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Brasiliens Wirtschaftsprobleme durch die Fußball-WM erschwert

Brasiliens Wirtschaftsprobleme traten genauso plötzlich auf, wie das Debakel der Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Deutschland. Über lange Zeit galt Brasilien als Favorit der Privatanleger unter den Schwellenländern. Auf Platz 7 der weltweit größten Volkswirtschaften lockte es zahlreiche Spekulanten ins Land. Als Austragungsort der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 und der Olympischen Sommerspiele 2016 sorgte dies für zusätzlichen Optimismus.

Brasiliens Wirtschaftsprobleme lassen sich nicht durch Sportevents lösen

Doch der Druck war ähnlich wie bei den Fußballspielern zu groß. Während einerseits die Erwartungen an den WM-Sieg ins Unermessliche stiegen, stürzte der Wert der eigenen Währung ins Bodenlose. Der brasilianische Real und dessen Vorgänger sind seit Jahrzehnten Opfer der Inflation. Auch die derzeit übliche Reaktion der nationalen Zentralbank in Form von geldpolitischen Maßnahmen verpuffte. Der ehemalige Wachstumsweltmeister ist Geschichte und muss sich abseits vom Fußball ebenfalls um einen Neuaufbau bemühen.

Im Nationalteam sollten es 2 Spieler richten: im Sturm Neymar; in der Abwehr Thiago Silva. Doch genauso wie die beiden Stars im Halbfinale nicht helfen konnten, scheinen auch die WM und die Olympiade die Krise nicht abwenden zu können. Eine extrem niedrige Investitionsquote von 18% laut dem Auswärtigen Amt verhindert zudem eine baldige Erholung.

Schwache Währung hilft nicht beim Export

Außerdem sind durch den schwachen Real die Exporte nur in etwa gleichgeblieben. Wenn die Währung an Wert verliert und die Waren für andere Nationen dadurch günstiger werden, sollte der Export zunehmen. Das ist jedoch ausgeblieben. Ein weiterer Punkt in der langen Liste von Brasiliens Wirtschaftsproblemen.

Besonders die Bevölkerung macht auf die eigenen Missstände im Land aufmerksam. Die Demonstranten während der Fußball-WM und ein Jahr zuvor beim Confed-Cup haben dies mehr als deutlich gemacht. Anstatt beispielsweise Milliarden in neue Stadien zu investieren, wäre das Geld viel besser im Bildungssystem und Krankenhäusern untergebracht. Denn dort liegt in Brasilien viel im Argen, doch die Politik ist auf diesem Auge noch blind.

Es gab vor der Weltmeisterschaft einen kurzzeitigen positiven Impuls. Ausschlaggebend dafür war, dass die Infrastruktur verbessert wurde. Von besseren Straßen haben zumindest auch die Bewohner nachhaltig etwas davon. Wenn allerdings ein mehrere hundert Milliarden Euro teures Stadion gebaut wird, das lediglich 4 WM-Spiele austrägt, ist dies eine Fehlplanung sondergleichen. Vor allem, wenn bereits jetzt schon feststeht, dass nach der WM dieses Stadion wohl ungenutzt verfallen wird.

Brasiliens Wirtschaftsprobleme sind ähnlich hausgemacht wie die Schwierigkeiten in der Nationalmannschaft. Nicht nur der Fußball beim Gastgeber der WM muss neu durchdacht werden, sondern auch die Innenpolitik. Brasilien hat große Talente, die gilt es zu fördern. Brasilien hat riesige Ölfelder, deren Einnahmen gilt es sinnvoll zu investieren. Die Lösung scheint realistisch, wenngleich die Umsetzung einige Zeit benötigt. Trotzdem – bis zur WM 2018 in Russland kann Brasilien sicher in einem anderen Licht glänzen. Vorausgesetzt jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt.

Brasiliens Wirtschaftsprobleme lassen Anleger zögern

Aus Sicht von Privatanlegern ist deshalb die siebtgrößte Volkswirtschaft momentan noch zu meiden. Erst wenn es Anzeichen für eine Wende gibt, kann die Investitionsquote langsam gesteigert werden. Ein steigender Real könnte ein erstes Anzeichen sein. Genauso sollte auch der Aktienindex Brasiliens im Auge behalten werden. Kann der Bovespa wieder stetig steigende Kurse melden, werden Privatanleger bestimmt investieren. Denn Brasilien hat enormes Wachstumspotential – es muss nur genutzt werden.

5. Juli 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.