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Chart of Doom – Lassen Sie sich nicht verwirren

In regelmäßigen Abständen geistert ein Chart of Doom durch die Medien. Die Botschaft: Morgen kommt der ultimative Börsencrash.

Als Beweis dient dann ein Unheilschart. Der zeigt angebliche Ähnlichkeiten zwischen der aktuellen Kursentwicklung und der, die zu einem historischen Crash geführt hat.

Chart of Doom: „Schwarzer Montag“ mit Panikpotenzial

Doom ist das englische Wort für ein drohendes Unheil. An der Börse lösen sich von jetzt auf nachher Abermillionen in Luft auf. Als Crash-Ereignisse mit höchstem Panikpotenzial nutzen die Unheilsauguren gerne zwei Daten: der „Schwarze Montag“ von 1987, als die Börsen um über ein Viertel einknickten.

Und der der „Schwarze Freitag“ aus dem Jahr 1929. Damals ging sogar die Hälfte verloren, gefolgt von einer großen Depression und politischen Unruhen. Doch Anleger sollten sich nicht verunsichern lassen. Zum einen sind die jeweiligen zeitlichen Rahmenbedingungen verschieden. Zum anderen: Parallelen sind keine Vergleiche.

Konstruierte Probleme

Beim Chart of Doom aber landet alles in einem Topf. Die Grunddaten für eine Grafik werden so zusammengestellt, dass der Kurvenverlauf das konstruierte Problem bestätigt. Das alles wird mit Daten garniert, die auf eine „bedenkliche Übereinstimmung“ schließen lassen.

Nach diesem Muster wurde zuletzt der 9. Mai 2014 zum Unheilstag ausgerufen. Das Thema ging wie ein Lauffeuer durch die Medien und alles wartete auf den Absturz. Doch der fand nicht statt. Anleger, die ausgestiegen waren oder auf fallende Kurse gesetzt hatten, gingen leer aus und blieben auf ihren Transaktionskosten sitzen.


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Rahmendaten sind nicht vergleichbar

Ein Chart of Doom hatte gezeigt, dass am 9. Mai der Aufwärtstrend seit 2009 und derjenige vor dem Crash von 1987 auf den Tag gleich lang waren: 1.312 Handelstage. Doch das war es schon an Gemeinsamkeiten.

Während die Hausse bis 1987 von schierer Börseneuphorie getragen war, lag es letztes Jahr wie heute an fehlenden Anlagealternativen. Derzeit sind die Zinsen niedrig, damals aber waren sie hoch.

Außerdem fing die Börse 2009 nach der Krise wieder von ganz unten an. Aktien waren wesentlich billiger als zu Beginn der Hausse in den 80er Jahren. Weder die Voraussetzungen noch das Niveau waren vergleichbar.

Dieser Chart of Doom war bereits der zweite Anlauf, das große Unheil herbeizureden. Eingetreten war es aber auch schon Ende Februar letzten Jahres nicht. Monatelang wurde der „Schwarze Freitag“ als Vergleich bemüht.

Als Ikone des Schreckens diente eine Grafik mit dem Kursverlauf vor 1929. Der jüngere Aufwärtstrend wurde einfach darüber gelegt und schon offenbarte sich eine Schicksalskurve.

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Chart of Doom als Chart der Verdummung

Doch das war optische Täuschung. So wurden unterschiedliche Skalierungen vermischt und die Startzeitpunkte so gewählt, dass eine scheinbare Deckungsgleichheit entstand.

Dabei wurde etwas Wichtiges unterschlagen: Während der Dow Jones sich in den 12 Monaten vor dem historischen Crash verdoppelt hatte, betrug der Zuwachs letztes Jahr nur 20%. Entsprechend geringer wäre ein Crash gewesen. Davon abgesehen waren die gesamten Rahmenbedingungen nicht mit 1929 vergleichbar.

Diese Augenwischerei lässt sich mit einer angepassten Grafik enttarnen. Wählt man den gleichen Indexstart, gleichen Startzeitpunkt und identischen Zeitverlauf, zeigt sich, dass der Aufwärtstrend tatsächlich gerade mal in seiner Halbzeit angelangt war. Vom großen Crash keine Spur.

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Von einem Chart of Doom, der übrigens nicht mit einem Flash-Crash zu verwechseln ist, sollte sich kein Anleger erschrecken lassen. Angst ist ein schlechter Berater. Wer bei solchen Meldungen versucht, schnell noch auf fallende Kurse zu setzen oder Positionen zu reduzieren, wird wohl garantiert den jeweils falschen Zeitpunkt erwischen und draufzahlen.

Auch aktuell gibt es durchaus Anlässe, über einen drohenden Crash nachzudenken. Doch selbst wenn er eintreten sollte, dauert es in der Regel nur einige Monate bis sich die Börse wieder erholt hat. Ein breit diversifiziertes, langfristig ausgelegtes Anlageportfolio übersteht auch größere Abstürze.

5. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.