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Börsen-Weisheiten im Praxistest

Es gibt zahlreiche Börsen-Weisheiten, von denen immer wieder zu lesen und zu hören ist.

Ich möchte für Sie an dieser Stelle und in den Folgebeiträgen einige der bekanntesten Börsen-Weisheiten einem kleinen Praxistest unterziehen.

Die Ergebnisse werden Sie an der einen oder anderen Stelle überraschen. Den Anfang mache ich hier mit 2 sehr bekannten Börsen-Weisheiten:

1. The trend is your friend

Diese Börsen-Weisheit bedeutet soviel wie „der Börsen-Trend ist Dein Freund“.

Soll heißen: Setzen Sie in Aufwärtstrends auf steigende und in Abwärtstrends auf fallende Kurse!

Was verblüffend einfach klingt, bringt doch einige Probleme mit sich:

  • Ein Problem bei dieser Strategie ist, dass Sie nur schwer erkennen können, wann es sich um einen eindeutigen Trend handelt. Denn oftmals steigt eine Aktie z. B. an 2 aufeinander folgenden Tagen und fällt am dritten Tag wieder auf den Ausgangswert. Bei derartigen Kursverläufen handelt es sich sicherlich nicht um einen klaren Trend, sondern unterm Strich um eine sogenannte Seitwärts-Bewegung.
  • Das nächste (und noch größere) Problem ist, dass Sie – wenn Sie einen klaren Trend erkannt haben und auf diesen setzen – nicht wissen, wann dieser wieder endet und in die entgegengesetzte Richtung drehen wird.

Für Anlage-Profis, die das Börsen-Geschehen täglich verfolgen und jederzeit in der Lage sind, darauf zeitnah zu reagieren, ist das ein deutlich geringeres Problem.

Für einen berufstätigen Privat-Anleger, der das Börsen-Geschehen nicht täglich verfolgt und deshalb nicht zeitnah darauf reagieren kann, ist es schon ein größeres.

Privat-Anlegern kann es daher durchaus passieren, dass sie durch eine verspätete Reaktion den vorher erzielten Gewinn wieder verlieren oder sogar Verluste erleiden.

Denn: Wenn ein Trend bricht, geht es oft rasend schnell in die andere Richtung. Aus meiner Sicht ist eine solche Strategie deshalb nicht für langfristig orientierte Privat-Anleger geeignet.

Gleichwohl gibt es viele Anlage-Profis, die mit dieser charttechnisch geprägten Trading-Strategie sehr gute Ergebnisse erzielen.


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2. Die Börse ist keine Einbahnstraße

Die Weisheit „die Börse ist keine Einbahnstraße“, ist zugleich richtig und falsch.

Natürlich gibt es an der Börse permanent größere und kleinere Schwankungen nach oben und unten. Und hin und wieder gibt es auch einen Crash oder einen Boom.

Aber: Sie müssen im Zusammenhang mit der Behauptung, dass die Börse keine Einbahnstraße ist, auch Folgendes wissen:

dass der DAX 1988 mit einem Indexstand von 1.000 Punkten gestartet ist und sich zur Zeit (Stand: 14.09.2016) oberhalb von 10.000 Punkten befindet – und das trotz vieler Korrekturen sowie einiger Krisen und Crashs.

Noch deutlicher wird das Ergebnis, wenn Sie den traditionsreichen und über 100 Jahre alten US-Index Dow Jones betrachten:

Der Startwert lag einst bei gut 30 Punkten. Aktuell (Stand: s. o.) notiert der Index bei 18.000 Punkten. Langfristig betrachtet ist der Aktienmarkt daher doch eine Art Einbahnstraße nach oben.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Kurz- bis mittelfristig ist die Börse keine Einbahnstraße nach oben – langfristig aber schon.

3. Gier frisst Hirn (und Angst ebenfalls)

Starke Emotionen sind an der Börse immer ein schlechter Ratgeber. Daher sollten Sie stets versuchen, so rational wie möglich an Investitions-Entscheidungen heranzugehen.

Das klingt zwar völlig banal, ist jedoch für die meisten Anleger nahezu unmöglich.

Denn Gier oder Angst sind Emotionen, die i. d. R. die Objektivität – und somit auch die Rationalität – eines Anlegers vollkommen ausblenden.

Sie merken schon: Die Börsen-Weisheit „Gier frisst Hirn“ müsste im Grunde um den Zusatz „und Angst ebenfalls“ erweitert werden.

Gier führt zu falschen Kauf- und Angst zu falschen Verkaufs-Entscheidungen.

Ich will Ihnen dafür jeweils 1 Beispiel nennen. Ein gutes Beispiel für „Gier frisst Hirn“ ist der Fall Prokon:

Anleger haben (zumindest teilweise) aus Gier Genussscheine des Spezialisten für erneuerbare Energien, Prokon, erworben, weil der den Anlegern bis zu 8% Zinsen versprach.

Das klingt im 1. Moment vielleicht nicht nach Gier – in der aktuellen Niedrigzins-Phase hätte den Anlegern jedoch klar sein müssen, dass eine solche Zinsrendite nicht risikoarm sein kann.

Dieser Aspekt schien bei den Prokon-Anlegern jedoch in vielen Fällen durch die Gier nach hohen Zinsen ausgeblendet worden zu sein.

Das bittere Ende kennen Sie aus den Medien: Prokon hat Insolvenz beantragt und die Anleger mussten große Teile ihres Einsatzes abschreiben.

Ein Beispiel für übertriebene Angst als schlechter Ratgeber ist Folgendes:

Viele Anleger verfielen nach dem BrExit-Votum Ende Juni 2016 in große Panik und befürchteten im Zusammenhang mit der EU-Krise bereits das Schlimmste.

Die Folge: Sie verkauften ihre Aktien zu Tiefstpreisen (obwohl Aktien solide Sachwerte sind) und mussten schon nach wenigen Wochen zusehen, wie die Kurse wieder deutlich stiegen.

4. „An der Börse kann man nur 100% verlieren, aber 1.000% gewinnen“

Frank Lehmann, der ehemalige Börsen-Experte der ARD, verstand es, die Börse dem Publikum mit einfachen Worten und auf unterhaltsame Weise näher zu bringen.

Mitunter waren seine Sätze jedoch allzu zugespitzt. Er prägte den Satz: „An der Börse kann man nur 100% verlieren, aber 1.000% gewinnen.“

Die Verzehnfachung eines Investments ist zwar möglich, aber sicherlich eher eine Ausnahme. Was dem Satz aber unzweifelhaft innewohnt, ist, dass die Chancen am Aktienmarkt größer sind als die Risiken.

Und noch eine Anmerkung meinerseits in diesem Zusammenhang:

Ich halte es für wahrscheinlicher, dass Sie mit einer Aktie 1.000% gewinnen, als dass Sie 100% verlieren – zumindest, wenn es sich um eine Aktie handelt, bei der der dahinterstehende Konzern gesund ist und Dividenden ausschüttet.

Selbst wenn in einem Extrem-Fall eine Aktie einen Kursverlust von 100% erleidet, kann Ihnen die bis dahin ausgeschütteten Dividenden niemand mehr nehmen.

Fazit: Nicht alle Börsenweisheiten meistern den Praxis-Test

Nicht alle Börsen-Weisheiten sind Irrtümer oder grundsätzlich falsch. Ebenso wenig sind alle davon grundsätzlich richtig.

Viele Börsen-Weisheiten besitzen zumindest einen wahren Kern, lassen sich aber nicht 1:1 in eine Handels-Strategie umsetzen.

5. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.