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Cash Flow: Berechnung und Bedeutung der Finanzkennzahl

Der Cash Flow kann nicht nur Banken und Großinvestoren, sondern auch dem Privatanleger eine sehr hilfreiche Kennzahl sein, um die finanzielle Lage eines Unternehmens einzuschätzen.

Vor der Berechnung: Definition des Cash Flow

Per Definition ist der Cash Flow die Differenz von Einnahmen und Ausgaben. Es werden hier nur die zahlungswirksamen Vorgänge berücksichtigt. Die Übersetzung des englischen Cash Flow mit Zahlungsfluss ist also sehr treffend. Im Gegensatz zu vielen anderen Kennzahlen (wie dem EBIT oder dem Kurs-Gewinn-Verhältnis) wird beim Cash Flow nicht der Gewinn betrachtet, sondern die Bewegung der liquiden Mittel. Zahlungsunwirksame Vorgänge wie Abschreibungen oder die Bildung oder Auslösung von Rückstellungen werden aus dem Ergebnis herausgerechnet.

Auf gut Deutsch: Es wird nur betrachtet, wo und in welchem Umfang wirklich Geld fließt, also der Cash Flow.

Cash Flow: Die indirekte Berechnung

Bei der indirekten Berechnung des Cash Flow werden dem ermittelten Jahresüberschuss (Gewinn) die nichtzahlungswirksamen Aufwendungen hinzuaddiert und die nichtzahlungswirksamen Erträge abgezogen.

Hat also die Gewinnermittlung der Beispiel AG einen Überschuss von 20.000 € erzielt, die Rückstellungen für Garantieleistungen um 8.000 € erhöht und den Gewinnvortrag um 12.000 € vermindert, dann ergibt sich:


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Cash Flow = 20.000 € + 8.000 € – 12.000 € = 16.000 €

Die so durchgeführte Berechnung des Cash Flow wird auch als Praktikermethode bezeichnet und kommt in der Regel zur Anwendung, da sie auch von externen Stellen angestellt und nachvollzogen werden kann.

indirekte berechnung cash flow by Rüdiger DalchowCash Flow: Die direkte Berechnung

Bei der direkten Berechnung des Cash Flow betrachtet man die zahlungswirksamen Vorgänge im Unternehmen. Hier werden von den zahlungswirksamen Erträgen die zahlungswirksamen Aufwendungen abgezogen, um den Cashflow zu ermitteln.

Hat die Beispiel AG also einen Jahresumsatz von 50.000 €, zahlt für Löhne und Gehälter 20.000 € und gibt für Material 14.000 € aus, ergibt sich in der direkten Berechnung:

Cash Flow = 50.000 € – 20.000 € – 14.000 € = 16.000 €

In der direkten Berechnung des Cash Flow lassen sich Zahlungsströme genauer abbilden. Allerdings kommt diese Methode nicht so häufig zur Anwendung, da sie für Außenstehende nicht exakt nachvollziehbar ist und einen höheren Aufwand erfordert.

direkte berechnung cash flow by Rüdiger DalchowCash Flow: Was das Ergebnis der Berechnung aussagt

Da bei der Berechnung des Cash Flow nur die wirklichen Zahlungsströme betrachtet  bzw. zahlungsunwirksame Vorgänge ausgeschlossen werden, zeigt das Ergebnis an, was tatsächlich an Geld am Ende des Geschäftsjahres im Unternehmen erwirtschaftet wurde. Man nennt dies auch die Innenfinanzierung.

Aufgrund des Cash Flow lässt sich erkennen, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, Kredite zurückzuzahlen oder auch Neuanschaffungen ohne die Aufnahme von Fremdkapital zu finanzieren.

Cash Flow: Auch der Privatanleger sollte auf diese Kennzahl achten

Wer in eine Firma investiert, will vorher wissen, ob diese auf einer finanziell soliden Basis arbeitet. Egal, ob beim Erwerb von Aktien oder von Firmenanleihen – ein Blick auf den Cash Flow lohnt sich für den Privatanleger auf alle Fälle. Gerade bei den Werten aus MDAX und SDAX, den Werten des deutschen Mittelstandes, ist der Cash Flow eine gute Kennzahl, um wirklich gesunde Unternehmen herauszufinden.

Ein positiver Cash Flow ist ein Zeichen dafür, dass ein Unternehmen gut wirtschaftet und seinen Zahlungsverpflichtungen auch in Zukunft aus eigener Kraft nachkommen kann.

Ein negativer Cash Flow ist nicht zwingend ein Zeichen für eine schlechte Unternehmensführung. Hier heißt es aber genauer hinzuschauen, was die Gründe für den negativen Cash Flow sind. Tritt jedoch ein negativer Cash Flow über Jahre in Folge auf, bedeutet es, dass das Unternehmen seine Verpflichtungen nicht aus eigener Kraft erfüllen kann. In diesem Fall ist von einem Investment sicherlich abzuraten.

22. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.