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Bonitätsrisiko bei Unternehmensanleihen: Pleitekandidaten umgehen

Der Alptraum eines jeden Anlegers: Er hat viel Geld in eine Anleihe mit lukrativer Verzinsung investiert – doch kurz bevor er seinen Einsatz zurückbekommen soll, meldet das Unternehmen Konkurs an.

Dass das durchaus vorkommen kann, beweisen Fälle aus der Vergangenheit:

  • Im Jahr 1996 musste der renommierte holländische Flugzeugbauer Fokker, eine Tochter der damaligen Daimler-Benz AG, Konkurs anmelden. Einige tausend Anleger verloren einen Großteil ihres Geldes, das sie in die vermeintlich sicheren und von manchen Banken massiv empfohlenen Fokker-Anleihen investiert hatten.
  • Im Juni 1990 schlitterte die australische Bond-Holding in den Vergleich – gerade mal 2 Jahre nachdem die BHF- Bank für rund 300 Mio. DM Anleihen unter die Anleger gebracht hatte. Auch hierbei sind den Anlegern der größte Teil des eingesetzten Kapitals verlorengegangen.

Daher sollte eines klar sein: Einen 100%igen Schutz gegen die Unternehmenspleite gibt es nie; denn kein Mensch kann heute vorhersagen, wie es um einen Betrieb in 5 oder 10 Jahren bestellt sein wird.


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Rating-Note: Guter Anhaltspunkt für persönliche Auswahl

Allerdings hat man mit Hilfe des sogenannten Ratings die Möglichkeit, wenigstens die aktuelle Finanzlage eines Unternehmens einigermaßen zuverlässig abzuschätzen.

Rating-Agenturen prüfen die Vermögens- und Ertragslage von Anleihenherausgebern auf Herz und Nieren und fassen das Ergebnis in der sogenannten Rating-Note zusammen.

Mehr dazu: Unternehmensanleihen: Das Rating und sein Stellenwert

Diese in vielen Finanzzeitschriften im Kursteil regelmäßig veröffentlichten Angaben geben in aller Kürze Aufschluss darüber, ob der Herausgeber der Anleihe finanziell gesund ist oder bereits auf wackligen Beinen steht.

Auch wenn die Rating-Einstufung eines Unternehmens beziehungsweise einer Unternehmensanleihe durch die Agenturen mit gewissen Unsicherheiten verbunden bleibt, weil sich die Unternehmenslage zukünftig ändern kann, bietet die Klassifizierung doch einen guten Anhaltspunkt für die persönliche Auswahl.

Bonitätsrisiko: Unternehmensanleihe mit hoher Rendite mit Vorsicht zu genießen

Je unsicherer die Anleihe, desto höher ist die Verzinsung – denn mit dem Aufschlag muss der Herausgeber die Risikobereitschaft des Anlegers honorieren.

Und das heißt umgekehrt: Je höher die Rendite für eine Unternehmensanleihe ist, desto kritischer ist das Rating zu betrachten!

Mehr dazu: Das Kursrisiko: Verluste minimieren heißt Marktzinsen im Auge behalten

Auch die Restlaufzeit der Anleihe spielt beim Risikofaktor mit. Bei besonders langlaufenden Anleihen über 10 Jahre oder noch längere Zeiträume kann man die Entwicklung auch mit dem besten Rating nicht genau abschätzen.

Achtung: Auch Rating-Agenturen können sich irren!

Keine Rating-Agentur übernimmt die Haftung für ihre Einschätzung. Deshalb weisen die Prüfer immer wieder darauf hin, dass die Rating-Note selbst noch lange keine Anlageempfehlung ist.

Aus diesem Grund kann die Note als zuverlässige Aussage für die Gegenwart und als eingeschränkte Prognose für die nahe Zukunft betrachtet werden. Außerdem sollte darauf geachtet werden, ob das Unternehmen zwischenzeitlich eventuell herabgestuft wird.

Praxis-Tipp: Wenn vom Emittenten kein Rating vorliegt, lässt man als Anleger am besten die Finger von der Anleihe. Hier ist die Wahrscheinlichkeit zu hoch, dass der Risikoaufschlag zu niedrig ist.

Ein Unternehmen, das einer Investition würdig ist, muss bereit sein, mit dem Rating seine Finanzen offenzulegen und dafür auch die mit der Einstufung verbundenen Kosten zu übernehmen.

10. Februar 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.