Von wegen Krise, von wegen Rezession.
Bei Caterpillar laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Und auch für das kommende Jahr zeigt sich das Management mehr als optimistisch.
Basis für die Zuversicht ist zum einen der hohe Auftragsbestand. Er erreichte zum Ende des 3. Quartals sowohl ohne als auch inklusive der Anfang Juli abgeschlossenen Übernahme des Bergbauausrüsters Bucyrus einen neuen Rekord. Ohne stieg er auf 24,4 Mrd $, mit auf 28,6 Mrd $.
Zum anderen hält der Vorstand eine weitere wirtschaftliche Erholung für wahrscheinlich, wenngleich in einem langsameren Tempo. Zudem geht der Konzern davon aus, dass die Nachfrage nach Rohstoffen hoch bleibt.
Davon würde das Geschäft mit Bergbaumaschinen profitieren, das durch den Kauf von Bucyrus merklich verstärkt wurde.
Als treibender Faktor gilt dabei das rasante Wachstum der Entwicklungsländer, in denen der nötige Ausbau der Infrastruktur, die zunehmende Verstädterung sowie die voranschreitende Industrialisierung nicht nur die Rohstoffnachfrage ankurbelt, sondern auch eine steigende Nachfrage nach Baumaschinen impliziert.
Insgesamt gibt es somit große Chancen für die weltweite Nummer 1.
Caterpillar setzt auf China
Caterpillar stärkt seine Position auf dem Wachstumsmarkt China mit der Übernahme des chinesischen Bergwerksausrüsters ERA Mining Machinery.
Nachdem sich Caterpillar bereits die auf Bergwerksausrüstung spezialisierte Bucyrus einverleibt hat, bleibt der Konzern bei seiner Einkaufstour offensichtlich diesem Segment treu.
Viel entscheidender dürfte aber sein, dass Bucyrus vor allem auf dem chinesischen Markt aktiv ist. Hier sieht Caterpillar das größte Wachstumspotenzial. Aus diesem Grund war Caterpillar auch bereit, für Bucyrus eine Prämie von 33% zu zahlen. Der Konzern ist auf Geräte zum Stollenbau spezialisiert.
Mit dem Schritt will Caterpillar von der dringend notwendigen Modernisierung der chinesischen Bergwerke profitieren. Die neu erworbene Gesellschaft soll Caterpillar den Zugang zu chinesischen Projektausschreibungen im Bergbau erleichtern.
Caterpillar kündigte zugleich einen weiteren Ausbau dieses Geschäftszweiges an. Durch Integration des chinesischen Unternehmens wollen die Amerikaner besseren Zugang zu Modernisierungsprojekten insbesondere im Untertage-Kohlebergbau erreichen.
Im relativ zergliederten chinesischen Minensektor beauftragen die vielfach kleinen Betreiber bevorzugt inländische Unternehmen.
Rekorde bei Umsatz und Profit
Im 3. Quartal 2011 war der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden. Kein Wunder, ist doch der Konzern mit seinen Ergebnissen auf Kurs, neue Bestwerte im Gesamtjahr zu erreichen.
Konkret steigerte Caterpillar den Umsatz um 41,2% auf den Rekordwert von 15,72 Mrd $. Ohne Übernahmen, wobei Bucyrus mit rund 1,14 Mrd $ den größten Beitrag beisteuerte, waren es +29,8% auf 14,46 Mrd $, was ebenfalls einen neuen Spitzenwert darstellt.
Dazu maßgeblich beigetragen hat mit 25,4% ein höherer Absatz, weil die Nachfrage nach Bau-und Bergbauausrüstung trotz des weltweit schwächeren Wirtschaftswachstums zulegte. Höhere Preise trugen 1,2 und Währungseffekte 3,2 Prozentpunkte zur Steigerung bei.
Noch stärker als der Umsatz erhöhte sich der Gewinn. Unterm Strich verdiente der Konzern 1,14 Mrd $ und damit 43,9% mehr als im Vorjahr. Das gute Abschneiden liegt neben den höheren Umsätzen unter anderem an Verbesserungen im Produktionssystem sowie an der strikten Kostenkontrolle.
15% Kursrendite jährlich
Mit unseren Renditeberechnungen kommen wir auf eine durchschnittliche jährliche Kursrendite von 15%. Dazu kommt die Dividendenrendite von 1,83%. Die Sicherheitsmarge beträgt dabei 43%. In den letzten 10 Jahren hat Caterpillar die Dividende durchschnittlich um 10% jährlich gesteigert.
Wer also vor 10 Jahren Aktien von Caterpillar gekauft hat, erhält heute dafür eine Dividendenrendite von 7,5%. Für den langfristig orientierten Anleger eine nicht unwichtige Tatsache.
Mit Rekordergebnissen und den optimistischen Aussagen zur weiteren Geschäftsentwicklung bestätigte Caterpillar die Hoffnung auf weiterhin gute Zahlen. Der Konzern scheint offensichtlich – auch aufgrund des geografisch stark diversifizierten Geschäfts – nichts von einer wirtschaftlichen Abschwächung zu spüren.
Kurzfristig sind zwar kleinere Gewinnmitnahmen nicht ausgeschlossen, angesichts der starken fundamentalen Fakten empfehlen wir die Aktie aber zum Kauf.



