Das alte „Konzept“ BRIC wird dieser Tage wieder aufgewärmt.
In Beiträgen von Magazinen lesen Sie häufiger, dass das Kürzel funktioniert.
BRIC steht für Brasilien, Russland, Indien und China. Dies sind die Wachstumsstaaten, deren Börsen das gesamte Chancenpotenzial zeigen sollen. Anfangs funktionierte die Bündelung sehr gut. Inzwischen aber mehrten sich die Verluste.
Marketing-getrieben
„BRIC“ ist schlicht marketing-getrieben. Ausschließlich für den Vertrieb von Fonds und Zertifikaten gedacht, feierte das Kürzel gut zehn Jahre lang beste Vertriebserfolge. Es gibt sogar einen „Dax Bric“, der die Wertentwicklung abbilden soll.
Allerdings: die Zusammenbindung der verschiedenen Wachstumsregionen ist, wie wir auch an dieser Stelle öfter geschrieben haben, willkürlich. Russland, Indien, China und Brasilien bedienen ganz unterschiedliche Märkte. Die gleichzeitige Entwicklung ist teils Zufall. Denn:
China hat ein Wirtschaftswachstum, dass absolut wesentlich größer als das Indiens ist. Die Inflation Chinas ist gleichzeitig mit etwa 5% deutlich geringer als die Indiens. Indien bedient durch die frühere Kolonialisierung den englischsprachigen Weltmarkt sehr viel unbefangener als China.
Alleine eine Heerschar an Programmierern aus Indien steht den Softwareherstellern weltweit zur Verfügung. Indien baut billige Autos für den Weltmarkt, China dagegen lässt Konzerne aus Deutschland vor Ort Autos bauen.
Brasilien wiederum hat über die Rohstoffe einen vollkommen anderen Zugang zu den Weltmärkten als Indien. Russland ist politisch anders geprägt als Brasilien.
- Die Unterschiede der einzelnen BRIC-Staaten sind zu groß, als dass alle über einen „Wirtschaftskamm“ geschert werden könnten.
- Dies macht sich auch an den Börsen bemerkbar. Die brasilianische Börse Bovespa befindet sich fast im Aufwärtstrend, während der indische DBIX-Markt deutlich sinkt.
- Der Hangseng aus China führt demgegenüber sogar fast ein Eigenleben – und hat als große Konkurrenz in der Heimat zudem die Börse in Shanghai.
- Schließlich verliert der russische Index derzeit massiv, weil die politische Unsicherheit im ehemaligen Riesenreich zu groß wird.
Anlageidee: zu gefährlich
Daher ist eine solche Zusammenballung schlicht gefährlich. Laufen die Weltbörsen wie vor Jahren gut, kann auch das „BRIC“-Konzept nebenher funktionieren. Als Kriseninvestment taugt die Zusammenstellung jedoch nicht.
GeVestor meint: Vorsicht vor den Fonds, die auf „BRIC“ setzen. Wenn die Weltwirtschaft in massive Probleme gerät, wird ein „BRIC“-Investment Sie nicht schützen. Im Gegenteil: fällt einer der Märkte innerhalb dieser Zusammenstellung aufgrund von Exportproblemen aus, wird es brenzlig.
Wir meinen: BRIC garantiert keinen Erfolg. Die Banken versuchen zwar auch, Zertifikate mit verschiedenen Boni zu verkaufen, aber auch das wird keine Rendite bringen. Wenn, investieren Sie einzeln in die Länder und Märkte. Dann haben Sie die höchste Kontrolle.
Als geeignetes Instrument dafür bieten sich ETF börsengehandelte Fonds an.


