmittel in den Industrieländern bislang noch von einem Teil der Bevölkerung abgelehnt.

Diese Vorbehalte dürften jedoch mit der zunehmenden Verbreitung und zusätzlichen wissenschaftlichen Studien, die den Nahrungsmitteln die Unbedenklichkeit attestieren, schwinden.

Den verbesserten Nahrungsmitteln gehört auf lange Sicht die Zukunft – nicht nur in den Entwicklungsländern.

Die „weiße“ Biotechnologie: Verbesserung industrieller Produktionsprozesse

Dieser Zweig umfasst die biotechnologische Herstellung von Spezial- und Feinchemikalien, Lebensmitteln oder Lebensmittelzusatzstoffen, Agrar- und Pharmavorprodukten und zahlreichen Hilfsstoffen für die verarbeitende Industrie.

Dabei geht es in erster Linie um die Optimierung von Produktionsverfahren, die Reduzierung der Rohstoffabhängigkeit und die Verringerung von Energiekosten.

Dazu tragen die technologischen Durchbrüche auf dem Gebiet der Biotransformation (Umwandlung von Produkten), der Fermentation (Herstellung von Produkten mittels Mikroorganismen und Enzymen) und des Metabolic Engineering (Veränderung zellulärer Eigenschaften) bei.

Biotechnologische Methoden werden schon seit Jahrhunderten von Menschen genutzt, beispielsweise bei der Vergärung zuckerhaltiger Nahrungsmittel zu Alkohol oder bei der Milchsäuregärung unter Verwendung von Lactobacillus-Stämmen.

Die systematische Verwendung in der Industrie ist aber noch ein relativ neuer Zweig, der in den nächsten Jahrzehnten ein großes Potenzial besitzt.

Außerdem existieren die „graue“ Biotechnologie (Abfallentsorgung, Umwelttechnik) und die „blaue“ Biotechnologie (Nutzung von Meeresorganismen).

Beide kommen von der Bedeutung her aber längst nicht an die „rote“, „grüne“ und „weiße“ Biotechnologie heran.

17. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.