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Carlos Slim Helu – der Tycoon aus Mexiko

Jedes Jahr veröffentlichen Magazine wie Forbes ihre Rankings, in denen sie die erfolgreichsten und wohlhabendsten Personen der Welt vorstellen. Die meisten sind Geschäftsleute. Auf den vorderen Plätzen findet sich seit Langem der Mexikaner Carlos Slim Helú.

Carlos Slim Helu – der Aufbau eines Imperiums

Er gehört zu der Kategorie von Geschäftsleuten, die es verstanden, bereits vorhandenes Vermögen zum Aufbau eines Imperiums zu nutzen. Die andere Gruppe sind diejenigen, die wie der Walmart-Clan geerbte Strukturen erhalten. Und schließlich gibt es die Selfmade-Typen, die sich aus dem nackten Nichts hochgearbeitet haben wie Ikea-Gründer Ingvar Kamprad oder der Modezar Amancio Ortega.

Carlos Slim Helú wuchs im besseren Viertel von Mexiko-Stadt auf und verdiente schon während des Bauingenieur-Studiums mit Börsengeschäften seine erste Million. Danach  arbeitete er als Aktienhändler und erbte schließlich die Immobilien- und Einzelhandelsgruppe seines Vaters. Die baute er solange auf- und aus, bis sein Firmenkonsortium Grupo Carso mit über 200 Unternehmen die Wirtschaft seines Heimatlandes dominierte.

Grupo Carso ist unter anderem in der Industrie, im Handel sowie der Bauwirtschaft aktiv und besitzt Anteile von Firmen weltweit wie etwa Altria oder Sears. Für internationale Aufmerksamkeit sorgte 2008 der Einstieg bei der New York Times. Ein Jahr darauf bewies Carlos Slim Helú erneut sein Geschick als Geschäftsmann.

Der Coup mit der New York Times

Er verdoppelte seinen Anteil, wobei er die Folgen der Finanzkrise nutze. Er verschaffte der New York Times einen Kredit über 250 Mio. US-$, der 2015 fällig wurde. Im Gegenzug erhielt er Optionsscheine auf den günstigen Kauf weiterer 11 % am Verlag. Der zahlte den Kredit noch vor Fälligkeit zurück und Carlos Slim übte darauf seine Kaufoption auf 15,9 Mio. Aktien zum Stückpreis von nur 6,36 US-$ aus. Seitdem hält er 16,8 % am Verlagshaus.

Mit seiner Beteiligung an der New York Times sowie dem größten mexikanischen TV-Unternehmen Televisa hat er gewissen Einfluss auf die Berichte über seine Person. Und die sind nicht nur positiv. Hauptkritikpunkt ist vor allem seine Monopolstellung und wie er sie erreichte.

Kontakt zur Macht und Monopole

Sein Aufstieg gelang ihm mit einer Mischung aus hemdsärmeliger Cleverness und guten Kontakten zur Politik. Anders, so die allgemeine Kritik, wäre es ihm wohl kaum möglich gewesen, sein Imperium aufzubauen. Als etwa 1990 Präsident Carlos Salinas, ein Duzfreund von Carlos Slim Helú, die staatliche Telefongesellschaft Telmex privatisierte, erhielt ein von ihm geführtes Konsortium den Zuschlag, und zwar für nur 1,8 Mrd. US-$. Dabei war Telmex ca. 12 Mrd. US-$ wert.

Seitdem beherrscht er den Markt im Festnetzbereich, zu dem kein anderer Zutritt hat. Wegen des fehlenden Wettbewerbs zahlen Mexikaner die höchsten Telefonkosten der Welt. Abgesehen davon dominiert Helú mit América Móvil den Mobiltelefonmarkt Mexikos und hat sich in ganz Südamerika ausgedehnt.

Damit hält er insgesamt rund 300 Mio. Telefonkunden in 19 Ländern. Seitdem es aber gerade im zweitgrößten Absatzmarkt Brasilien kriselt und Mexiko unter Regulierungsdruck Konkurrenz zulassen muss, geben die Aktien von Carlos Slim Helús Unternehmen dramatisch nach.

Im Ranking der reichsten Männer abgerutscht

In der Folge verlor er selber Geld. War er noch 2015 auf der Forbes Liste nach Microsoft-Chef Bill Gates der zweitreichste Mann der Welt, so rutschte er ein Jahr später auf Platz vier. Von den vormals über 70 Mrd. US-$ Vermögen verlor er ca. 20 Mrd. US-$. Ein Comeback an die Spitze wie 2007 dürfte mit zunehmendem Verlust von Monopolstellungen trotz verstärkter Zukäufe wie etwa Anteile am niederländischen Telefonkonzern KPN schwer fallen.

Privat pflegt Carlos Slim Helú das Image eines kunstliebenden und sozial engagierten Mäzens. Er besitzt die weltweit zweitgrößte Skulpturensammlung des Bildhauers Auguste Rodin und will mit einer Stiftung die historische Altstadt von Mexiko-City erhalten. Die Bauarbeiten allerdings erledigen vorwiegend seine eigenen Unternehmen.

5. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.