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Cashanlagen – darum sollte man genügend Bargeld halten

Als Anleger investiert man sein Geld zur Sicherheit breit gestreut in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder auch Immobilien und Rohstoffe.

Ein gewisser Geldbestand sollte jedoch sofort verfügbar sein, etwa für unvorhergesehene Ausgaben oder Investitionen in andere Anlagen. Als Faustregel gelten 3 Monatsgehälter. Wenn ausgezahlte Dividenden den Grundstock auffüllen, umso besser.

Anlageklasse Cash fürs Geldmanagement

Auch sofort verfügbares Kapital ist eine Assetklasse im Depot – die Anlageklasse Cash. Zur Anlageklasse Cash gehören Sparguthaben, Festgeld, Tagesgeld, Geldmarktfonds. Ebenso Girokonten, denn in allen Fällen werden grundsätzlich Zinsen gezahlt. Fragt sich eben nur wie viel. Wenn die Zinsen so gering sind, dass sie selbst die niedrige Inflation unterschreiten und sogar Strafzinsen drohen, muss sorgfältig ausgewählt werden.

Hauptmerkmale der Anlageklasse Cash: geringe Renditen aber hohe Sicherheit. Durch den stabilen Charakter werden Schwankungen im Depot gedämpft. Vor allem zählt die Liquidität. Wer etwa erfolgreiche Aktieninvestments aufstocken will, muss sofort handeln.

Doch wohin nun mit dem Geld? Tagesgeld bringt für 5.000 € im Schnitt gerade mal 0,5%. Bei Festgeld liegt der Zinskorridor zwischen 0,5% und 1,5%. Wobei Festgeld als Termingeld-Anlage eigentlich nicht sofort verfügbar ist, der Mindestanlagezeitraum beträgt 30 Tage.

Geldmarktfonds sind nicht ohne Risiko

Bleiben Geldmarktfonds. Die erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, trotz ebenfalls niedriger Renditen. Investiert wird in kurzlaufende Geldmarktpapiere: Termingelder, Anleihen, Schuldscheindarlehen. Das Geld ist täglich verfügbar. Nachteil sind die Kosten wie Order- und Verwaltungsgebühren oder Ausgabeaufschläge. Zudem kann das Depotkonto selbst Gebühren kosten.

Obendrein sind sie gar nicht so sicher. In der letzten Bankenkrise rutschten die als absolut sicher geltenden Fonds in die roten Zahlen. Für viele eine Überraschung, die nicht einplanten, dass es auch hier ein Geldmarktrisiko gibt.

Es gibt aber auch Geldmarktfonds innerhalb eines Investments. Anbieter von ETF-Indexfonds bieten das unter dem Begriff Cash-Equitization an. Wenn etwa Geld aus Verkäufen oder Dividenden geparkt werden muss, wird es bis zur nächsten Anlageentscheidung in ETFs auf Geldmarktindizes investiert. Das ist vergleichsweise günstig und erspart einem Anleger Aufwand.

Bares gegen Minuszinsen und Gebühren

Abgesehen von diesen Angeboten hat sich die Anlageklasse Cash in Sachen Rendite als Flop erwiesen. Insgesamt brachten die niedrigen Zinsen den Deutschen Sparern über alle Zinsanlagen hinweg laut der DZ-Bank in den vergangenen 5 Jahren im Schnitt fast 112 Mrd. € Verlust ein. Die Anlage Cash macht den Löwenanteil aus. Rund 40% der Geldvermögen sind Bankeinlagen.

Hauptmotivation ist das Gefühl von Sicherheit und jederzeitigem Zugriff. Und spätestens seit der Diskussion um Negativzinsen flüchten immer mehr in Bargeld. Auch das gehört zur Anlageklasse Cash. Außer auf Reisen muss man sich für größere Bestände weder rechtfertigen, Gebühren oder sogar Strafgeld bezahlen. Der Bargeldbestand nimmt laut Bundesbank jährlich um 5,7% zu.

Die Angst vor schleichender Enteignung wird zudem durch neue Gedankenspiele um ein Bargeldverbot befeuert. Hinzu kommt: Die Bilder von frustrierten Kunden an griechischen Bankautomaten rufen ins Gedächtnis, was es bedeutet, das eigene Geld nicht selbst in der Hand halten zu können.

Drohendes Bargeldverbot und die Folgen

Ein Bargeldverbot dürfte aber bald die Kreativität der Bürger freisetzen – bis hin zu Ersatzwährungen. Experimente mit Regiowährungen könnten wieder aufleben, Silber- und Goldmünzen eine Renaissance erfahren. Wer davon ausgeht, dass das eintritt, kann sich mit Gold eindecken, solange es noch günstig ist. Allerdings zeigt der Blick in die Geschichte, dass auch schon der Besitz von Gold verboten wurde.

Das Verbot von Bargeld hingegen würde die Masse ins Mark treffen. Die Verantwortlichen in der Finanzwelt und Politik müssen damit rechnen, dass die mit den Füßen abstimmt und neue radikale Frustparteien Zulauf erhalten, die sich ohnehin schon in Europa breit machen.

Angesichts der Bedrohung, dass unter Umständen die politische Stabilität auf dem Spiel steht, ist ein Bargeldverbot noch längst nicht ausgemachte Sache.

Außerdem: Sollte in einigen Jahren eine verbreitet befürchtete Finanzkrise zuschlagen, die mit kollabierenden Banken alles in den Schatten stellt, dürfte sich der spontane Trieb nach Bargeld Bahn brechen. In Krisen zählt nur Bargeld. Und was ist, wenn elektronische System einmal versagen, sei es durch Stromausfall oder Angriffe auf die Infrastruktur?

Es gibt also eine Reihe von Gründen, vorsichtshalber einen Grundbestand an Bargeld zu halten und das Investitionskapital erst recht möglichst breit zu streuen.

22. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.