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Carry Trade: Beispiel für die spezielle Anlagestrategie

Beim Carry Trade handelt der Anleger mit verschiedenen Währungen und macht sich der verschiedenen Zinssätze dieser zu Nutze.

Der Carry Trade wird vor allem von institutionellen und professionellen Händlern bei Devisen-Spekulationen eingesetzt.

Hierzu leiht sich der Händler eine Währung mit einem niedrigen Zinsniveau, um mit diesem Geld beispielsweise eine Anleihe einer anderen Währung mit einem hohen Zinsniveau zu erwerben.

Ziel bei dieser Spekulation ist es, durch die positive Zinsdifferenz einen Gewinn zu erzielen – nicht aus den Kursschwankungen, sondern lediglich aus den unterschiedlichen Zinszahlungen.

Mehr dazu: Die Anlagestrategie Carry Trade – eine Definition

Carry Trade – Beispiel aus der Praxis

Ein Carry Trade Beispiel aus der Praxis ist der beliebte „Yen Carry Trade“ mit der japanischen Währung Yen. In Japan werden die kurzfristigen Zinsen von der Zentralbank – wegen Deflationsgefahr – seit einigen Jahren extrem niedrig gehalten.


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Ein Händler leiht sich zum Beispiel 1.000 Yen über den Devisenmarkt bei einer japanischen Bank, wechselt die Summe in US-Dollar und kauft dafür eine US-Anleihe. Angenommen diese US-Anleihe zahlt 4,5 Prozent Zinsen.

Wir gehen davon aus, dass der Zinssatz für den japanischen Kredit 0 Prozent beträgt. Solange das Wechselkurzverhältnis gleich bleibt, hat der Händler, ohne Berücksichtigung von Gebühren, bei dem vorliegenden Carry Trade Beispiel einen Gewinn von 4,5 Prozent – ausschließlich aus der Zinsmarge.

Ein genutztes Instrument: der Hebeleffekt

Viele professionelle Händler nutzen bei Carry Trade Geschäften einen Hebel, weil die Gewinne dadurch sehr groß werden können.

Wenn der Händler in unserem Carry Trade Beispiel einen Hebeleffekt von 10:1 wählt, würde der Gewinn bei 45 Prozent liegen. Die Voraussetzung dafür ist weiterhin, dass der Wechselkurs unverändert bleibt.

Damit jedoch ein ansehnlicher Gewinn entsteht, muss der Händler enorme Summen bewegen, was hin und wieder zu heftigen Kursschwankungen an den Devisenmärkten führen kann.

Unter anderem durch Carry Trades ist der Devisenmarkt der mit Abstand liquideste und umsatzstärkste auf der Welt.

Mehr dazu: FAQ – Wie kann ich in einem Devisenmarkt investieren?

Chancen und Risiken eines Carry Trades

Das große Risiko eines Carry Trades ist die Unsicherheit der Wechselkurse. In dem obigen Beispiel ist das Risiko für den Händler sehr groß, wenn der US-Dollar gegenüber dem Yen an Wert verliert.

Dieses Risiko erklärt auch die hohen Summen, die in einer solchen Spekulation eingesetzt werden. Um das Wechselkursrisiko nicht zu bestimmend werden zu lassen, ist die Haltedauer eines solchen Trades relativ kurz.

Damit trotzdem noch ein ansehnlicher Gewinn übrig bleibt, bedarf es also eines hohen Investitionsvolumens.

Natürlich kann der US-Dollar auch im Wert steigen, was dazu führt, dass der Händler weniger US-Dollar als zuvor umtauschen muss um den japanischen Kredit zu tilgen.

In diesem Fall erzielt der Investor seine Rendite sowohl durch die Zinsdifferenz als auch durch den Kursgewinn.

Letztendlich bleibt festzuhalten, dass die Strategie des Carry Trades vornehmlich den Händlern vorbehalten ist, die unmittelbar am Markt handeln und schnell auf Ereignisse reagieren können.

Zusätzlich bedarf es einer hohen Liquidität und eines direkten Anschlusses an den Devisenmarkt, um nahezu gebührenfreie Transaktionen durchführen zu können. Somit scheint ein Carry Trade für den „kleinen“ Privatanleger eher ungeeignet.

21. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.