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Börsenwissen: Ausübung bei Optionen und Fallschirme

Eine Call-Option gibt dem Optionsinhaber das Recht, bis zum Verfallstermin der Call-Option die zugrundeliegende Aktie zum Basispreis zu kaufen. Um dies durchzuführen, muss der Optionsinhaber die Option ausüben.

Dabei verliert der Ausübende den Kurs der Option (Abrechnung mit 0,00), muss dem Optionsverkäufer den Basispreis pro Aktie zahlen und erhält dafür im Gegenzug vom Optionsverkäufer die Aktien.

Beispiel: Call Option auf Anheuser Busch

Laufzeit: 15. Januar 2016

Basispreis: 105.0 USD

Der Optionsinhaber hat nun das Recht, bis zum 15.Januar 2016 die Option auszuüben.

Folgendes passiert jetzt bei einer Ausübung:

  1. Der Ausübende verliert den Preis der Option (Sie wird mit 0,00 ausgebucht, wir behalten also den ursprünglichen Verkaufspreis zu 100%)
  2. Der Ausübende zahlt dem Short-Call-Inhaber (also uns) den Basispreis, also 105,- USD/Aktie
  3. Der Short-Call-Inhaber (wir) liefern dem

Weil wir keine Anheuser-Busch-Aktien haben, werden die Aktien vom Handelssystem automatisch an den Ausübenden übertragen und wir halten danach eine Short-Position in Aktien.

Aus dem short-Call wird also eine short-Aktien Position.

Das ist auch schon alles und macht für den Ausübenden nur Sinn, wenn die Ausübung genau in der Nacht vom Dividendentag zum EX-Tag (Tag nach der Dividendenausschüttung) erfolgt. Dann erhält er nämlich von uns noch die Dividende ausbezahlt.

Allerdings hat dies für uns kaum Nachteile, weil der Kurs der Aktie am nächsten Tag um diesen Dividendenabschlag vermindert wird. Zusätzlich halten wir noch die Gegenposition, nämlich unseren eigenen Call.


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Fallschirmkombination: Ausübungen richtig handeln

Eine Fallschirmkombination besteht in der Regel aus einem Long-Call und einem Short-Call mit gleicher Laufzeit. Dabei ist die Basis des Long-Calls stets niedriger als die Basis des Short-Calls.

Grundsätzlich sind Short-Calls in Aktienpositionen zwar jederzeit ausübbar, jedoch macht dies für den Ausübenden nur in seltenen Sonderfällen Sinn.

Wenn Sie einen Fallschirm über den Dividendentermin hinaus halten, kann es unter bestimmten Voraussetzungen am Dividendentermin zu einer Ausübung in der Short-Call-Position kommen.

Ist eine Ausübung geschehen, dann ist lediglich die Glattstellung des Fallschirms anders vorzunehmen als üblich.

Ausübungen erkennen

Anhand der folgenden Indizien können Sie eine Ausübung ganz leicht als solche erkennen:

  1. Sie erhalten vom Broker eine Nachricht, in der er Ihnen die Ausübung („Option Exercised“) einer Ihrer Positionen mitteilt.
  2. In Ihrer Handelsplattform ist die short-Call-Position verschwunden (Positionsspalte „0“) bzw. bei Teilausübungen ist die Positionsgröße kleiner geworden.
  3. Sie sehen in der Handelsplattform eine negative Aktienposition.

Das sieht beispielsweise so aus:

screen

Im oben gezeigten Beispiel hat der Depotinhaber eine Short-Aktienposition von 600 Siemens-Aktien. Diese Position ist entstanden durch eine Ausübung von 6 Kontrakten eines Siemens Short-Calls.

Merke: Jeder Kontrakt umfasst 100 Optionen und somit auch 100 Short-Aktien bei einer Ausübung.

Über-Nacht-Ausübungen und Gewinne sichern

Folgende 3 Bedingungen müssen zunächst erfüllt sein:

  1. Sie sehen am Tag nach der Dividendenzahlung, dass die Short-Call Position nicht mehr in Ihrem „Portfolio“ steht. (Bzw. bei Teilausübungen die ursprüngliche Kontraktzahl vermindert ist)
  2. Nur der LongCall ist noch vorhanden
  3. zusätzlich sehen Sie die Position 100 Aktien/Kontrakt Short (rot unterlegte -100 Aktien/Kontrakt).

Um nun trotz Ausübung über den Dividendentag hinweg Ihre Gewinne zu sichern, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Kaufen Sie die negative Aktienposition zurück (Das machen Sie ohne Limit, also Market).
  2. Direkt im Anschluss verkaufen Sie Ihren Long-Call. Dabei sollten Sie Ihr Verkaufslimit* dem Markt anpassen

*(Verkaufslimit zwischen Bid- und Ask-Kurs legen, dann schrittweise absenken, bis die Long-Call-Position verkauft ist).

Fertig! Das war´s auch schon.

Mit diesen einfachen 2 Maßnahmen haben Sie den Fallschirm glattgestellt und sich Ihre Gewinne gesichert.

Die Berechnung des Fallschirm-Deals ist aufgrund der Ausübung etwas anders als üblich vorzunehmen. Im nächsten Abschnitt erfahren Sie, wie Sie Ihren Fallschirm-Gewinn bestimmen können.

Fallschirm-Gewinne berechnen

Im vorherigen Abschnitt haben Sie erfahren, wird bei einer erfolgten Ausübung des ShortCalls der Fallschirm in mehrere Einzelgeschäfte gespalten wird. Um Ihre Fallschirmgewinne zu berechnen, kommt deshalb eine andere Berechnung als üblich zur Anwendung.

Die jeweiligen Einzelgeschäfte werden getrennt berechnet und die Ergebnisse dann zusammengeführt. (Das erklärt auch, warum die in Ihrer Handelsplattform angezeigte realisierte P/L(Gewinn/Verlust)-Spalte nicht vollständig ist).

Viele Anleger nutzen einfache Excel-Tabellen, mit denen Sie ganz einfach den Gewinn für den Sonderfall der Ausübung berechnen können.

Das folgende Bild zeigt Ihnen eine solche Tabelle, gefüttert mit Werten eines theoretischen Anheuser-Busch-Fallschirms im Falle einer Ausübung vom Dividendentag (gestern) auf den Ex-Tag (heute):

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Sie sehen also, auch bei einer erfolgten Ausübung der Short-Call-Seite funktioniert die Strategie des Fallschirms.

7. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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