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Bruttoinlandsprodukt und Bruttosozialprodukt einfach erklärt

Die Begriffe „Bruttoinlandsprodukt“ und „Bruttosozialprodukt“ hat wohl jeder schon einmal gehört. Aber wo liegt eigentlich der Unterschied? Grundsätzlich dient das Bruttoinlandsprodukt als ein Produktionsmaß für ein Land, während das Bruttosozialprodukt auf Einkommensgrößen abzielt.

Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Bruttosozialprodukt (BSP) hängen aber voneinander ab. Bei der Berechnung des Bruttosozialprodukts geht man in der Regel vom Bruttoinlandsprodukt aus.

Das Bruttoinlandsprodukt

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es misst den Gesamtwert aller Güter, also Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen.

Waren und Dienstleistungen, die als Vorleistung für die Produktion anderer Güter verwendet werden, berücksichtigt das BIP demnach nicht.

Das BIP ist die Summe aller Waren, die in einem Land erzeugt wurden, und zwar unabhängig davon, ob sie durch Inländer oder Ausländer produziert wurden. Das Bruttoinlandsprodukt kann sich auf Staaten, aber auch auf andere administrative oder geografische Einheiten beziehen, wie zum Beispiel die Europäische Union.

Da das Bruttoinlandsprodukt als Messgröße für das Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft gilt, ist es die wichtigste Größe bei der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. In der Regel wird das BIP für Jahre und Vierteljahre berechnet.

Das BIP wird außerdem für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Staates im internationalen Vergleich herangezogen.

Das Bruttosozialprodukt

Das Bruttosozialprodukt (BSP) nennt man auch Bruttonationaleinkommen (BNE). Das BSP drückt die Summe aller Güter und Dienstleistungen aus, die in einer Volkwirtschaft innerhalb eines Jahres hergestellt wurden. Um das Bruttosozialprodukt zu berechnen wird vom Bruttoinlandsprodukt ausgegangen.

Das BSP unterscheidet sich vom BIP dadurch, dass die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Inländer im Ausland hinzugezählt und die Erwerbs- und Vermögenseinkommen der Ausländer im Inland abgezogen werden.

Das bedeutet konkret: Bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts werden die Leistungen und Vermögen von In- und Ausländern erfasst, während sich das Bruttosozialprodukt hingegen nur nach dem Inländerprinzip richtet.

Während also in das Bruttoinlandsprodukt alle Produkte einfließen, die auf dem Gebiet eines Landes erstellt wurden, zählen zum Bruttosozialprodukt alle Güter, die von Inländern produziert wurden, unabhängig davon, ob diese Produktion im Ausland oder Inland erfolgt.

Allgemein unterscheidet man zwischen dem nominalen und realen Bruttosozialprodukt. Bei der Berechnung des nominalen Bruttosozialprodukts werden alle produzierten Güter und Dienstleistungen mit den Preisen des Erstellungsjahres, d.h. zu laufenden Preisen, einbezogen.

Dagegen liegen dem realen Bruttosozialprodukt die Preise eines bestimmten Basisjahres zugrunde. Die Inflationsrate ist also herausgerechnet. Die Berechnung des realen BSP bewirkt, dass eine Erhöhung des Bruttosozialprodukts, die auf Preissteigerungen zurückgeht, vollkommen unberücksichtigt bleibt.

Seit 1992 zieht das Statistische Bundesamt allerdings nicht mehr das Bruttosozialprodukt, sondern das Bruttoinlandsprodukt als Wachstumsmaßstab heran. Man geht mittlerweile davon aus, dass die eigentliche Produktion innerhalb eines Landes hinsichtlich der Entwicklungsdynamik aussagekräftiger ist als die Frage, wer die Leistung erbracht hat.

29. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.