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Brexit: EU-Zusammenbruch und die Folgen

Andere Beiträge haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass ein „Brexit“, ein Ausscheiden Großbritanniens aus der EU, schon seit langem diskutiert wird.

Daran ändert auch der Ausgang der jüngsten britischen Parlamentswahlen nichts. Denn der „Brexit“ bleibt nach wie vor ein Thema!

Auswirkungen eines „Brexit“ auf Deutschland

Kommt es zu einem „Brexit“, dann verliert Bundeskanzlerin Angela Merkel zweifellos einen der wichtigsten Verbündeten in Europa.

Das Projekt der „Vereinigten Staaten von Europa“ wäre nicht nur nachhaltig gestört, sondern gar zerstört!

Fällt England weg, dann auch einer der wichtigsten deutschen Handelspartner. Zudem hätten die Südstaaten (mit Frankreich) in der EU ein Übergewicht. Gerade das liegt sicher alles andere als im Interesse der Bundesregierung!

Die deutschen BIP-Einbußen bei einem „Brexit“ würden bei 0,3 bis 2 Prozent liegen. Umgerechnet entspricht dies rund 700 Euro Verlust pro Kopf.

„Brexit“ bedeutet größere Haftungen für den deutschen Steuerzahler

Deutschland als größter Nettozahler würde für noch mehr Haftungen und Zahlungen in der EU herangezogen werden, wenn Großbritannien wegfällt.

Konkret müsste der deutsche Steuerzahler jährlich zusätzlich 2,5 Milliarden Euro mehr löhnen! Das bedeutet, dass die Bundesregierung dieses Geld entweder anderswo einspart (aber wo?) oder es sich holt.

Von Ihnen. Mit höheren Steuern und/oder Abgaben. Dadurch – und durch die BIP-Einbußen pro Kopf – würden Sie an Vermögen verlieren.

Der „Brexit“ zeigt die Nachteile der EU

Wenn Sie die vorangegangenen Zeilen noch einmal lesen, dann werden Ihnen die Nachteile eines EU-Mitgliedslandes erst richtig bewusst!

Die einzelnen EU-Staaten sind bereits so miteinander verzahnt, dass der eine für die Schwäche des anderen „einstehen“ muss. Sprich für dessen Schulden und Misswirtschaft.

So liegt es auf der Hand, dass ein Austritt aus dieser „europäischen Schuldenunion“ also auch immense Vorteile hätte. Jene jedoch werden von den EU-Befürwortern kleingeredet oder ganz verschwiegen. Nachfolgend sehen wir uns das am Beispiel Großbritanniens an.

Vorteile eines „Brexit“ für Großbritannien

Während die Nachteile eines „Brexit“ überwiegend wirtschaftlicher Natur sind, könnte Großbritannien damit viele Vorteile erzielen. Vor allem politische:

– Keine politische Bevormundung mehr aus Brüssel.

– Keine bürokratischen Vorschriften mehr aus der EU.

– Der Mangel an demokratischer Legitimation – wie in der EU – fällt weg.

– Eigene Entscheidungsfreiheit bei sämtlichen Rechtsprechungen und Regularien.

– Keine Hilfskredite mehr an andere (südeuropäische) Länder.

– Bislang gehen Mitgliedsbeiträge an die EU. Großbritannien könnte rund 0,5 Prozent des nationalen Einkommens für sich selbst behalten. Das sind etwa 10 Milliarden Euro jährlich.

– Ein weiterer Vorteil: Großbritannien ist nicht Mitglied in der Eurowährungszone, hat also bereits eine eigene Währung. Das Pfund Sterling.

– Andere Experten kommen zu dem Schluss, dass die Wirtschaft Großbritanniens bei einem „Brexit“ nicht schrumpft, sondern wächst. Und zwar bis zu 1,6 Milliarden Euro jährlich.

– Handelseinbußen mit der EU könnten mit den Schwellenländern kompensiert werden, um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. Der Fokus könnte dabei auf den aufstrebenden Märkten in Asien und Südamerika liegen. Wie beispielsweise in Brasilien, Russland, Indien und China.

– Zudem könnte Großbritannien ein Freihandelsabkommen mit der EU abschließen. Somit weiterhin starke Wirtschaftsbeziehungen unterhalten. Ähnlich der Schweiz.

Sie sehen also: Ein „Brexit“, ein Austritt aus der EU, hätte nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile, über die Sie nun informiert sind. So können Sie der medialen oder politischen Hetze gegen einen „Brexit“- mit Argumenten gestärkt – entgegen treten.

Denn letztlich geht es nur um eines: Um die Angst vor dem Zerfall der EU. Und dem damit verbundenen offensichtlichen Versagen der Politiker!

11. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.