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Börsen-Nachrichten? – Fernseher aus!

„Haben Sie ‚den’ gesehen? – Der ist doch immer im Fernsehen bei den Börsennachrichten!“

So wurde ich im Rahmen der Stuttgarter Anlegermesse Invest 2016 nach vermeintlichen Börsen-Promis aus dem Fernsehen gefragt.

Mag sein, ich habe ‚den’ gesehen, mag sein, dass nicht. Ich weiß es nicht, denn ich kenne diese Börsen-Promis aus dem Fernsehen nicht.

Wenn ich dann die Namen nochmals hinterfragt habe, stellte sich immer raus: Ich hatte die Namen wirklich noch nie gehört. Ich kannte keine der nachgefragten Personen.

Börsen-Nachrichten aus dem TV unbrauchbar

Der Grund ist ganz einfach: Ich sehe die regelmäßigen Börsen-Nachrichten nicht. Sie sind mir zu nichtssagend.

Die Börsen-Nachrichten sind permanent bemüht, jede Zuckung der Aktienkurse zu erklären und ziehen dabei jede scheinbar brauchbare Begründung heran.

Dabei wird gerne übersehen, dass langfristige Entwicklungen für tagesaktuelle Kurs-Zuckungen nicht verantwortlich sind.

Die Kommentierung der Entwicklung des Ölpreises hat erneut lehrbuchmäßig demonstriert, wie haltlos das vermeintlich kluge Gebrabbel oft ist.


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Ölpreis: Heute so, morgen so

Wenn der Ölpreis zu stark steigt, leidet die Wirtschaft wegen hoher Rohstoff-Preise, hat man Ihnen erzählt.

Und das habe Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn sowie auf die Aktienkurse der Unternehmen. Die Aktienkurse müssten deutlich fallen.

Das ist eine Zeit lang her. Das war ca. Ende des Jahres 2003. Seinerzeit schickte sich der Ölpreis (je nach Sorte) an, über 30 US-$ je Barrel zu klettern.

Der DAX 30 notierte um 3.000 Punkte. Als der Ölpreis um 70 US-$ je Barrel notierte, wurde vor dramatischen Auswirkungen gewarnt, wenn die 100 US-$ je Barrel überschritten würden.

Ölpreis und DAX 30 gemeinsam mit Vervielfachung

Danach schoss der Ölpreis bis weit über 100 US-$ je Barrel nach oben. Je nach Sorte kam es von 2003 bis Ende 2007 zur Vervierfachung des Ölpreises oder mehr. In derselben Zeit legte der DAX 30 rund 200% zu, eine glatte Verdreifachung.

Die vorherigen scheinbar klug begründeten Prognosen für einen deutlichen Kursverlust des DAX 30 bei einem massiv steigenden Ölpreis fielen in sich zusammen.

Es folgte der Crash des Jahres 2008. Hier crashten in „schöner Eintracht“ sowohl der DAX 30 als auch der Ölpreis. Danach ging es für beide Indizes wieder aufwärts.

Unsinnige Aussage: Niedriger Ölpreis sollte DAX 30 belasten

Seit Mitte des Jahres 2014 fällt der Ölpreis massiv. Letztlich ist er von über 100 US-$ auf rund 30 US-$ je Barrel abgestürzt.

Entgegengesetzt zu den Jahren 2003 und folgende sollte es jetzt der niedrige Ölpreis sein, der den DAX 30 belasten werde.

So wussten es dieselben klugen Nachrichten-Sender, die seinerzeit den steigenden Ölpreis als Belastung erkannt haben wollten, zu berichten.

Nun: Wenn dem so wäre, müssten z. B. die im April 2016 gescheiterten Öl-Gespräche in Doha, der Hauptstadt von Katar, wohl zu einem massiven Kursverlust des DAX 30 geführt haben.

Dort konnten sich die wichtigsten Öl-Förderländer nicht auf eine Obergrenze der Förderung einigen.

Der Ölpreis brach am Montag danach ein Stück ein. Der Logik früherer Prognosen zufolge hätte der DAX 30 auch verlieren müssen. Und was machte der DAX 30? Der brach auch – aber aus, und zwar nach oben.

Genau das, was Ihnen vielfach als große Belastung für die Aktien-Indizes genannt wurde, sorgte für die gegenläufige Bewegung:

Der DAX 30 notierte erstmals seit längerer Zeit deutlich oberhalb von 10.000 Punkten und der Dow Jones hat die 18.000 Punkte-Marke übertroffen.

Daraufhin legte auch der Ölpreis wieder zu. Was das zu bedeuten hat? – Nichts! Das gehört zu den alltäglichen Kursschwankungen der Märkte. Und das ist auch schon alles.

Börsen-Nachrichten? – Fernseher aus!

Also mein Rat an Sie: Sparen Sie sich die Zeit vor dem Fernseher, wenn die Börsen-Nachrichten kommen.

Genießen Sie stattdessen draußen die Sonne. Drinnen, am TV, bei den Börsen-Nachrichten, verpassen Sie in der Zeit nichts.

20. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.