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Brexit: Der große Verlierer ist Großbritannien, nicht die EU!

Warum tendierten die Aktienmärkte am Freitag und am Montag unmittelbar nach dem Brexit (24. und 27.06.2016) derart schwach?

Es war vornehmlich die Angst, dass durch das britische Brexit-Beispiel weitere Staaten der Europäischen Union (EU) animiert werden könnten, Austritts-Referenden herbeizuführen.

Das würde wohl den allmählichen Zerfall der EU bedeuten. Diese Gefahr ist indes weit geringer, als die Investoren derzeit (noch) vermuten:

Zum einen wird schon bald sichtbar werden, dass Großbritannien der wahre Verlierer seiner Austritts-Entscheidung ist.

Dies zeigt sich bereits jetzt in Grundzügen und wird schon bald noch offensichtlicher werden.

Zum anderen dürften mögliche „Exit-Aspiranten“ davon abgeschreckt werden, was sich im Vereinigten Königreich seit der Brexit-Entscheidung verändert und verändern wird.

Zudem ahnen bis dato nur Wenige, welche Arbeits-Lawine diesbezüglich auf das Inselreich zurollt.

Warum Großbritannien der wahre Verlierer des Brexits ist

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gestern in Ihrer bemerkenswerten Regierungs-Erklärung das Prozedere eines britischen Austritts aus der EU deutlich gemacht:


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Erst wenn Großbritannien den Antrag auf ein Ausscheiden aus der europäischen Gemeinschaft stellt, werden Verhandlungen zwischen den beiden Parteien aufgenommen. Vorverhandlungen oder Sondierungs-Gespräche wird es nicht geben.

Das heißt: Es wird von vornherein ausgeschlossen, dass Großbritannien die Vorteile und Privilegien einer EU-Mitgliedschaft weitgehend weiter nutzen kann, die Nachteile jedoch komplett für sich ausschließt.

Zitat Merkel: „Es wird keine Rosinenpickerei geben!“

Was die Brexit-Befürworter in ihrem Wahlkampf den britischen Bürgern nicht gesagt haben: Ab dem Zeitpunkt der Antragstellung beginnt eine 2-jährige Frist, in der alle Modalitäten des Austritts verhandelt werden müssen.

Es gibt viel zu tun, Großbritannien: Packt es lieber bald an!

Zwar gibt es die Möglichkeit, diese Frist zu verlängern, doch auch dann wird es eng werden. 2 oder 3 Jahre – das klingt nach einem langen Zeitraum für Verhandlungen.

Allerdings haben nur Wenige bislang eine Vorstellung davon, WAS in dieser Zeitspanne alles bewältigt werden muss. Um nur einige wichtige Kernpunkte zu nennen:

  • Es müssen neue Handels-Vereinbarungen mit der EU getroffen werden.
  • Es müssen neue Handels-Abkommen mit rund 50 Staaten außerhalb der EU vereinbart werden; darunter die USA, Japan und China. (Diese Nationen tauschen Waren auf Basis der mit der EU vereinbarten Abkommen.)
  • London ist eines der größten Finanz-Zentren der Erde. Hier müssen ebenfalls neue Regeln aufgestellt werden, wie das Vereinigte Königreich seine Finanz-Dienstleistungen künftig „an den Mann bringt“.
  • Arbeits-Erlaubnisse und alle Konditionen, unter denen derzeit rund 2 Mio. Briten in der EU leben und arbeiten, müssen neu geregelt werden. Das gilt umgekehrt für die rund 3 Mio. aus der EU stammenden Menschen, die in Großbritannien arbeiten und leben.

Wir alle wissen, wie lange es schon ohne Zeitdruck dauert, umfangreiche Änderungen in Handels-Abkommen zu realisieren:

Das Transatlantische Freihandels-Abkommen zwischen der EU und den USA wird bereits seit Juni 2013 von beiden Parteien verhandelt!

Fazit

Die hier genannten Punkte sind selbstverständlich nur ein Auszug dessen, was auf das Vereinigte Königreich zukommt: Es ist weit mehr als eine „Herkules-Aufgabe“ für die (kommende) britische Regierung, die diese Verhandlungen führen muss.

Die Erkenntnis darüber, welche Hürden hier bei einem Wunschaustritt genommen werden müssen, wird andere EU-Länder, die möglicherweise auch mit dem Gedanken eines Austritts gespielt haben, schnell auf den Boden der Realität zurückbringen.

Und dabei haben wir die wirtschaftlichen Probleme, die auf Großbritannien schon jetzt einwirken (Stichwort: historisches Tief für das Britische Pfund) und sich künftig zeigen werden, noch gar nicht angesprochen.

Die Aktienmärkte begannen, dies seit dem Dienstag nach dem Brexit (28.06.2016) allmählich zu realisieren und wieder aufwärts zu tendieren!

29. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.