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Bull Put Spread: Wenn Sie 100% Profit wollen

Eine Strategie selbst aufzubauen, die bei gleichen oder höheren Kursen 100% Profit bringt – klingt interessant, oder!?

Dieser Artikel zeigt, wie Sie als Anleger mit einem Bull Put Spread eine 100%-Profit-Strategie selbst aufbauen können.

Der Maximalverlust ist in diesem Beispiel auf den Einsatz begrenzt.

Bull Put Spread, was ist das?

Der Begriff Bull Put Spread bedeutet nichts anderes als:

Gleichzeitiger Kauf einer Put-Option und Verkauf einer Put-Option mit identischen Kennzahlen, aber unterschiedlichen Basispreisen”.

Dabei wählen Sie jeweils für den Kauf einen niedrigeren Basispreis (Strike) als für den Verkauf.

Sie nehmen die höhere Prämie für den verkauften Put mit dem höheren Basispreis ein.

Nach dem Kauf haben Sie für den Put mit der niedrigeren Basis ein Nettoplus aus der Differenz der Preise eingenommen.

Sie setzen auf steigende Kurse. Der 100%-Gewinn tritt in diesem Beispiel aber auch bei gleichbleibenden Kursen ein. Der Verlust ist auf den Einsatz begrenzt.

Wie man das macht

Mit einem Bull Put Spread können Sie eine Strategie aufbauen, die ihnen eine anfängliche Einnahme ermöglicht, wenn der Kurs des Wertpapiers am Laufzeitende oberhalb des Basispreises des verkauften Puts (bezahlte Prämie) liegt.

Der Maximalgewinn ist gedeckelt auf die Einnahme zu Beginn.

Denn steigt der Kurs des Wertpapiers über den Basispreis des gekauften Puts mit dem höheren Basispreis, dann sind beide Puts – auch der gekaufte Put – wertlos und Sie können die vereinnahmte Prämie behalten.

Der Verlust ist begrenzt und der Maximalverlust errechnet sich aus der Differenz der gewählten Basispreise minus anfangs vereinnahmter Prämie.

Denn: Fällt das Wertpapier unter den Basispreis des von Ihnen eingekauften Puts, dann kompensieren sich ab dann beide Puts 1:1 und die Differenz der Basispreise minus des anfangs vereinnahmten Prämien-Überschusses bestimmt den Maximalverlust.

Beispiel: Deutsche Bank (Kurse vom 22.09.2012, 12:50 Uhr)

Das Beispiel bezieht sich auf die Deutsche-Bank-Aktie mit einem Aktienkurs von 28,11 €.

Mit der folgenden Strategie setzen Sie auf einen Turnaround in der Aktie der Deutschen Bank.


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So gehen Sie vor:

„Kauf 1 Kontrakt Put auf Dt.Bank Basis 24 Laufzeit Dez 16“  Kurs 2,18

+ gleichzeitig

“Verkauf 1 Kontrakt Put auf Dt.Bank Basis 28 Laufzeit Dez 16“  Kurs 4,18

Berechnung:

Sie bezahlen für 1 Kontrakt des Put 24 folgende Prämie:

2,18 * 100 (Kontraktgröße 100) = 218 .

Sie nehmen für 1 Kontrakt des Put 28 folgenden Betrag ein:

4,18 € * 100 (Kontraktgröße 100) = 418

Sie nehmen also Netto 200 € für den Bull Put Spread ein.

Sie machen Gewinn, wenn der Kurs der Dt.-Bank-Aktie am Laufzeitende oberhalb von 26 € steht.

Sie verdienen maximal 100%, wenn die Dt.-Bank-Aktie am Laufzeitende oberhalb von 28 steht. Dann nämlich sind beide Puts wertlos und Sie können die anfangs eingenommene Prämie in Höhe von 200 €/Kontrakt behalten.

Die Kosten für diese Strategie sind mit der anfallenden Margin zu beziffern. Diese müssen Sie als Sicherheit anfangs hinterlegen.

Sie deckt das Risiko voll ab und Sie beträgt in diesem Falle 200 /Kontrakt. So errechnet sich ein Maximalprofit von 100%.

Szenarien zum 16.12.2016

Szenario 1: Deutsche Bank Aktienkurs am 16.12.2016  bleibt bei 28 stehen

Rechnung: Der gekaufte Put mit Basis 24 ist wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen. Der verkaufte Put mit Basis 28 ist ebenfalls wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen.

Beide Puts verfallen wertlos. Sie haben somit die anfangs eingenommene Prämie in Höhe von +200 /Kontrakt verdient. Damit errechnet sich ein Profit von +100%.

Szenario 2: Deutsche Bank Aktienkurs am 16.12.2016  fällt auf 27

Rechnung: 28 – 27 = 1.  Der verkaufte Put ist 1 € Wert, also pro Kontrakt 100*1 € = 100 €. Der gekaufte Put mit Basis 24 ist wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen.

Sie müssen demnach von der anfangs eingenommenen Prämie in Höhe von 200 € diese 100 € abziehen.

Sie haben also 200 € – 100 € = +100 € Gewinn gemacht. Damit errechnet sich ein Profit von +50%. Dieses Ergebnis haben Sie erzielt, obwohl die Deutsche-Bank-Aktie bis Ende 2016 nicht ansteigen konnte, sondern sogar 1 € im Kurs gesunken ist.

Szenario 3: Deutsche Bank Aktienkurs am 16.12.2016  fällt unter 24

Rechnung: 28 – 24 = 4.  Der verkaufte Put ist 4 € Wert, also pro Kontrakt 100*4 € = 400. Der gekaufte Put mit Basis 24 ist wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen. Sie haben also 200 € – 400 € = -200 € Verlust gemacht. Das ist Ihr Maximalverlust.

Denn unterhalb von 24,- € wird Ihr gekaufter Put mit der Basis 24 1:1 im Wert mitgehen und die Verluste aus dem 28er Put 1:1 ausgleichen.

Szenario 4: DeutscheBank Aktienkurs am 16.12.2016  oberhalb von 28

Rechnung: Der gekaufte Put mit Basis 24 ist wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen. Der verkaufte Put mit Basis 28 ist ebenfalls wertlos und deshalb nicht zu berücksichtigen.

Beide Puts verfallen wertlos. Sie haben somit die anfangs eingenommene Prämie in Höhe von +200 €/Kontrakt verdient. Damit errechnet sich ein Profit von +100%.

Das ist Ihr Maximalgewinn. Denn bei allen Kurse oberhalb von 28 € sind beide Puts wertlos.

Fazit

Beim oben angeführten Beispiel eines Bull Put Spread haben Sie eine Strategie entwickelt, die einen begrenzten Verlust von 200 gegenüber einem möglichen Gewinn von 200 € zulässt.

Da Sie von steigenden Notierungen der Deutsche-Bank-Aktie ausgehen, ist diese Strategie einem Direktkauf von Aktien oder Call-Optionen deutlich überlegen.

Die Aktie müsste sogar auf 56 € klettern, wenn Sie den gleichen Profit mit einem Aktienkauf erwirtschaften wollen. Das Risiko ist zwar bei um mehr als 4 € fallenden Kursen auf den Einsatz begrenzt, aber gegenüber einem Aktienkauf deutlich höher.

Deshalb sollten Sie eine derartige Strategie nur als Zusatz zu einem Aktienkauf einsetzen. Sie erhöhen damit Ihren Aktienprofit und haben ein vorher ausrechenbares überschaubares Verlustrisiko.

Ein Bull Put Spread hat einen kalkulierbaren Maximalverlust.

Sie können mit einem Bull Put Spread durch geschickte Wahl der Basispreise und Laufzeiten Ihre Gewinnschwellen und Verlust- sowie Gewinngrenzen selbst bestimmen und einstellen.

17. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Sturm. Über den Autor

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