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Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – Ein Vergleich der Wirtschaftslage

Das Bruttoinlandsprodukt oder auch der BIP ist die Summe der Marktwerte aller in einem Land hergestellten Güter und Dienstleistungen (abgesehen von den erbrachten Vorleistungen).

Mehr dazu: Bruttoinlandsprodukt: Definition der wichtigsten Wirtschaftsgröße

Das BIP wird während eines bestimmten Zeitraumes – üblicherweise eines Jahres – bestimmt und ist außerdem die wohl wichtigste Kennzahl der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Es gibt also Aufschluss über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und Entwicklung eines Landes bzw. einer Region.

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf

Das BIP pro Kopf dient dem nationalen und internationalen Vergleich. Normalerweise wird es zur Messung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit von Ländern und Regionen verwendet.

Der Bezug des regionalen BIP auf die jeweilige Einwohneranzahl einer bestimmten Region macht einen Vergleich der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung verschieden großer Volkswirtschaften möglich.

Mehr dazu: Bruttoinlandsprodukt (BIP): der Einfluss auf Aktiengewinne

Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ist außerdem nicht nur die Grundlage für politische Entscheidungen und Standortbestimmungen. Nach dessen Höhe richtet sich auch die Vergabe von Förderungen der EU-Strukturfonds für Regionen mit Entwicklungsrückstand.

Der Stellenwert des BIP pro Kopf für wirtschaftliche Regionalvergleiche wird jedoch dadurch etwas vermindert, dass die wirtschaftliche Leistung in einigen Regionen durch Berufspendler auf ein Level erhöht wird, das eindeutig über der von den Einwohnern erreichten Wirtschaftsleistung liegt.

In Regionen mit erhöhtem Pendlervorkommen, wie zum Beispiel Bremen oder Hamburg, wird das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf also im Vergleich zu anderen Ländern überschätzt, während in Regionen mit einem geringeren Pendlervorkommen das BIP je Einwohner unterschätzt wird.

Das BIP pro Kopf ist keine perfekte Kennziffer. Sie weist einige methodische Mängel auf, weil nach dem Inlandsprinzip (BIP am Arbeitsort) beziehungsweise nach dem Inländerkonzept (Einwohner am Wohnort) ermittelte Angaben aufeinander bezogen werden.

Bruttoinlandsprodukt pro Kopf: Berechnung und Beispiel

Die Berechnung für das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gestaltet sich relativ einfach, zumindest wenn man schon den Wert des BIP kennt.

BIP pro Kopf = BIP : Anzahl der Einwohner

Beispiel:

2012 erwirtschaftete Nordrhein-Westfalen ein BIP von 582,1 Mrd. € mit 17.837.706 Einwohnern. Die Rechnung sieht also so aus:

582,1 Mrd. € : 17.837.706 = 32.633,12 Mrd. € (gekürzt)

Das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in NRW für das Jahr 2012 hat also 32.633,12 Mrd. € betragen.

Mehr dazu: BIP-Wachstum: Das Internet als unterschätzte Macht

Fazit: Insgesamt sollte der Vergleich von Ländern und Regionen mit Hilfe des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf mit Vorsicht betrachtet werden.

Das BIP pro Kopf eines Landes kann zwar sehr hoch sein, jedoch ist damit noch nicht bestimmt, wie viel Geld ein Einwohner des jeweiligen Landes tatsächlichen zur Verfügung hat.

Dafür wichtig sind die Lebensunterhaltungskosten in dem jeweiligen Land. Auch die Umrechnung des BIP pro Kopf auf nominelle Wechselkurse erschwert die Vergleichbarkeit ungemein.

14. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.