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Börsenwissen: Konjunkturdaten sind für Ihren Anlageerfolg wichtig

An der Börse werden Erwartungen gehandelt. Wie hoch der Gewinn eines Unternehmens im nächsten und übernächsten Jahr voraussichtlich sein wird, beeinflusst den Aktienkurs.

Deswegen spielen Wirtschafts- und Konjunkturindikatoren an den Aktienmärkten eine wichtige Rolle.

Denn diese zeigen an, wie die aktuelle konjunkturelle Stimmung ist und lassen Rückschlüsse auf die zukünftigen Unternehmensgewinne zu.

Wichtige Indikatoren kommen aus den USA

Die wichtigsten Indikatoren – auch für den deutschen Aktienmarkt – kommen dabei aus den USA. „Wenn die USA niesen, bekommt Europa einen Schnupfen“ – diese Börsenweisheit hat sich schon sehr oft bewahrheitet.

Daher geht regelmäßig der Blick über den Atlantik, um frühzeitig festzustellen, in welcher Verfassung die US-Konjunktur ist.

Die US-Wirtschaft hat aufgrund ihrer Größe in den vergangenen 70 Jahren eine Vormachtstellung eingenommen und gilt als Wegweiser für die weltweite Wirtschaftsentwicklung. Allerdings werden Konjunkturindikatoren von Zeit zu Zeit auch überschätzt oder zumindest über- bzw. fehlinterpretiert.

So machen sich aktuell beispielsweise viele Marktteilnehmer viel zu große Sorgen um die Konjunktur in China. Zwar hat sich das Wirtschaftswachstum in China seit einiger Zeit verlangsamt und die Zeiten, in denen das Reich der Mitte mit zweistelligen Wachstumsraten glänzen konnte, sind vorbei.

Aber: Auch zuletzt wuchs die Wirtschaft in China um 6 bis 7% pro Jahr und damit deutlich stärker als beispielsweise die Wirtschaft in Europa oder in den USA.

Damit bleibt China ein wichtiger Wachstumsmarkt. Sie sollten sich von den aktuellen Sorgen um China nicht anstecken und schon gar nicht beunruhigen lassen.

Da der größte Einfluss auf Deutschlands Börsen nach wie vor von deutschen und US-amerikanischen Konjunkturindikatoren ausgeht, folgt jetzt eine Liste mit den wichtigsten deutschen und US-amerikanischen Indikatoren.

US-Indikatoren, auf die Sie als Privatanleger achten sollten

Arbeitsmarktbericht USA: Der Indikator gibt an, wie sich im Vergleich zum Vormonat die Zahl der Arbeitsplätze entwickelt hat, die Entwicklung der Arbeitslosenrate und die durchschnittlichen Stundenlöhne.


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Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Zahl der neugeschaffenen Arbeitsplätze im Vergleich zum Vormonat.

Der US-Arbeitsmarktbericht wird immer am ersten Freitag eines jeden Monats veröffentlicht und gehört zu den wichtigsten Indikatoren zur US-Wirtschaftslage und beeinflusst die weltweiten Börsen.

Einkaufsmanagerindex USA: Der Purchasing Managers Index (PMI), auch „ISM Manufacturing Index“ oder „ISM-Einkaufsmanagerindex“, ist der wichtigste und verlässlichste Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA.

Er wird vom Institute for Supply Management (ISM), einer USamerikanischen Non-Profit-Organisation mit Sitz in Tempe (Arizona), veröffentlicht. Der Indikator gibt an, ob die US-Wirtschaft tendenziell expandiert oder schrumpft.

Für die Berechnung werden 400 Einkaufsmanager aus 20 Bereichen zur Auftragsentwicklung befragt. Veröffentlicht wird dieser Bericht monatlich am ersten Werktag. Die Zahlen beziehen sich dabei auf den vergangenen Monat.

Verbraucherpreise USA: Der Indikator ist wichtig, da er die Inflationsentwicklung anzeigt. Die Geldpolitik hängt stark von der Verbraucherpreisentwicklung ab.

Zur Berechnung werden Preisveränderungen im Bereich Energie, Transport, Gesundheitswesen, Mieten etc. herangezogen. Diese Zahlen werden um den 15. eines Monats für den zurückliegenden Monat veröffentlicht.

Der Indikator Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung USA zeigt an, wie es um die US-Wirtschaft bestellt ist. Hohe Produktion und Auslastung sind verlässliche Indikatoren für die Gewinnaussichten der Unternehmen.

Liegt der Indikator bei Veröffentlichung unter den Markterwartungen, kommt es fast immer zu Kursabschlägen an den internationalen Börsenplätzen. Auch in diesem Fall werden die Zahlen monatlich um den 15. veröffentlicht und beziehen sich auf den Vormonat.

Das Gleiche gilt auch für den Philadelphia-Fed-Indikator. Dieser spiegelt die Entwicklung des produzierenden Gewerbes in den Bundesstaaten Delaware, Pennsylvania und New Jersey wider und gilt als guter konjunktureller Frühindikator. Ein Wert über 0 deutet auf wirtschaftliche Expansion hin und damit auch auf steigende Unternehmensgewinne.

Der Philadelphia-Fed-Indikator wird stets am dritten Donnerstag eines Monats veröffentlicht und bezieht sich auf den laufenden Monat.

Wichtige deutsche Frühindikatoren

In Deutschland gehören zu den wichtigsten Frühindikatoren der Ifo-Geschäftsklima-Index und die ZEW-Konjunkturerwartungen. Beide Indikatoren werden einmal pro Monat veröffentlicht und geben Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.

Zur Berechnung des Ifo-Index werden 7.000 deutsche Firmen über die aktuelle Stimmung, sowie über die Erwartungen für die nächsten sechs Monate befragt. Kommt es dabei zu einer Überraschung in die eine oder andere Richtung, reagieren die deutschen Börsen – international spielt der Indikator dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Der Ifo-Index wird immer gegen Ende eines Monats für den dann noch laufenden Monat veröffentlicht.

Die ZEW (Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung) Konjunkturerwartungen sind das Ergebnis der Befragung von bis zu 350 Finanzexperten aus der Banken- und Versicherungsbranche zur Konjunkturerwartung für die kommenden sechs Monate in Europa. International wird der Indikator zwar kaum beachtet, für die deutsche Wirtschaft spielt er aber eine wichtige Rolle.

Auch diese Daten werden monatlich veröffentlicht. Die Veröffentlichung erfolgt zwischen Mitte und Ende eines Monats. Die genauen Veröffentlichungstermine können Sie der Homepage des ZEW entnehmen.

Ein weiterer wichtiger Indikator ist der Konsumklimaindex für Deutschland. Dieser wird von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erstellt und wird in der Regel am vorletzten Tag des Berichtsmonats veröffentlicht.

Zur Ermittlung werden jeden Monat rund 2.000 Konsumenten zu ihrem Ausgabe- und Sparverhalten und ihren Erwartungen zur konjunkturellen Entwicklung befragt. Dabei geht es sowohl um die gesamtwirtschaftliche Lage als auch um die Situation des eigenen Haushalts. Zusätzlich wird gefragt, ob der Zeitpunkt für größere Anschaffungen aus Sicht der Befragten günstig sei.

Was die Indikatoren für Sie bedeuten: Gut für „Schnäppchenjagd“

Sie sollten sich von den Ausschlägen an der Börsen in Folge der Veröffentlichung dieser Konjunkturindikatoren grundsätzlich nicht irritieren lassen. Von großer Bedeutung sind diese Konjunkturindikatoren nur für Kurzfristanleger.

Sie als Anleger mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont sollten Anlageentscheidungen nicht danach ausrichten.

Meiden sollten Sie jedoch Käufe und Verkäufe an Veröffentlichungstagen der wichtigen Indikatoren. Die Kurse schwanken dann oft sehr stark.

Eine Ausnahme: Sie können diese Tage nutzen, wenn Sie sich auf Schäppchenjagd begeben wollen. Für diesen Fall empfehlen wir sehr niedrige Kauf-Limits. Sollten die Zahlen einzelner Indikatoren negativ ausfallen, können Sie sich mit niedrigem Kauf-Limit günstige Einstiegskurse sichern.

22. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.