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Blackberry-Aktie im Aufwind: Neuer Eigentümer bis Mitte November 2013?

Der kanadische Smartphone-Hersteller Blackberry steht erneut im Zentrum von Übernahme-Gerüchten. Wie das Wall Street Journal berichtet, haben „mit der Sache vertraute Personen“ verraten, dass der Premium-Smartphone-Hersteller einen schnellen Verkaufsprozess anstrebt.

Blackberry habe den Kreis möglicher Interessenten reduziert und könne jetzt mit einem Unternehmensverkauf beginnen. Schon bis Mitte November 2013 könnte Blackberry den Besitzer wechseln.

Blackberry braucht schnelle Lösung

Blackberry hat bereits im August 2013 bekannt gegeben, dass strategische Maßnahmen überprüft werden, zu denen auch ein Verkaufsprozess gehört. Die jetzigen Medienberichte passen daher gut zur Vorgeschichte.

Auch das es der Smartphone-Hersteller den Berichten zufolge eilig hat, ist verständlich. Die Kundschaft ist verunsichert, wie es mit dem Unternehmen weiter geht und hält sich mit Käufen zurück. Je länger die Prüfung strategischer Maßnahmen dauert, desto schlechter das Geschäft und je schlechter das Geschäft desto schlechter der Übernahme-Preis.

Konkurrenz hat Blackberry überholt

Der einstiege Smartphone-Pionier ist im Mobiltelefon-Geschäft nicht mit der Zeit gegangen und wurde von der Konkurrenz regelrecht überrollt. Anstatt die neuen Geräte mit den verbreiteten Betriebssystemen wie Android oder iOS auszustatten, haben die Kanadier an der eigenen und veralteten Software festgehalten.

Doch dies erwies sich als schwerwiegender Fehler. Markteinteile gingen massiv verloren und sogar die zuletzt von Microsoft entwickelte Software Windows Phone konnte an Blackberry vorbei ziehen.


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Blackberry 10 bringt nicht den erhofften Erfolg – Aktie bricht ein

Anfang des Jahres sollte dann alles besser werden. Entwickelt wurde das Blackberry 10 – ein neues Smartphone mit neuer Software. Leider war schon nach dem ersten Quartalszahlen (bis Anfang Juni) klar, dass eine echte Trendwende nicht eintreffen wird.

Das Unternehmen konnte nur 6,8 Mio. Smartphones an den Mann bringen und machte bei einem Umsatz von 3,1 Mrd. US-$ einen Verlust von 84 Mio. US-$. Die Aktie brach um 28% ein.

Markt preist Chance einer Übernahme ein

In den vergangenen zwei Monaten konnte sich die Aktie erholen. Dies lag jedoch nicht daran, dass Blackberry die operative Wende geschafft hat, sondern daran, dass die Übernahme-Chance eingepreist wurde.

Je nach Analyse-Haus wird der faire Preis mit 12 bis 17 Dollar je Aktie angegeben. Getrieben von der Chance auf einen Deal stieg die Aktie zuletzt von 8,50 US-$ auf 10,75 US-$ und steigt heute über 11 US-$.

Ausweg Börsenrückzug?

Neben dem Übernahme-Szenario durch einen Konkurrenten wäre auch ein Börsenrückzug mit Hilfe einer Priavte Equity-Gesellschaft vorstellbar.

Die könnte dem Management bei der Sanierung des angeschlagenen Smartphone-Pioniers helfen. Der Vorstand um den deutschen Manager Thorsten Heins wäre dann auch den Druck der Aktionäre los und hätte bei allen Entscheidungen freie Hand.

Der Plan könnte wie beim Computer-Hersteller Dell lauten, das Unternehmen erst mit Hilfe von Finanzinvestoren wieder profitabel zu machen und später dann wieder zurück an die Börse zu bringen. Doch anders als Dell hat Blackberry noch keinen finanzstarken Partner für so ein Vorhaben.

Microsoft und Huawei werden nicht zugreifen – was macht Lenovo?

Die Suche nach einem Käufer, bei einem Unternehmen das aktuell mit rund 6 Mrd. $ an der Börse bewertet wird, ist nicht leicht. Microsoft fällt seit dem Kauf der Nokia-Handysparte als potenzieller Bieter weg.

Huawei hat vor wenigen Tagen angekündigt, dass sich das Unternehmen auf die eigene Stärke verlassen möchte. Es bleibt auf Seiten der Konkurrenten nur noch Lenovo. Das Unternehmen hat mit der Teil-Übernahme von Dell sehr gute Erfahrung mit amerikanischen Hightech-Unternehmen gemacht und Blackberry passt eindeutig zur Strategie.

Das bedeutet jedoch nicht, dass sich der Erfolg von damals automatisch wiederholt. Es stellt sich die Frage, ob die Verkäufe der exklusiven Blackberry-Produkte unter chinesischer Flagge gehalten werden können. Gut vorstellbar, dass Lenovo dies ebenfalls befürchtet und nur an einigen Unternehmensteilen interessiert ist.

17 $ je Aktie ist zu hoch gegriffen

Vermutlich müssen es also die Private-Equity-Unternehmen richten und die notwendigen Milliarden bei den Banken für einen Börsenrückzug einholen. Der Name Silver Lake fällt häufiger, was jedoch aufgrund des Beteiligungsportfolios und der Unternehmenshistorie nahe liegend ist. Richtig heiß ist da nichts.

Ob Blackberry bis Mitte November den passenden Käufer finden wird, ist schwer zu sagen. Auf jeden Fall wird es schwierig in der kurzen Zeit einen Käufer zu finden, der bereit ist mehrere Milliarden für die Rettung des Konzerns in die Hand zu nehmen. Wahrscheinlicher ist, dass sich mehrere Bieter zusammenschließen – oder Blackberry mit einer Beteiligung Lenovos filetiert wird.

Die ganz große Gewinn-Chance bietet die Aktie nicht: Blackberry hat zeitlichen Druck – die potenziellen Bieter nicht. Sollte es einen Deal geben, ist der kolportierte Preis von 17 US-$ je Aktie nur sehr schwer vorstellbar – 13 – 15 $ erscheinen wahrscheinlicher. Auf der anderen Seite: Bleibt ein Deal / Teilverkauf aus, dürfte es schnell wieder unter die 10 $-Marke gehen.

5. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.