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Buchungssätze verstehen: „Soll an Haben“

Buchungssätze verstehen und somit bilden zu können, das ist für viele schwer. Ob in der kaufmännischen Lehre oder beim BWL-Studium, wichtig sind Buchungssätze für alle, die im buchhalterischen Bereich tätig sein wollen.

Denn Buchungssätze müssen Geschäftsvorfälle, wie zum Beispiel den Kauf von Büroartikeln, korrekt verbuchen, damit am Ende des Jahres die Bilanz das richtige Ergebnis ausweist.

Buchungssätze verstehen – woher kommen die Begriffe Soll und Haben?

Um Buchungssätze verstehen zu können, ist vor allem eine grundlegende Regel wichtig. Bei Buchungssätzen gilt immer: „Soll an Haben“. Dazu kommt allerdings, dass Soll und Haben nicht wie bei einem Girokonto zu verstehen sind. Also Minus im Soll und Plus im Haben. Der Ursprung von Soll und Haben ist auf die Italiener zurückzuführen:

Diese haben in ihren buchhalterischen Büchern auf der linken Seite von „der Kunde soll bezahlen“ und auf der rechten Seite von „wir haben zu bezahlen“ gesprochen. Mittlerweile sind nur die 2 Begriffe Soll und Haben übrig geblieben, die allerdings nicht für Minus oder Plus stehen.

Wer nun diese Regel „Soll an Haben“ verinnerlicht hat, kann sich von der Bilanz die Konten ansehen, damit den Geschäftsvorfällen die richtigen Konten zugewiesen werden können. Dabei ist prinzipiell zwischen den Aktiv- und Passivkonten zu unterscheiden, die die Basis einer jeden Bilanz darstellen. Die Aktivkonten enthalten alle Vermögenswerte, wie beispielsweise Maschinen oder Grundstücke.

Falls hierbei Zugänge zu verbuchen sind, so geschieht das auf der Sollseite, während Abgänge auf der Habenseite zu erfassen sind. Bei dem Passivkonto erfolgt die Buchung von Ab- und Zugängen genau umgekehrt. Dabei umfassen die Passivkonten alle Geschäftsvorfälle, die das Kapital des Unternehmens betreffen, wie Verbindlichkeiten oder Rücklagen.

Findet nun ein Geschäftsvorfall statt, wie der Barkauf von Büroartikeln, so werden immer mindestens 2 Konten berührt. In diesem Fall die Konten Büroausstattung und Kasse.

Ein Buchungssatz in der Praxis

Ein konkretes Beispiel: Das Dachdeckerunternehmen „Schindeln“ braucht für seine Büroräume neue Stühle. Daraufhin kauft es 10 Stück im Wert von insgesamt 3.000 € ein. Die Bezahlung erfolgt gleich an der Kasse des Großhändlers in bar.

Die Buchhalter von „Schindeln“ müssen nun den Geschäftsvorfall in der Bilanz aufnehmen und daher klären, was für Konten betroffen sind und wo ein Zugang beziehungsweise ein Abgang zu verzeichnen ist. In diesem Fall handelt es sich um 2 Aktivkonten. Das Konto Büroausstattung weist einen Zugang von 3.000 € auf, während 3.000 Euro vom Konto Kasse weggehen.

Daher muss der Buchungssatz für den Geschäftsvorfall „Büroausstattung 3.000 Euro an Kasse 3.000 Euro“ heißen beziehungsweise bei der verkürzten Schreibweise „Büroausstattung 3.000 Euro / Kasse 3.000 Euro“.

Buchungssätze verstehen vor allem durch Routine

Buchungssätze sind für ein Unternehmen zwingend notwendig, um die vielen Geschäftsaktivitäten ordentlich in die Bilanz einzuordnen. Kaufmännische Auszubildende oder BWL-Studenten, die in diesem Bereich tätig werden wollen, müssen daher Buchungssätze verstehen.

Da es aber bei den beiden Begriffen Soll und Haben keine Wortlogik gibt, wie zu buchen ist, müssen die Lernenden die Regeln auswendig lernen. Das Verständnis dafür geht allerdings nur über permanentes Üben, durch Aufstellen von Geschäftsvorfällen und die anschließende Buchung.

5. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Kempe
Von: Michael Kempe. Über den Autor

Der diplomierte Betriebswirt (FH) und ausgebildete Finanzjournalist beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Kapitalmarkt – im Besonderen mit Aktien, Fonds und CFDs.