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Börsenpsychologie: Darum brauchen Sie keine Angst vor Kursschwankungen zu haben

Das Börsenjahr 2014 war bereits turbulent und das noch junge Börsenjahr 2015 verlief bislang sogar noch turbulenter. In der vergangenen Woche bewegte sich der deutsche Leitindex DAX fast im Wechsel zwischen 2 und 3% nach unten beziehungsweise nach oben (mit insgesamt stark positiver Tendenz).

Die Gründe dafür, die in den Medien zu lesen und hören waren, sind vielfältig. So wurden beispielsweise der sinkende Ölpreis, der schwächelnde Euro oder ein möglicher Euro-Austritt Griechenlands genannt. Kurios in diesem Zusammenhang ist, dass insbesondere das billige Öl und der schwache Euro mal für steigende und mal für fallende Kurse verantwortlich gemacht wurden.

Weiterhin sind auch die Schwankungen auf Tagessicht zuletzt extrem hoch ausgefallen. Ich möchte heute hier der Frage nachgehen, wie es zu den gerade beschriebenen Entwicklungen kommt.

Börsenaltmeister André Kostolany: „Die Börse benimmt sich oft wie ein Alkoholiker“

Mit dem Ausspruch – „die Börse benimmt sich oft wie ein Alkoholiker“ – versucht der Börsenaltmeister André Kostolany dieses Phänomen zu beschreiben. Was er damit meint ist: Manchmal weint die Börse nach guten Nachrichten und lacht nach schlechten Nachrichten.

Frank Lingohr, geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensverwaltung Lingohr & Partner, sagt: „Die Börse ist oftmals geprägt von kurzfristiger Irrationalität“. Vermeintlich schlechte Nachrichten sorgen manchmal für steigende Kurse und umgekehrt passiert es zum Teil, dass Aktien trotz positiver Nachrichten fallen.

„Die Reaktion des Marktes vorherzusagen, gleicht einem Glücksspiel und hat nichts mit klugem nachhaltigem Investieren zu tun“, so Lingohr. Auch werden Nachrichten zumeist sehr schnell vom Markt in die Kurse eingepreist. Daher macht es keinen Sinn zu versuchen, schneller als der Markt zu sein.


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Warren Buffetts Lehrmeister Benjamin Graham und der von ihm ins Leben gerufene Mr. Market

Benjamin Graham, Lehrmeister von Warren Buffett und Autor des berühmten Buches „The intelligent Invstor“, beschrieb dieses Phänomen einst, indem er die Börse als menschliches Wesen darstellte. Genauer gesagt als den Psychopaten Mr. Market.

Grahams Mr. Market ist Teilhaber einer Firma und erscheint Tag für Tag bei seinem Geschäftspartner und nennt ihm einen Preis, zu dem er entweder seinen Anteil verkaufen oder den seines Partners übernehmen will. Zwar ist die Firma wirtschaftlich stabil, doch die Preise von Mr. Market sind alles andere als das.

Denn: Manchmal ist er euphorisch und sieht nur die positiven Seiten des Geschäftes. In dieser Stimmungslage nennt er natürlich geradezu utopische Preise, die er bereit wäre, seinem Geschäftspartner im Gegenzug für dessen Anteile zu bezahlen. In diesen Momenten treibt ihn die Angst, jemand anders könne ihm den Geschäftsanteil seines Partners wegschnappen und ihn so seiner kurzfristigen Gewinne berauben.

Ganz anders sieht es aus, wenn Mr. Market depressiv ist und jederzeit mit dem nächsten Unheil rechnet. In diesen Momenten bietet er seinem Partner den eigenen Geschäftsanteil zu Dumpingpreisen an, da er Angst hat, dass der Geschäftsanteil demnächst noch viel weniger wert sei.

Mr. Market widerlegt die effiziente Kapitalmarkttheorie

Gottfried Heller, langjähriger Geschäftspartner und Freund von André Kostolany, äußert sich hierzu wie folgt: „Diese Geschichte vom labilen, irrationalen Mr. Market beschreibt, dass sich die Börse oft wie ein Alkoholiker benimmt. Sie widerlegt auch die effiziente Kapitalmarkttheorie”.

Mit diesem Thema beschäftigt sich auch die Verhaltensökonomik, die oft auch als „Behavioral Finance“ bezeichnet wird und entgegen der effizienten Kapitalmarkttheorie davon ausgeht, dass Anleger zu „Anomalien“ neigen und die Märkte daher – zumindest kurzfristig – nicht effizient sind.

Jetzt möchte ich Ihnen aber erläutern, wie Sie von diesen unsinnigen Kursschwankungen bzw. der Ineffizienz der Märkte profitieren können.

Fazit: Machen Sie sich die Schwankungen des Marktes zunutze

Dass Märkte stets anfällig für Schwankungen sind und die oft beschriebenen „effizienten Märkte“ nur phasenweise existieren, haben Sie bereits erfahren. Daher sollten Sie versuchen, sich diese Preisschwankungen zunutze zu machen. Wenn andere Anleger gierig werden, sollten Sie verkaufen und wenn die anderen Anleger Angst haben und sich in Panik von Aktien trennen, sollten Sie zuschlagen.

Hierzu ein passendes Zitat der Börsenlegende Warren Buffett: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, aber sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“ Das Problem dabei ist: Sie müssen sich selbst überwinden. Denn: Die Menschen neigen dazu, sich mit der Herde zu bewegen.

André Kostolany sagte einst, dass rund 90% der Anleger prozyklisch handeln – also mit dem Strom schwimmen. Das heißt, dass nur 10% in der Lage sind, gegen die Masse zu agieren. Versuchen Sie, zu diesen 10% zu gehören und Sie werden sehen, dass es sich langfristig lohnt.

Ein Beispiel: Jedes Mal, wenn ein Unternehmen Quartals- oder Jahresergebnisse liefert, zählt kurzfristig nicht so sehr, ob die Gewinne gestiegen oder gefallen sind, sondern ob sie besser ausgefallen sind, als von Mr. Market erwartet. Selbst wenn der Gewinnzuwachs groß ist, aber geringer als erwartet, wird der Kurs kurzfristig fallen und bei hohen aber nicht ganz so schlimmen Verlusten, wie befürchtet, wird der Kurs steigen.

Und genau zu solchen Gelegenheiten bietet sich Ihnen die Möglichkeit, antizyklisch zu handeln und somit gegen den Strom zu schwimmen. Dadurch können Sie – wenn Sie so wollen – unlogische Reaktionen des Marktes gewinnbringend nutzen. Wenn Sie also nüchtern handeln, können Sie in Zeiten alkoholisierter Börsen schöne Gewinne erzielen.

15. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.