von Andreas Sommer

Charttechnik: Auch der S&P 500 schwächelt

Charttechnik S&P 500: Verkaufssignale im Momentum und RSI

Charttechnik S&P 500: Verkaufssignale im Momentum und RSI

Nachdem wir am Montag die Charttechnik des DAX und gestern des Euro / USD unter die Lupe genommen haben, fehlt uns nun noch die Gegenseite: Der US-Aktienmarkt.

Hier möchte ich heute einmal den S&P 500 (Standard & Poors 500 Index) für Sie analysieren.

S&P 500: Breiteres Marktbild

Im Gegensatz zum Dow Jones Industrial Average, der nur die 30 größten börsennotierten US-Unternehmen abbildet, zeichnet der S&P 500 die Entwicklung der 500 größten US-Unternehmen nach.

Er zeigt damit aufgrund seines Umfanges ein objektiveres Bild der Kursentwicklung an der Wallstreet. Überdies ist er nach dem Dow Jones wohl der am stärksten beobachtete US-Aktien-Index.

Wir haben in den letzten Wochen oft genug festgestellt, dass wir uns nach dem Crash im August in einem Bärenmarkt befinden.

Daher spare ich mir heute den Blick auf den längerfristigen Chart und schaue direkt auf den Tageschart mit der mittelfristigen 50-Tagelinie und der langfristigen 200-Tagelinie. Unter dem Kursteil des Wochencharts habe ich Ihnen das Momentum und den Relative Stärke Index (RSI) abgebildet.

Analyse des Tagescharts

Im oberen Teil des Charts, dem Kursverlauf, können Sie gut erkennen, dass der US-Index in den letzten Wochen eine sensationelle Bärenmarkt-Rallye hingelegt hat: Von 1.074 ging es bis auf 1.292 hinauf. Das waren 218 Punkte oder auch +20,3%.

Der grüne Kreis zeigt: Dem S&P 500 gelang – übrigens im Gegensatz zum DAX – ein kurzer Sprung über die 200-Tagelinie. Eigentlich 2, wenn Sie das Touchieren des gestrigen Tages mitzählen möchten.

Der heutige sehr schwache Tag im DAX sowie negative Vorgaben in den US-Futures deuten allerdings darauf hin, dass es diesmal beim Touchieren bleiben wird.

Kleiner Exkurs zur 200-Tagelinie

Bei meinen Analysen habe ich schon über viele Jahre hinweg festgestellt, dass Sie aus dem Verhalten eines Marktes um seine 200-Tagelinie viel ablesen können.

In Bärenmärkten beispielsweise spielt die 200-Tagelinie häufig die Rolle eines charttechnischen Widerstandes (in Bullenmärkten wird sie zur Unterstützung). Aus einem kurzen Verweilen über der 200-Tagelinie – wie jüngst im S&P 500 – können Sie 2 Dinge ablesen: Der Bärenmarkt ist voll intakt. Eine Bärenmarkt-Rallye findet hier meist ihr vorläufiges Ende.

Eine ebenfalls wichtige Erkenntnis: Je weiter ein Markt vor seiner 200-Tagelinie wieder nach unten dreht, umso schwächer ist dieser Markt einzuschätzen. Der DAX drehte bereits knapp 300 Zähler vor seiner 200-Tagelinie wieder abwärts: Daher sollten Sie im DAX mit einer höheren Abwärtsdynamik rechnen.

Indikatoren generierten schon letzte Woche Verkaufssignale

Wichtig ist nun der Blick auf das Momentum. Hier gab es nämlich zuletzt eine hoch interessante Entwicklung.

Während die Kurse seit Mitte letzter Woche wieder nach oben streben, brach das Momentum aus dem seit Anfang Oktober bestehenden Aufwärtstrend nach unten aus. Ein klares Verkaufssignal (blauer Kreis). Und wieder einmal ein sehr frühes!

Beim RSI „scheint“ noch alles intakt: Der Indikator verläuft in einem aufwärts gerichteten Keil. Allerdings hat sich hier ebenfalls seit Anfang Oktober ein innerer Aufwärtstrend im Keil gebildet, der durch einen Bruch fast zeitgleich mit dem Momentum ein Verkaufssignal generiert hat.

Fazit: Die Bärenmarkt-Rallye im S&P 500 scheint auszulaufen. Darauf deutet das Verhalten an der 200-Tagelinie hin. Momentum und RSI gaben zudem bereits vor 1 Woche Verkaufssignale.

Die Vorzeichen an der Wallstreet sind daher ebenfalls eher negativ gestimmt. Sie sollten mit neuen Aktien-Investments deshalb jetzt merklich zurückhaltender umgehen. Auf jeden Fall empfehle ich Ihnen das Setzen von Stop-Loss-Marken (und deren Einhalten!) für bestehende Positionen.

 
 

Autor:

Andreas Sommer

Seit November 2008 veröffentlicht Andreas Sommer seine Profi-Erfahrung in seinem täglichen kostenlosen Newsletter Chartanalyse-Trends.