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Börse: Neue Plattform will mehr Chancengleichheit

Der US-Amerikaner Brad Katsuyama hat es sich zur Aufgabe gemacht, für mehr Chancengleichheit beim Aktienhandel zu sorgen.

Er gründete die Handelsplattform IEX, die im August 2016 offiziell an der Börse gestartet ist. Der Hintergrund dieser Plattform ist folgender:

Katsuyama will verhindern, dass die Hochfrequenzhändler, die in Bruchteilen von Sekunden Wertpapiere kaufen und verkaufen, einen zeitlichen – und damit auch einen finanziellen – Vorteil gegenüber uns „normalen“ Anlegern haben.

So funktioniert die neue Plattform IEX

Den Unterschied zu anderen Plattformen soll ein 38 Meilen langes Glasfaserkabel ausmachen. Ja, Sie haben richtig gelesen:

Dieses Glasfaserkabel soll die Umsetzung von Handels-Aufträgen um 350 Millionstel Sek. verzögern.

Damit soll sichergestellt werden, dass alle Marktteilnehmer dieselben Chancen haben.

IEX steht für „The Investors Exchange“ und startete zunächst mit nur 2 Aktien.

Nach einer kurzen Übergangs-Phase, die bereits am 2. September endet, sollen alle Aktien über IEX handelbar sein.

Als offizielle Börse ist IEX dann in ein System integriert, bei dem Händler für ihre Kunden automatisch den jeweils besten Kurs heraussuchen müssen.


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IEX-Chef Katsuyama hat nach eigener Aussage als Händler die Erfahrung gemacht, dass Kurse, die auf seinem Bildschirm erschienen, teilweise gar nicht handelbar waren.

So kam er zu dem Schluss, dass der Markt von und zugunsten der Hochfrequenzhändler manipuliert wird.

Das wiederum brachte ihn auf die Idee, eine Börse zu gründen, die den schnellen Handel künstlich bremst und damit für Chancengleichheit sorgt.

Am Ende wird der Markt über das Modell IEX entscheiden:

Wenn die Plattform hohen Zuspruch findet, könnte dies auch die anderen Börsen-Betreiber zum Umdenken bewegen. Andernfalls bleibt alles beim Alten und IEX war ein nett gemeinter Versuch, etwas zu verändern.

Abschließend möchte ich Ihnen jetzt noch einmal kurz einen Überblick über die generellen Vor- und Nachteile des Hochfrequenzhandels geben.

Das sind die Vor- und Nachteile des Hochfrequenzhandels

Theoretisch ist der Hochfrequenzhandel sogar eine gute Sache für die Börse und auch für uns Anleger. Der Markt wird noch liquider. Das ist die Grundlage für transparente und faire Kurse.

Es gibt allerdings einige Schwachstellen: Zum einen sind die Hochfrequenzhändler unberechenbar.

Ziehen sich mehrere große Händler plötzlich zurück, trocknet der Markt schlagartig aus.

Ein solcher Rückzug soll z. B. den „Flash- Crash“ im Mai 2010 ausgelöst haben. Damals verlor der Dow Jones ohne Grund plötzlich 1.000 Punkte.

Am Ende des Handelstages notierte der Index wieder auf seinem alten Niveau.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die riesigen Order-Größen der Hochfrequenzhändler sollen in Stressphasen die Schwankungen verstärken.

Mein Zwischenfazit fällt daher wie folgt aus:

In ohnehin ruhigen Börsenzeiten, die es aber immer seltener gibt, ist die Wirkung der Hochfrequenzhändler – und damit auch die des Computer-Handels – allgemein positiv, in stürmischen Zeiten dagegen negativ.

Angesichts dieser unglücklichen Wirkung bieten diese Handels-Systeme unterm Strich so gut wie keinen Mehrwert für den Gesamtmarkt.

Fazit: Sie können die Hochfrequenzhändler einfach ignorieren

Anleger, die einen mittel- bis langfristigen Anlage-Horizont haben (und damit auch Sie), brauchen sich wegen des Computer-Handels nicht zu sorgen.

Denn die Aussagekraft dieser kurzfristigen Kursbewegungen liegt bei 0. Bereits wenige Tage oder Wochen später ist der Spuk solcher Ereignisse schon wieder vergessen.

30. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.