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Börsencrash – Ursachen und Folgen für Anleger

Am Tag der Terroranschläge auf das World Trade Center in den USA rutschte der DAX um rund 8,5% ab. Ein solches Phänomen nennt sich Börsencrash und kann binnen Stunden oder auch nur Minuten große Vermögen vernichten. An den Börsen ist es in der Vergangenheit immer wieder passiert, dass es zu panikartigen Verkäufen und extremen Kursverlusten gekommen ist.

Als Anleger hat man die Möglichkeit, mit den richtigen Entscheidungen gute Renditen an den Aktienmärkten zu erzielen. Informationen und Wissen können an dieser Stelle bares Geld wert sein. Anlegern sollte aber stets bewusst sein, dass es zu einem Börsencrash kommen kann und nicht immer nur aufwärts geht.

Wie kommt es zu einem Börsencrash?

Ein Börsencrash ist oft die Folge einer sogenannten Blase, für die es unterschiedliche Gründe geben kann. Bei einer Blase steigen die Aktienkurse so stark an, dass die Entwicklungen meist nichts mehr mit einer fundierten Bewertung der Papiere zu tun haben. Stattdessen werden Aktien gekauft, um von den stetig steigenden Kursen zu profitieren oder weil man einer Fehleinschätzung erlegen ist. Die Wertpapiere werden also weit über ihrem inneren Wert gehandelt.

Platzt dann eine solche Blase, so erfolgt innerhalb von mehreren Tagen bis hin zu wenigen Wochen ein sehr starker Kurseinbruch. Dies kann beispielsweise durch eine Kettenreaktion erfolgen, bei der die ersten Aktieninhaber aussteigen und damit ein Sinken der Kurse auslösen. Reagieren weitere Anleger auf den Kursrückgang ihrerseits ebenfalls mit Verkäufen, kann eine solche Kettenreaktion starten.

Börsencrash: berühmte historische Beispiele

Man muss weit in die Vergangenheit zurückblicken, um die ersten Börsencrashs zu finden. So entstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts in England eine Spekulationsblase um die South Sea Company, welche in der Südsee Handel treiben und Gold schürfen wollte. Die Erwartungen an das Unternehmen wurden in keiner Weise erfüllt, so dass der Wert der Unternehmensanteile binnen kürzester Zeit von 1.000 britische Pfund ins Bodenlose stürzte.

Der wohl bekannteste Börsencrash ereignete im Oktober 1929. In den Jahren zuvor war der amerikanische Dow Jones stark gestiegen, musste dann jedoch deutliche Rückgänge verzeichnen. Dies löste eine Panik unter den Anlegern aus, die in der Folge fast gleichzeitig versuchten, ihre Papiere zu verkaufen. Innerhalb weniger Tage kam es zu einem Kursverlust von rund 40%. Dieser Crash gilt als Auslöser der großen Depression und der Weltwirtschaftskrise.

Börsencrashs der jüngeren Vergangenheit

Ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit ist die Dotcom-Blase, die im Jahr 2000 platzte. Sie entstand dadurch, dass viele Anleger auf neue Technologien wie das Internet setzten und Aktien aus diesem Sektor häufig kauften, ohne die Firmen und deren Geschäftszahlen ausreichend zu kennen. Als ein Ende dieses Booms in Sicht kam, stiegen viele Großinvestoren aus den Aktien aus und verursachten Kursrückgänge. Es folgten Panikverkäufe vieler Kleinaktionäre.

Die Kurse am Neuen Markt kannten für die lange Zeit nur eine Richtung: nach unten. Erst im Herbst 2002 wurde der Tiefststand erreicht. Zu diesem Zeitpunkt hatten Anleger gegenüber den Kursen aus dem März 2000 rund 200 Milliarden € verloren.

Das Platzen der Immobilienblase sowie die Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 sind ein weiteres Beispiel für einen Börsencrash. In dem genannten Zeitraum verloren viele institutionelle und private Anleger große Vermögen.

Neben einer Blase können auch schlechte Nachrichten und unerwartete Entwicklungen einen Börsencrash auslösen. So fiel der DAX am eingangs erwähnten 11. September 2001 um rund 8,5%. Der Dow Jones Index verlor nach der Wiedereröffnung der Börse mehr als 7%.

Die Folgen für Wirtschaft und Anleger

Je nach Art und Ausmaß eines Börsencrashs sind die Folgen für Wirtschaft und Anleger sehr unterschiedlich. So erholten sich die Börsenkurse nach dem 11. September 2001 innerhalb weniger Wochen wieder, so dass Anleger – gute Nerven vorausgesetzt – den Crash überwiegend aussitzen konnten.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Privatanleger meist gut beraten waren, wenn sie die Ruhe bewahrt und besonnen agiert haben. Mit einer gewissen Risikostreuung im Depot ließen sich Börsencrashs meist gut aussitzen und die Papiere erholten sich wieder.

Als Anleger sollten Sie sich deshalb nicht von einer möglichen Panik anstecken lassen. Bewahren Sie im Falle eines Crashs die Ruhe, prüfen Sie Ihr Depot auf Risikopapiere und trennen Sie sich gegebenenfalls von ihnen. Ein panikartiger Verkauf des gesamten Depots ist in der Regel nicht der richtige Weg.

30. Mai 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.