Bundesanleihen – die entspannendste Geldanlage Deutschlands?
“Die entspannendste Geldanlage Deutschlands. Ein Stück Sicherheit in Ihrem Portfolio. Sie haben eine krisenfeste Rendite. Eine Angebotsvielfalt, die für jeden das Passende bereithält.”
So wirbt Deutschland für den Kauf von Bundesanleihen.
Doch was genau ist eine Bundesanleihe?
Bundesanleihen werden von der Bundesrepublik Deutschland begeben und sind festverzinsliche Wertpapiere.
Sie werden an der Börse gehandelt. Die Laufzeit einer Bundesanleihe beträgt in der Regel 10, teilweise sogar 30 Jahre und die Zinszahlung erfolgt jährlich. Die Rückzahlung erfolgt einer Bundesanleihe erfolgt zum Nennwert.
Mit Bundesanleihen werden langfristig orientierte Anleger angesprochen.
Ein Verkauf vor Ablauf der Anleihe ist daher mit dem normalen Kursrisiko vor Endfälligkeit behaftet. Bei stark sinkendem Kapitalmarktzinsniveau besteht aufgrund der langen Laufzeit ein hohes Kursrisiko.
In der Zukunft muss nämlich mit steigenden Kapitalmarktzinsen gerechnet werden und bei einem vorzeitigem Verkauf des Wertpapiers vor der Endfälligkeit droht somit ein Verlust.
Auf der Website der Deutschen Bundesbank ist eine umfassende Darstellung der Kurse und Renditen börsennotierter Bundeswertpapiere in tabellarischer Form abrufbar.
Mehr dazu: Bundesanleihen: 10 Jahre festlegen oder nicht – die große Zinsfrage
Wo können Sie Bundesanleihen kaufen?
Sie können Bundesanleihen bei allen Banken und Sparkassen kaufen. Bundesanleihen können außerdem jederzeit an der Börse gekauft und verkauft werden.
Es fallen dann die banküblichen Ankaufs- und Verkaufskosten an. Anfallende Stückzinsen werden beim Kauf verrechnet.
Gegen eine Gebühr übernehmen die Banken und Sparkassen die Verwahrung.
Der Erwerb dieser Wertpapiere kann aber auch direkt bei der Bundesrepublik Deutschland, der Finanzagentur vorgenommen werden. Dafür ist die Errichtung eines so genannten Schuldbuchkontos erforderlich.
Auf dem Schuldbuchkonto werden die erworbenen Wertpapiere verzeichnet. Das Schuldbuchkonto lässt sich online bei der Deutsche Finanzagentur einrichten und kostenfrei führen.
Risiken der Bundesanleihen
Wie schon erwähnt können auch die Kurse von Staatsanleihen wie bei Aktien steigen oder fallen. Gerade in Zeiten der Finanzkrise wurde uns das vor Augen geführt.
Man sollte sich nicht von den Werbebotschaften der Finanzagentur blenden lassen. Denn diese sind oftmals realitätsfern.
Der Kursverfall seit vergangenem Herbst zeigt sehr deutlich, was im ungünstigen Fall passieren kann.
Ein großer negativer Gesichtspunkt von Bundesanleihen ist die Kuponausstattung. Selbstverständlich fallen diese im Vergleich zu den Unternehmensanleihen relativ niedrig aus, da hier auch eine nur verschwindend geringe Ausfallwahrscheinlichkeit besteht.
Auf der anderen Seite geht man als Investor die Wette ein, dass die aktuellen Zinsniveaus für einen bestimmten Zeitraum unverändert bleiben.
Und wie bereits erwähnt, sind die Zeiträume bei Staatsanleihen extrem lang. Im Klartext: mit dem heutigen Kauf einer Bundesanleihe wettet man, dass die Leitzinsen über einen Zeitraum von 30 stabil bleiben.
Dies ist mehr als unwahrscheinlich und daher mit einem hohen Kursrisiko behaftet.
Bundesanleihen stellen daher eher eine langfristige Investitionsalternative, da am Ende der Laufzeit das Kursrisiko durch eine Rückzahlung zum Nennbetrag das Kursrisiko ausgeblendet wird.



