Heute legte der DAX einen Ruhetag ein. Seit Jahresbeginn hat der deutsche Leitindex allerdings bereits um 11% zugelegt.
Anstelle einer Jahresend-Rally gab es eine Jahresanfangs-Rally. Angesichts der negativen Schlagzeilen in den Medien eine kleine Sensation.
Denn aus den Schlagzeilen sind die noch immer ungelösten Griechenland-Probleme nicht mehr hinwegzudenken. Griechenland ist zum Symbol der staatlichen Schuldenkrisen geworden.
Refinanzierungskosten sinken
Der derzeitige Anstieg könnte leicht damit begründet werden, dass sich der Markt an die schlechten Nachrichten gewöhnt hat. Doch ganz so leicht ist die Erklärung nicht. Vielmehr sind auch fundamentale Daten für die jüngste Börsenrally verantwortlich.
Vieles deutet darauf hin, dass die Schuldenkrise nicht ganz Europa mit in den Abgrund reißt. Noch im Dezember stiegen die Refinanzierungskosten vieler Euro-Länder auf ein Rekord-Niveau. Jetzt sinken die Refinanzierungskosten wieder (die Finanzspritzen der Notenbanken fangen an zu wirken).
Euro-Aus fällt aus
Als die Finanzierungskosten der Italien-Anleihen Ende 2011 die kritische Grenze von 7% überschritten hatten und auch die Konditionen für Spanien und Portugal ein unerträgliches Maß erreichten, war die Befürchtung groß, dass die Euro-Zone innerhalb von Tagen auseinanderfällt.
Mittlerweile hat sich die Situation entspannt. Die Anleihen-Auktionen der Krisenländer laufen besser als erwartet und die Zinskosten sind deutlich gefallen. Italien-Anleihen werfen aktuell noch eine Rendite von 5,6% ab und spanische Anleihen weniger als 5%.
Das Geld der Notenbanken hat dafür gesorgt, dass die erste große Euro-Bombe entschärft wurde. Sie werden auch noch in den kommenden Jahren mit Euro-Noten zahlen können (Sie werden allerdings für die täglichen Einkäufe immer mehr Euro-Scheine benötigen, das ist der Preis der Rettung).
Deutscher Wirtschaftsmotor läuft weiter
Für die Börsen-Rally in Deutschland sind zum Glück nicht nur Geldspritzen, sondern auch fundamentale Daten verantwortlich. Verschiedene Wirtschaftsindikatoren deuten an, dass die deutsche Wirtschaftsleistung auch 2012 weiter wächst.
Der jüngst veröffentlichte Konjunkturindex des Forschungsinstituts Kiel Economics sagt sogar ein Wachstum von 1,2% voraus. Nach 2 Jahren mit mehr als 3% Wachstum hatten viele Konjunkturforscher eine Schwächephase erwartet.
Das unerwartet hohe Dezember-Auftragsplus der Industrie unterstützt die Einschätzung des Schlussgongs: 2012 wird die deutsche Wirtschaft weiter wachsen.
Prognosen-Wirrwarr: Lassen Sie sich nicht verunsichern
Es ist, als wenn eine Konjunkturkrise herbeigeredet werden soll, die es nicht gibt. Dabei ist insbesondere zu beobachten, dass die Zeiträume immer abenteuerlicher werden und sich erwartete Rezession und erhoffter Aufschwung mittlerweile schon im Monatsrhythmus abwechseln.
Was kommt als nächstes? Wochenabstände, um die Menschen zu verunsichern? Wie häufig wollen die Forschungsinstitute denn noch ihre Prognosen anpassen?
Wie sollen Sie sich als Privatanleger auf Prognosen verlassen können, die ständig in die eine oder andere Richtung angepasst werden. Das gilt speziell vor dem Hintergrund, dass die Börse erfahrungsgemäß die Konjunkturentwicklung 6 Monate vorweg nimmt.
Lassen Sie sich daher nicht verwirren. Die deutsche Konjunktur verliert an Schwung, läuft aber weiter. Auch die Gewinne vieler Unternehmen sprudeln ohne Unterbrechung. Zwei- oder sogar dreistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn werden aber eine Ausnahme im neuen Börsenjahr.
Aktien-Favoriten aus dem Januar bestätigt
An der Börse ist das bereits eingepreist. In den Aktienkursen steckt immer noch ein Sicherheitsabschlag. Falls Sie solide Unternehmen für Ihr Depot suchen, verweise ich auf die Schlussgong-Ausgaben aus der ersten Januar-Woche.
Die 5 vorgestellten Unternehmen Fuchs Petrolub, Fielmann, Hermle, Delticom und Rational bieten solide Bilanzen und Wachstums-Chancen.



