MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Bruttosozialprodukt der Bundesländer als Wirtschaftsbarometer

Das Bruttosozialprodukt (BSP), seit 1999 Bundesnationaleinkommen (BNE) genannt, dient der Wirtschaftspolitik als ökonomischer Gradmesser. Mittlerweile gilt jedoch eher das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßzahl für die Leistung einer Volkswirtschaft.

Die oberste Priorität der Wirtschaftspolitik liegt in der Steigung des Bruttosozialproduktes zur Erhöhung des Lebensstandards und des Wohlergehens der Bevölkerung. Die Auswirkung der Steigung des BSP auf die Aktienkurse liegt zwar auf der Hand, jedoch sollte der Indikator lediglich als Orientierungshilfe angesehen werden.

Bruttosozialprodukt der Bundesländer: kurze Definition

Das Bruttosozialprodukt (BSP) der Bundesländer stellt in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung die volkswirtschaftliche Leistung eines Staates, hier der Bundesrepublik Deutschlands, dar. Dabei werden unter anderem Steuern, Subventionen und Abschreibungen mit berücksichtigt.

Das BSP gilt neben dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) als einer der wichtigsten Indikatoren für die Konjunktur und das Wachstum einer Volkswirtschaft. Das BSP misst das Einkommen der Inländer einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres und gibt somit die im Land erwirtschaftete Leistung an. Dies geschieht unabhängig davon, wo das Einkommen erwirtschaftet wurde.

Somit fließen ins Ausland geflossene Einkommen nicht in die Berechnung des Bruttosozialprodukts mit ein, dafür jedoch die empfangenen Einkommen aus dem Rest der Welt.

Statistiken der einzelnen Bundesländer

Das Bruttosozialprodukt der einzelnen Bundesländer über den Zeitraum von 1991 – 2011 gibt einen guten Überblick über die Entwicklung des Wirtschaftsindikators. Es wurde erstellt vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, der die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen der Bundesländer zusammenstellt.

Das BSP konnte von 1991 – 2009 bundeseweit einen kontinuierlichen Anstieg vorweisen. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern verzeichneten die höchsten Werte des BSP.

Einen Rückgang des BSP im Vergleich zum Vorjahr musste jedoch in 2009, im finanziellen Krisenjahr der Bundesrepublik, in allen Bundesländern verzeichnet werden. Besonders Baden-Württemberg und das Saarland mussten einen Rückgang von über 4% im Vorjahresvergleich verkraften. Allerdings konnten bis 2011 wieder stabile Wachstumsraten verzeichnet werden.

Abgrenzung zum Bruttoinlandsprodukt

Auch in die Berechnung des BIP fließt der Wert aller Güter und Dienstleistungen ein, die innerhalb eines Landes erwirtschaftet wurden.

Im Gegensatz zum BSP greift das BIP jedoch den Inlandsgedanken auf. Das BIP enthält demnach auch das Einkommen von Ausländern, die im Land arbeiten, allerdings nicht das Einkommen, das von Inländern im Ausland erwirtschaftet wird. In vielen Wirtschaftsstatistiken wird mittlerweile vorzugsweise das BIP als Indikator der wirtschaftlichen Leistung herangezogen.

Kritik

Das BSP gilt wie auch das BIP als Maßzahl für Wohlstand, lässt jedoch soziale Komponenten wie Gesundheit, Qualität der Kindererziehung oder Glück gänzlich außer Acht.

Aufgrund dessen wurden Indikatoren wie etwa der Index of Sustainable Economic Welfare (ISEW) oder Genuine Progress Indicator (GPI) entwickelt, die das BSP und das BIP durch zusätzliche Faktoren wie Bildung oder Ausgaben des Gesundheitswesens ergänzen oder ersetzen sollen. Auch soziale Indikatoren werden als Alternative angesehen.

Fazit

Das BSP gilt neben dem BIP als einer der wichtigsten Indikatoren der wirtschaftlichen Leistung der Bundesrepublik. Nicht nur die Politik orientiert sich dabei an dieser Maßzahl, auch ihr gesellschaftlicher Einfluss ist nicht zu unterschätzen.

Die Steigerung dieses ökonomischen Indikators ist nach wie vor eines der vorrangigen Ziele der Wirtschaftspolitik und soll die Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung gewährleisten. Als Indikator für die tatsächliche Zufriedenheit der Bürger eines Landes ist das BSP jedoch nicht zu sehen.

7. Dezember 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.