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Börsenmonate im Vergleich: gut/schlecht mit Marktpsychologie ermitteln

Egal, ob man nun den US-amerikanischen Dow Jones Industrial Average (seit 1928), den deutschen DAX (seit 1960) oder den immerhin bis 1987 zurückverfolgbaren Euro Stoxx 50 betrachtet, lehrt die Vergangenheit, dass es gute und schlechte Börsenmonate gibt.

Die Monate Januar und Dezember gelten dabei als klar positiv. Diese bringen je nach Index einen durchschnittlichen Wertzuwachs zwischen 1 und 3 Prozent. Darüber hinaus ist es interessant festzustellen, dass der Dezember in 140 insgesamt betrachteten Jahresperioden niemals der schlechteste Börsenmonat war.

An europäischen Märkten hat der September dagegen lediglich in 30 bis 35 Prozent der Fälle positive Ergebnisse liefern können. An vorletzter Stelle steht der Monat August.

Dies liegt zum Teil daran, dass die Börsianer oftmals durch die kräftigen Abwärtsbewegungen im Spätsommer vorsichtig geworden sind.


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Somit stellen die Aktionäre rechtzeitig vorher Positionen glatt und bringen durch ihre Verkäufe Druck auf die Kurse. Auch anhand der Marktpsychologie lassen sich die Börsenmonate im Vergleich sehen und die guten wie schlechten Monate an der Börse erklären.

Börsenmonate im Vergleich – welche die guten sind

Die privaten Anleger starten zu Beginn des Jahres motiviert, optimistisch, frei und fröhlich ins Rennen, um eine gute Performance am Aktienmarkt zu greifen. Da das komplette Jahr noch vor ihnen liegt, ist der Mut entsprechend groß.

Vergleichbares gilt auch für institutionelle Anleger. Es beginnt für sie ein neues Geschäftsjahr, die „Ergebnisuhren“ stehen auf null. Am Ende des Jahres wird aber (wieder) eine gute Performance, also ein guter Handelsgewinn erwartet. Um einen guten Bonus zu erhalten, müssen die Fondsmanager und Händler wieder gute Handels- und Anlageerfolge vorweisen können. Also müssen sie investieren.

Die Entscheidungsfreudigkeit hält dann einige Monate an und ab dem Monat Mai lässt dieser Elan wieder nach. Rückläufige Umsätze und eine uneinheitliche Tendenz machen sich breit, wenn in den USA die Frist für steuerbegünstigte Aktien-Engagements zur Altersvorsorge endet und anschließend die Urlaubssaison, das sogenannte Sommerloch zum Tragen kommt.

Aus dem Verhalten institutioneller Investoren resultiert die bekannte Jahresendrallye und somit wird erst im Schlussquartal wieder fleißig gekauft. Um die Jahresergebnisse noch ein bisschen nach oben zu korrigieren, ist es nicht selten, dass sich Fondsmanager selbst die Kurse hochkaufen.

Dieses Verhalten wird auch als “window dressing” betitelt. Dieses saisonale Muster lässt sich jedoch keinesfalls als Faustregel benennen. Es lässt sich lediglich aufgrund seiner logischen Plausibilität als Basis für eine Anlagestrategie heranziehen.

Das heißt also, dass man stets nur 10 Monate investiert und in der viel zitierten „Saure-Gurken-Zeit“ von Anfang August bis Ende September lieber nicht im Markt ist.

Wie man erfolgreich investiert

Wollen Sie auf diese einfachen Fakten Ihre Investitionsentscheidung begründen, dann können Sie recht einfach verfahren:

Wer als Anleger erfolgreich investieren will, kann Umsatz- und Gewinnentwicklungen getrost ignorieren. Branchentrends und Analystenprognosen brauchen auch nicht beachtet zu werden.

15. April 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.