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Buch-Rezension: Staaten und die Kultur der Inflation

Unter professionellen Ökonomen werden einige Themen seit Jahrzehnten heftig und kontrovers diskutiert. Hierzu zählt sicherlich auch die Debatte um den so genannten Goldstandard.  Im Grunde geht es um die Frage, ob es sich stabilisierend auf ein Finanzsystem auswirkt, wenn der verwendeten Währung reale Wertentsprechungen zugrundeliegen, zum Beispiel in Form von Edelmetall.

Das Buch „Krise der Inflationskultur. Geld, Finanzen und Staat in Zeiten der kollektiven Korruption“ von Jörg Guido Hülsmann befasst sich eingehend mit genau dieser Fragestellung.

Abschied vom Goldstandard markiert den Anfang der Probleme

Vor Ende des zweiten Weltkrieges herrschte der so genannte Goldstandard in fast allen wichtigen Handelsnationen als Normalzustand. Der Gedanke dahinter war einfach: Modernes Papier- und Münzgeld erlangt seine Bedeutung nicht mehr durch den Wert seines Eigenmaterials.

Es kann nur als Stellvertreter für andere, real existierende Werte dienen. Daher wurde nur so viel Geld in Umlauf gebracht wie die Staaten in Goldreserven hielten. Auf diese Weise war jede Währung durch das Gold im Hintergrund gedeckt und konnte theoretisch jederzeit für das Edelmetall eingetauscht werden.

Für viele Geldmarktexperten stellt der Abschied vom Goldstandard, der sich zusehends nach Ende des zweite Weltkrieges vollzog, zugleich den Anfang der heutigen Finanzkrise dar. Jörg Guido Hülsmann, selbst Professor für Wirtschaftswissenschaften, gehört zu diesen Kritikern.

Denn er sieht vor allem in der immer weiter voranschreitenden Geldschöpfung „aus dem Nichts“, besonders in Form des Giralgeldes, eine große Gefahr für den internationalen Zahlungsverkehr.

Wiener Schule: Offene Kritik an ineffektiver Wirtschaftspolitik

Eines wird im Verlauf der Lektüre mehr als deutlich: der Autor ist ein bekennender Anhänger der „Wiener Schule“, einer eigenen finanztheoretischen Ausrichtung und Tradition, deren Wurzeln in Österreich liegen. Gerade dort hat man es sich verstärkt zur Aufgabe gemacht, die verschleiernden Korrekturen und ineffektiven Schutzmaßnahmen der Wirtschaftspolitik direkt anzusprechen und deutlich zu kritisieren.

Bei seinen Ausführungen schenkt Hüslmann der engen Verflechtung von Staat und Wirtschaft besondere Aufmerksamkeit. In seinen Augen dient das System ausschließlich der Erhaltung einer verstaatlichten Geldordnung und der Abschöpfung größtmöglicher Gewinne direkt aus der Tasche des einzelnen Bürgers.

Zudem kritisiert er Begriffshülsen, die von „Alternativlosigkeit“ künden oder anderweitig die scheinbare Notwendigkeit des unbegrenzten Geldruckens ins Verständnis der Öffentlichkeit zu brennen suchen. Unreflektierter Aktionismus, in den Augen Hülsmanns.

Das Fazit: Mehr Liberalität und eine Währungsreform

In den Kapiteln 11 und 12 beschreibt der Autor dann letztlich Alternativvorschläge zur endgültigen Abwehr der Finanzkrise und zum längerfristigen Erhalt eines funktionierenden globalen Wirtschaftssystems.

Dies müsse in erster Linie durch ein liberaleres System, eine Reduktion der staatlichen Eingriffe und eine Beendigung der staatlichen Oberhoheit in Sachen Geldproduktion angegangen werden.

Hülsmann schlägt zudem auch eine massive Währungsreform vor, die, wenn auch keinen neuen Goldstandard, so zumindest eine ‚Goldbindung‘ wiederherstellen sollte. Insgesamt wird dieses Buch von vielen Experten sicherlich äußerst kritisch gesehen werden und einige Debatten lostreten. Sein größter Verdient liegt aber in der Lenkung des Blicks auf traditionellere und stabilere Alternativen zu einem System, das sich eindeutig in den letzten Atemzügen befindet.

Über den Autor:

Professor Dr. Jörg Guido Hülsmann wurde 1966 geboren und studierte sowohl Philosophie als auch Ingenieurs- und Wirtschaftswissenschaften in Berlin. Danach folgten weitere Studien der Finanzwissenschaft an einer renommierten Hochschule in Toulouse. Im Jahre 1996 promovierte Hülsmann an der TU Berlin und wurde nur drei Jahre später an der Universität Paris-Dauphine habilitiert.

Professor Dr. Hülsmann hat bereits zahleiche wissenschaftliche Abhandlungen und Fachbücher veröffentlicht, deren inhaltliche Schwerpunkte alle in den Gebieten Geschichte der Wirtschaftswissenschaften, Liberalismus und Geldtheorie liegen und in Fachkreisen große Beachtung erfahren haben.

Zu seinen Werken gehören unter anderem die Titel: „Kritik der Dominanztheorie“, „Die Logik der Währungskonkurrenz“, „Die Ethik der Geldproduktion“ und „Ordnung und Anarchie: Essays über Wirtschaft, Politik und Kultur“.  Derzeit lehrt Professor Hülsmann an der französischen Universität Angers im Bereich Recht, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Zudem gehört er dem Ludwig von Mises Institute in Auburn, Alabama, als Mitglied des Lehrstuhls an.

Das Buch ist im FinanzBuch Verlag erschienen und kostet 17,99€.

+/- Bestandsveränderungen bei unfertigen und fertigen Erzeugnissen

  + sonstige betriebliche Erträge  + aktivierte Eigenleistungen  – Materialaufwendungen  – Personalaufwendungen  – sonstige betriebliche Aufwendungen


= EBITDA (Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortisation)  – Abschreibungen auf das Anlagevermögen  – Zinsertrag


EBIT

15. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.