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Börsen‐Einsteigerwissen: Das sind die 9 Gewinner‐Kriterien

In Zeiten, in denen sich Anlageskandale häufen und Sparbuch und Tagesgeldkonten nach Abzug von Inflation, Steuern und Gebühren negative Renditen bringen, wird es für Sie als Anleger immer wichtiger, Investitionsentscheidungen selbst treffen zu können.

Die Auswahl der „richtigen“ Aktien ist kein Buch mit sieben Siegeln, sondern vom Grundprinzip her sogar einfach. Viele Auswahlkriterien, die ich Ihnen gleich nennen werde, stehen schlicht und einfach für die Qualität eines Unternehmens oder eines Geschäftsmodells.

Ich möchte Ihnen heute die aus meiner Sicht wichtigsten neun Kriterien für die Auswahl der „richtigen“ Aktien vorstellen. In der kommenden Ausgabe werden Sie dann – nachdem Sie heute die neun Auswahlkriterien kennenlernen – ergänzende Informationen dazu erhalten, die Ihnen den praktischen Einsatz der Kriterien erleichtern.

1. Das Unternehmen muss eine Preissetzungsmacht besitzen und in der Lage sein, steigende Kosten schnell auf die Kunden abwälzen zu können

Ein möglicher Indikator für eine große Preissetzungsmacht ist ein bekannter Markenname. Ein bekannter Markenname bietet gleich mehrere Vorteile. Zum einen erleichtert das die weltweite Expansion, zum anderen sind Kunden/Konsumenten bereit, für Markenartikel mehr Geld zu bezahlen.

Unternehmen mit einer starken Marke besitzen also eine starke Preissetzungsmacht. Unternehmen wie Nestlé oder Coca-Cola können auch in schwierigen Zeiten deutlich höhere Preise durchsetzen als die „No-Name-Konkurrenz“.

2. Vorteilhaft ist eine globale Präsenz

Auch eine Weltwirtschaftskrise trifft nicht jedes Land und nicht jeden Markt, mit gleicher Wucht. Es gibt immer Länder und Regionen, die besonders „im Feuer“ stehen und gleichzeitig andere Länder, die sich relativ wacker halten. In der Krise 2008/2009 haben zum Beispiel viele Länder in Asien den Wachstumskurs halten können.


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Unternehmen, die in diesen Märkten vertreten waren, konnten so die Verluste in westlichen Märkten abfangen. 2014 sind dagegen die Konjunkturerwartungen für die etablierten Märkte positiv, während einige Wachstumsländer unter Druck stehen (zum Beispiel die Türkei). Daher sind Aktien von Unternehmen attraktiv, die (fast) überall auf der Welt vertreten sind.

3. Nur ein relativ kleiner Teil des Mittelzuflusses (Cashflow) muss wieder in das Unternehmen investiert werden

Ich bevorzuge Aktien von Unternehmen, die in einer Konjunkturkrise schnell den Gürtel enger schnallen können. Als Faustformel gilt: Wenn durchschnittlich nicht mehr als 40% des Cashflows investiert werden, reicht der Puffer für Dividendenausschüttungen und Rücklagen. Wichtig ist daher, dass die notwendigen Investitionen gesteuert werden können.

Muss ein Unternehmen auch in der Krise permanent viel investieren (typische Branchen mit hohen Investitionszwängen sind Anlagen- und Maschinenbau und die Automobilbranche), kann es passieren, dass das operative Geschäft dafür nicht genug Geld abwirft und die Investitionen mit Hilfe von Krediten finanziert werden müssen, oder eine technologische Weiterentwicklung verpasst wird und der Maschinenpark veraltet.

Unternehmen aus den Branchen Nahrungsmittel, Konsumgüter oder Tabak können dagegen erfahrungsgemäß über längere Phasen auf große Investitionen verzichten.

4. Entscheidend ist auch eine niedrige Verschuldung (= hohe Eigenkapital‐Quote)

Eine solide Eigenkapital-Quote von mindestens 30% sorgt dafür, dass die Unternehmen in Krisen-Zeiten ein finanzielles Polster besitzen. Bei Unternehmen mit Eigenkapital-Quoten von unter 20 oder sogar unter 10% stellt sich dagegen die Frage, wie die nächste Konjunkturkrise überstanden werden soll und wer im Unternehmen die Macht hat: Die Manager oder die kreditgebenden Banken.

5. Zu den Favoriten gehören Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen

Sämtliche Auswertungen zeigen, dass Unternehmen, die Güter des täglichen Bedarfs herstellen (von der Flasche Wasser über Toilettenpapier bis hin zur Zahnpasta), in der Krise die besten Überlebens-Chancen besitzen. Diese Güter müssen immer gekauft werden und damit verdienen die Produzenten immer Geld.

Zyklische Aktien von Unternehmen, die stark von der Konjunkturentwicklung abhängen, eignen sich dagegen nicht als langfristige Depot-Positionen. Sie sollten zyklische Aktien als kurz- und mittelfristige Anlage-Chancen betrachten.

6. Top‐Unternehmen zahlen hohe und stetige Dividenden

Die Dividende gehört zu den wichtigsten Einnahmequellen bei einem Börsen-Investment. Je nach Untersuchungszeitraum sind Dividenden für 40 bis 60% der Gesamt-Performance der Aktienanlage verantwortlich. Mit Aktien, die regelmäßig hohe Dividenden ausschütten, haben Sie schon die halbe Ernte im Sack.

Wichtig ist dabei eine stetige Dividendenpolitik. Zahlt ein Unternehmen regelmäßig attraktive Dividenden, ist das ein Hinweis darauf, dass das Geschäftsmodell in guten und schlechten Konjunkturzeiten funktioniert. Unternehmen können kurzfristig die Aktionäre täuschen und Dividenden aus der Substanz zahlen, aber auf Dauer ist das nicht möglich.

7. Das Unternehmen muss mehrere Krisen­‐Phasen erfolgreich überstanden haben

Wie krisenfest ein Geschäftsmodell ist, zeigt sich letztendlich nur in der Praxis. Jede Konjunkturkrise löst eine Pleitewelle aus. Wenn ein Unternehmen mehrere Krisen erfolgreich gemeistert hat und anschließend sogar wieder gewachsen ist, bürgt das für Qualität.

8. In der Krise sind einfach zu verstehende Geschäftsmodelle erfolgreicher

Die vergangenen Krisen haben gezeigt, dass Unternehmen mit einem einfachen Geschäftsmodell Schwankungen erfolgreich überstehen und von den Investoren auch besser kontrolliert werden können. Die Kontroll-Möglichkeit ist wichtig, da jede Aktien-Position regelmäßig überprüft werden muss.

Beim Kauf der Anti-Krisen-Aktien sollten Sie langfristig denken und investieren. Das bedeutet aber nicht, dass es eine Nibelungen-Treue zu diesen Werten gibt. Ändern sich die Rahmenbedingungen, muss jede Depot-Position kritisch hinterfragt werden.

9. Die Aktionäre müssen mit der Aktie Geld verdient haben und weiterhin verdienen

Die bisher genannten Kriterien sind wichtig, aber ein abschließender Punkt darf natürlich nicht fehlen: Mit diesen Aktien wollen Sie langfristig Geld verdienen. Als Kriterium haben wir ausgewählt: Die 10-Jahres- Performance muss positiv sein. Aktien, die trotz der Crash-Phasen 2000 bis 2003 und 2007 bis 2009 den Besitzern einen Gewinn gebracht haben, sind die echten Gewinner und werden auch in Zukunft mit großer Wahrscheinlichkeit hohe Gewinne abwerfen.

Wichtig: Es wird nicht nur die Kursentwicklung berücksichtigt. Auch die Dividenden fließen mit in die Rechnung ein. Wie bereits beschrieben, machen Dividenden im Durchschnitt rund 50% der Gesamtperformance aus. Daher dürfen Sie nicht nur die Kursentwicklung beobachten. Das sind die neun Kriterien für Ihren erfolgreichen Aktien-Check. Testen Sie doch einfach mal, wie wenige DAX-Werte alle neun Kriterien erfüllen. Das Ergebnis wird Sie überraschen!

16. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.