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Börsentipps: Wie Kapitalanleger Steuern sparen

Ende Mai ist es für Sie wieder so weit. Dann muss im Regelfall die Steuererklärung für das vorangegangene Jahr abgegeben werden. Da dieser Zeitpunkt immer näher rückt, haben wir uns dazu entschlossen, Ihnen an dieser Stelle einige wichtige Steuer-Tipps rund um die Kapitalanlage mit auf den Weg zu geben.

Zunächst erfahren Sie, warum die Abgabe einer Steuererklärung lukrativ ist, wenn Ihr persönlicher Steuersatz unterhalb des Abgeltungssteuersatzes liegt.

Steuererklärung lohnt sich auch im Ruhestand

Häufig denken vor allem Menschen im Ruhestand, dass sie gar nicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, da die Renteneinnahmen und die Börsengewinne bei Weitem nicht mehr dem ehemaligen Arbeitseinkommen entsprechen.

Aber hier ist Vorsicht geboten. Denn: Die für Sie zuständige Finanzverwaltung erhält durch Meldungen der Rentenversicherungsträger genauen Einblick in die Höhe der Renteneinnahmen.

Darüber hinaus können Kapitalerträge, die Sie beispielsweise durch das „Einsteiger- Depot“ erzielen, Ihr Einkommen zusätzlich erhöhen, so dass Sie schnell über die steuerlichen Freibeträge kommen und Steuern zahlen müssen.

Die Renteneinnahmen werden seit dem Jahr 2005 mit einem immer höheren Anteil der Steuer unterworfen. Beginnt z. B. im Jahr 2012 die Rente, so werden von den Renteneinnahmen 64% besteuert. Die restlichen 36% bleiben steuerfrei. Dieser Prozentsatz wird dann für den Rest des Lebens festgeschrieben. Unter Umständen können betriebliche Renten das Einkommen zusätzlich erhöhen.

Niedriger Steuersatz: Dann können Sie Geld zurückfordern

Die Kapitalerträge werden in Deutschland seit 2009 pauschal mit 25% (+ Soli und Kirchensteuer) besteuert. Die Depot-Banken ziehen den Steueranteil (Abgeltungsteuer) direkt ab und leiten das Geld an das Finanzamt weiter.

Daher müssen diese Erträge in der Steuererklärung nicht zwangsläufig angegeben werden. Allerdings kann es sich für Sie unter Umständen lohnen, freiwillig eine Steuererklärung abzugeben und eine sogenannte „Günstigerprüfung“ zu beantragen. Sollten Sie einen persönlichen Steuersatz von unter 25% besitzen, so wird dieser niedrigere Steuersatz auch auf Ihre Kapitalerträge angewendet.

Zu viel gezahlte Steuer (Einbehalt durch die Banken) wird in diesen Fällen zurückerstattet. Aus diesen Gründen ist es ratsam, Ihre persönliche Einkunftssituation genau zu prüfen.

Alles Wichtige über den Freistellungsauftrag

Wie bereits erwähnt, werden Kapitalerträge in Deutschland seit Beginn des Jahres 2009 pauschal mit 25% besteuert. Darunter fallen Kursgewinne, Zinsen und Dividenden.

Seit Einführung der Abgeltungsteuer ist es dabei völlig egal, wie lange Sie die Positionen

gehalten haben, die Ihnen die Kursgewinne, Dividenden oder Zinsen beschert haben. Denn die bis 2009 gesetzlich verankerte Spekulationsfrist von einem Jahr wurde mit Einführung der Abgeltungsteuer gestrichen.

Zu der pauschalen Besteuerung in Höhe von 25% kommen noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer.

Dadurch werden Ihnen als Anleger knapp 30% Ihrer Kapitaleinkünfte genommen. Diese Steuer wird direkt von Ihrer Bank ans Finanzamt abgeführt. Sie haben also keinen Einfluss darauf.

Es gibt einen Ausweg

Aber einen Ausweg gibt es dennoch: Sie können selbst dafür sorgen, dass bis zu 801 Euro (bei Singles und getrennt veranlagten Ehepartnern) beziehungsweise 1.602 Euro (bei zusammen veranlagten Ehepaaren) steuerfrei bleiben.

Bei den genannten Beträgen handelt es sich um die sogenannten Sparerpauschbeträge, die Ihnen gesetzlich zustehen. Durch die Nutzung eines Freistellungsauftrags (oder mehrerer) sorgen Sie dafür, dass Ihre Bank die Abgeltungsteuer erst dann automatisch an das Finanzamt abführt, wenn der Freibetrag überschritten wurde.

Ihr großer Vorteil: Sie müssen sich das Geld nicht später über Ihre Einkommensteuererklärung zurückholen und haben dadurch unterjährig eine höhere Liquidität.

So funktioniert der Freistellungsauftrag

Der Freistellungsauftrag ist ein Formular, welches Sie bei Ihrer Bank bekommen. Bei Online-Banken finden Sie das Formular auf der jeweiligen Internetseite. Der Freistellungsauftrag muss neben Ihrer Adresse und der jeweiligen Bankverbindung den Betrag enthalten, der von der Abgeltungsteuer unberührt bleiben soll.

Dieser Betrag nennt sich „freizustellender Betrag“.

Wie Sie bereits gelesen haben, liegt dieser für Singles und getrennt veranlagte Ehepartner bei 801 Euro und bei zusammen veranlagten Ehepaaren bei 1.602 Euro. Liegt der Bank ein gültiger Freistellungsauftrag vor, weiß Ihre Bank, dass sie für den „freizustellenden Betrag“ keine Abgeltungsteuer an den Staat abführen darf.

Sie können den Ihnen zustehenden Freibetrag übrigens entweder bei einer Bank „aufbrauchen“ oder auf mehrere Banken verteilen.

Pro Bank ist nur ein Freistellungsauftrag einzureichen, der für alle Konten der entsprechenden Bank gilt. Wenn Sie Ihren Freibetrag auf mehrere Banken aufteilen wollen, bei denen Sie Kapitaleinkünfte erzielen, müssen Sie auch mehrere Freistellungsaufträge ausfüllen.

So gehen Sie bei mehreren Freistellungsaufträgen vor

Als Ehepaar können Sie einen gemeinsamen Freistellungsauftrag stellen, wenn Sie zusammen veranlagt werden. Dies ist vor allem dann lohnend, wenn beide Ehepartner hinsichtlich der Höhe sehr unterschiedliche Einkünfte erzielen.

Wenn Sie und Ihr Ehepartner bzw. Ihre Ehepartnerin einen gemeinsamen Freistellungsauftrag stellen, liegt der Pauschbetrag bei 1.602 Euro. Im Falle einer Einzelveranlagung liegt der Betrag entsprechend bei 801 Euro.

Ein gemeinsamer Freistellungsauftrag ist von beiden Ehepartnern zu unterzeichnen und muss auch für Einzelkonten gestellt werden – also nicht nur für Konten, die lediglich auf den Namen eines Ehepartners laufen.

Die Unterschrift beider Ehepartner im Falle eines gemeinsamen Freistellungsauftrages ist wichtig, da der Antrag ansonsten ungültig ist. Wenn Sie und Ihr Ehepartner bzw. Ihre Ehepartnerin getrennt veranlagt werden, kann jeder Partner Beträge bis 801 Euro freistellen lassen. Allerdings ist ein Freistellungsauftrag für gemeinsame Konten dann nicht möglich.

Freistellungsaufträge regelmäßig anpassen

Wenn Sie im Formular nicht explizit einen Endtermin eintragen, ist ein Freistellungsauftrag theoretisch unbegrenzt gültig. Allerdings empfiehlt es sich nicht, die Freistellungsaufträge jahrelang unverändert zu lassen, denn in der Regel werden sich Ihre Kapitaleinkünfte über die Jahre verändern.

Daher sollten Sie einmal pro Jahr Ihre Freistellungsaufträge überprüfen und im Bedarfsfall anpassen. Zu überprüfen ist Folgendes: Ist der Sparerpauschbetrag über die einzelnen Kreditinstitute noch so günstig aufgeteilt, dass er voll ausgeschöpft wird?

Trotz eines oder mehrerer Freistellungsaufträge kann es passieren, dass Sie zu viele Steuern an den Staat zahlen. Soweit die schlechte Nachricht. Es gibt für Sie jedoch auch eine gute Nachricht in diesem Zusammenhang:

Sie können sich die gegebenenfalls zu viel gezahlte Steuer über die Anlage KAP (Kapitaleinkünfte) im Rahmen Ihrer Steuererklärung zurückholen.

7. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.